Schröders, Besuch

Mehrheit findet Schröders Besuch bei Putin unangemessen

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 11:46 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der Besuch von Altkanzler Gerhard Schröder beim russischen Präsidenten Wladimir Putin zu dessen Geburtstag stößt laut einer Umfrage auf Unverständnis bei der Mehrheit der Menschen hierzulande.

56 Prozent finden es unangemessen, dass ein früherer Kanzler eine solche Einladung annimmt, wie eine repräsentative Yougov-Umfrage unter 1.219 Menschen für die Deutsche Presse-Agentur zeigt. Ein Viertel findet das angemessen, ein Fünftel antwortete mit "weiß nicht" oder machte keine Angaben.

In der Beurteilung der Visite des 82-Jährigen in Moskau gibt es Unterschiede zwischen Ost und West. In Ostdeutschland finden nur 42 Prozent den Besuch unangemessen, und 34 Prozent sagen, er sei angemessen. Hier antworteten 24 Prozent mit "weiß nicht" oder machten keine Angabe.

Der frühere SPD-Chef Schröder hatte bei Putin am Mittwoch dessen 74. Geburtstag gefeiert, wie der Kreml berichtete. "Der Präsident lud seinen alten Freund zu sich nach Hause ein." Gezeigt wurden auch Fotos, auf denen die beiden lächelnd ihre Hände fest umeinander verschließen.

Enge Freundschaft seit vielen Jahren

Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler. Der 82-Jährige ist mit Putin eng befreundet und steht unter anderem wegen dieser engen Verbindung und seines geschäftlichen Engagements für russische Energieunternehmen seit Jahren in der Kritik.

Auch seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat sich Schröder wiederholt mit Putin getroffen, gegen den seit 2023 ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen vorliegt. Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, sagte dem "Tagesspiegel" (Samstag): "Es ist widerlich, dass ein Altkanzler den Kriegsverbrecher so herzlich umarmt."

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