Mehrwegquote, Getränken

Mehrwegquote stagniert: Nur 34,5% statt 70% bei Getränken

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 00:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die FMTG senkt ihre Emissionen deutlich und erhöht den Ökostromanteil. Ein Webinar diskutiert Greenwashing-Risiken bei freiwilligen Berichten.

Nachhaltigkeitsberichte: FMTG zeigt Fortschritte bei CO2-Reduktion
Abstrakte Darstellung von Nachhaltigkeitsberichten mit digitalen Datenströmen, die auf einen Globus zulaufen, umgeben von grünen Energiesymbolen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Immer mehr Firmen legen freiwillig Nachhaltigkeitsberichte vor, die sich an den neuen europäischen Standards orientieren. Die FMTG (Falkensteiner Michaeler Tourism Group) hat als eines der ersten Unternehmen einen solchen Bericht für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht.

Klarer Fortschritt bei Emissionen und erneuerbaren Energien

Die Tourismusgruppe konnte ihre Scope-2-Emissionen um 27 Prozent auf 8.288 Tonnen CO2 senken. Gleichzeitig stieg der Anteil erneuerbarer Energien von 49,5 auf 54,6 Prozent. Alle neun österreichischen Hotelstandorte sind inzwischen mit dem staatlichen Umweltzeichen und dem EU Ecolabel zertifiziert.

Die Ziele für die Zukunft sind ambitioniert: Bis 2030 soll der Ökostromanteil auf 70 Prozent klettern, bis 2035 die Wärmeversorgung komplett fossilfrei sein. Einen detaillierten Klimaübergangsplan gibt es für 2026.

Experten diskutieren über Greenwashing-Risiken

Die freiwillige Berichterstattung steht im Fokus eines Webinars am 23. Juli. Das UN Global Compact Netzwerk Österreich hat Doris Lohwasser (Grant Thornton), Anita Wagner-Lang (Raiffeisen Bank International) und Jan Draxler eingeladen. Sie sprechen über die doppelte Wesentlichkeitsanalyse und wie Unternehmen Greenwashing-Vorwürfen vorbeugen können.

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Wenn Ziele verfehlt werden – die harte Realität

Nicht überall läuft die Transformation nach Plan. Die Münchner Stadtwerke (SWM) verfehlten ihr Ökostromziel für 2025 um zwölf Prozent. Statt 6,2 Terawattstunden (TWh) kamen nur 5,44 TWh aus erneuerbaren Quellen. Besonders deutlich war der Rückstand bei der Photovoltaik: Das Ziel wurde um 47 Prozent verfehlt.

Die Gründe: Netzabriegelungen, Projektverzögerungen und Trockenperioden. Zudem sank die Zahl der Ökostromkunden von 232.000 im Jahr 2021 auf 192.000.

Mobilität als großer Emissionsfaktor

Die Leibniz Universität Hannover (LUH) hat im Juli 2026 ein erstes Mobilitätskonzept mit 21 Einzelmaßnahmen veröffentlicht. Der Hintergrund: Mobilitätsbedingte Emissionen machen rund 27 Prozent der Treibhausgasbilanz aus. Dienstreisen sind mit 56 Prozent der größte Posten, gefolgt von der Pendelmobilität mit 38 Prozent. Die Uni plant unter anderem den Ausbau des Radverkehrs und der E-Ladeinfrastruktur.

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Stagnierende Quoten im Verpackungssektor

Die Deutsche Umwelthilfe schlägt Alarm: Die gesetzliche Mehrwegquote für Getränke lag 2024 bei nur 34,5 Prozent – das Ziel sind 70 Prozent. Einweg-Plastikflaschen machten 38,6 Prozent aus, Getränkedosen 5,8 Prozent. „Die Quote stagniert seit 2020“, kritisiert Barbara Metz von der Umwelthilfe. Die Organisation fordert einen Mehrwegförderfonds und eine Abgabe auf Einwegverpackungen.

Positive Beispiele aus der Industrie

Es gibt auch Erfolgsmeldungen: Der Standort der Vorwerk Elektrowerke in Wuppertal produziert nach eigenen Angaben seit 2022 klimaneutral. Jährlich laufen dort 2,5 Millionen Motoren vom Band. Auch Mittelständler wie Richter Aluminium treiben die CO2-Neutralität voran – unter anderem durch Investitionen in die Modernisierung energieintensiver Strangpresswerke.

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