Existenzgründung, Nordrhein-Westfalen

Mehr Gewerbegründungen in Deutschland – Nordrhein-Westfalen liegt vorn

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 13:10 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Trotz schwacher Konjunktur hat das Gründungsgeschehen in Deutschland im ersten Halbjahr zugenommen. Besonders viele neue Betriebe entstanden in Nordrhein-Westfalen.

NRW, Bayern und Baden-Württemberg liegen in der Auswertung vorne.  - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
NRW, Bayern und Baden-Württemberg liegen in der Auswertung vorne. - Bild: Sebastian Gollnow/dpa

In Deutschland sind im ersten Halbjahr mehr gewerbliche Betriebe gegründet worden als ein Jahr zuvor.

Mehr Gründungen als im Vorjahr

Nach einer Auswertung des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn wurden von Januar bis Juni rund 143.000 gewerbliche Existenzgründungen registriert. Im ersten Halbjahr 2024 waren es 132.000 gewesen. Die Zahl der Unternehmensschließungen lag im gleichen Zeitraum bei 127.000 und damit auf demselben Niveau wie im Vorjahreszeitraum.

Betriebe mit Hauptniederlassung legen besonders zu

Besonders stark fiel der Zuwachs bei Betrieben mit Hauptniederlassung aus. Hier wurden bundesweit rund 53.600 Neugründungen gezählt, deutlich mehr als im ersten Halbjahr 2024. Solche Unternehmen gelten als wirtschaftlich bedeutsam, weil sie in der Regel Arbeitsplätze schaffen.

Bei den Schließungen dieser Betriebe zeigte sich ebenfalls Bewegung: Von Januar bis Juni wurden 35.700 Betriebe mit Hauptniederlassung aufgegeben. Das waren mehr als im ersten Halbjahr 2024.

Nordrhein-Westfalen vorne

Unter den Bundesländern verzeichnete Nordrhein-Westfalen die meisten Gründungen von Betrieben mit Hauptniederlassung. Danach folgten Bayern und Baden-Württemberg. Auch Hessen legte deutlich zu, während Bremen, Saarland und Mecklenburg-Vorpommern die niedrigsten Werte aufwiesen.

Besonders viele gewerbliche Gründungen entfielen auf Handel, Gastgewerbe, Baugewerbe und sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen. In diesen Bereichen wurden zugleich auch die meisten Unternehmen geschlossen.

Gründungen trotz Konjunkturschwäche

Die Entwicklung zeigt, dass der deutsche Gründungsmarkt auch in einem schwachen wirtschaftlichen Umfeld anzieht. Für viele Menschen wird der Schritt in die Selbstständigkeit offenbar nicht trotz, sondern gerade wegen der unsicheren Lage attraktiver, weil Alternativen auf dem Arbeitsmarkt knapper werden.

NRW bleibt der größte Standort

Dass Nordrhein-Westfalen bei den Betrieben mit Hauptniederlassung vorne liegt, passt zur Größe und wirtschaftlichen Breite des Landes. Für den Standort spricht vor allem die hohe Zahl an potenziell arbeitsplatzschaffenden Gründungen, die längerfristig die regionale Dynamik stützen kann.

Bedeutung für Wirtschaft und Arbeit

Gleichzeitig bleibt die Zahl der Schließungen hoch, was zeigt, dass Neugründungen in einem schwierigen Marktumfeld einem erheblichen Risiko ausgesetzt sind. Besonders wichtig ist deshalb nicht nur die Gründung selbst, sondern auch die Frage, wie viele junge Betriebe sich am Markt halten und tatsächlich Beschäftigung aufbauen.

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