MeinELSTER+ für 11,5 Millionen: Vorausgefüllte Steuererklärung ab Juli
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 08:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Abgabefrist für die Steuererklärung 2025 endet am 31. Juli 2026 – doch für Senioren wird es dank Digitalisierung deutlich einfacher. Automatisierte Datenübermittlung, neue Apps und höhere Freibeträge nehmen Rentnern viel Papierkram ab.
Keine Belege mehr einreichen – aber aufbewahren
Schon seit 2019 übermittelt die Deutsche Rentenversicherung Rentenbezugsmitteilungen direkt an die Finanzämter. Papierbescheinigungen sind damit für die Steuererklärung überflüssig, wer private Steuerprogramme nutzt, kann sich die „Information über die Meldung an die Finanzverwaltung“ seit Jahresbeginn kostenlos online holen.
Seit 2017 gilt zudem die Belegvorhaltepflicht: Spendenquittungen oder Handwerkerrechnungen müssen nicht mehr eingereicht, aber für Rückfragen aufbewahrt werden. Ein Tipp der Experten: Wer erstmals einen Behinderten-Pauschbetrag beantragt, sollte Belege direkt mitschicken – das beschleunigt die Bearbeitung.
„MeinELSTER+“ und Pilotprojekt „Amsel“
Seit dem 1. Juli 2026 erstellt die Finanzverwaltung über „MeinELSTER+“ für rund 11,5 Millionen Bürger vorausgefüllte Steuervorschläge. Das Angebot richtet sich an Angestellte und Rentner ohne komplexe Zusatzeinkünfte. In Hessen, Thüringen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein testet zudem das Pilotprojekt „Amsel“ weitere Vereinfachungen.
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Bis zum Herbst plant die Bundesregierung ein Steuervereinfachungsgesetz mit Pauschalregelungen für Arbeitstage. Der Aufwand lohnt sich: 87 Prozent der eingereichten Erklärungen führten 2022 zu einer Rückerstattung – im Schnitt 1.240 Euro.
Viele Rentner müssen nachzahlen
Anders als bei Gehältern gibt es bei Renten keinen automatischen Steuerabzug. Die Folge: Rund 41 Prozent der Rentner müssen nachzahlen, im Bundesschnitt 1.326 Euro, in Berlin 1.014 Euro. Häufig sind Zusatzeinkünfte aus Vermietung oder Minijobs der Auslöser.
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Der Grundfreibetrag steigt 2025 auf 12.096 Euro (Ledige) bzw. 24.192 Euro (Verheiratete), 2026 auf 12.348 bzw. 24.696 Euro. Neurentner müssen 2026 bereits 84 Prozent ihrer Rente versteuern. Die Rentenerhöhung von 4,24 Prozent im Juli 2026 könnte zudem weitere Bezieher über die Freigrenzen heben. Juristen warnen: Auch hochbetagte Senioren müssen mit Nachforderungen rechnen, wenn jahrelang keine Erklärung abgegeben wurde.
Minijobs: Neue Optionen für Rentner
Seit Juli 2026 können Bezieher einer vorgezogenen Alters- oder Erwerbsminderungsrente ihre Befreiung von der Rentenversicherungspflicht im Minijob einmalig zurücknehmen. Die Verdienstgrenze liegt aktuell bei 603 Euro monatlich. Wer einen Eigenanteil von 3,6 Prozent des Entgelts zahlt, sammelt zusätzliche Entgeltpunkte und steigert so die spätere Regelaltersrente. Vollrentner können per schriftlichem Verzicht ebenfalls freiwillige Beiträge leisten.
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