Sabotage-Verdachtsfälle, Sachsen

Mehr als 160 Sabotage-Verdachtsfälle: Sachsen richtet neues KRITIS-Gremium ein

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 00:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das sächsische Innenministerium bündelt Ressorts und Sicherheitsbehörden für eine Bestandsaufnahme und eine ressortübergreifende Schutzstrategie.

Sachsen schafft Sicherheitsgremium zum Schutz kritischer Infrastruktur
Weitläufige elektrische Umspannstation mit Transformatoren und Hochspannungsmasten in der Abenddämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Rund einen Monat nach Sabotageakten auf das deutsche Stromnetz reagiert der Freistaat Sachsen mit neuen organisatorischen Maßnahmen. Wie Medien am 6. Oktober 2026 berichteten, richtet das sächsische Innenministerium das Koordinierungsgremium Sicherheit und KRITIS-Schutz ein.

Die Initiative wurde von Innenminister Armin Schuster (CDU) gemeinsam mit Dirk Panter (SPD) vorgestellt. Vorausgegangen waren mutmaßliche Angriffe eines 48-Jährigen auf Stromnetze in mehreren Bundesländern. Schuster erklärte hierzu, dass er sich aus der neuen Struktur klare Impulse für den Schutz sensibler Bereiche erwarte.

Umfassende Bestandsaufnahme und Vorbereitung auf Krisenszenarien

Die primäre Aufgabe der neuen Einheit besteht in einer vollständigen Erhebung und Bestandsaufnahme der kritischen Infrastruktur im Freistaat. Auf Basis dieser Daten soll eine ressortübergreifende Sicherheitsstrategie erarbeitet und dem Landeskabinett vorgelegt werden.

Das Gremium soll sich mit verschiedenen Gefahrenlagen befassen. Dazu zählen militärische Angriffe, Pandemien und Naturkatastrophen ebenso wie großflächige Stromausfälle, wie sie sich zu Jahresbeginn in Berlin ereignet hatten.

Ein weiterer Anlass für die Neuausrichtung war ein Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle. Dieser hatte zwar 14 Tage lang erheblichen Arbeitsaufwand nach sich gezogen, jedoch seinerzeit keine offizielle Alarmbereitschaft ausgelöst.

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Schnittstelle zwischen Sicherheitskabinett und Verwaltung

Organisatorisch wird das Koordinierungsgremium zwischen dem Sicherheitskabinett und dem Verwaltungsstab verortet. Es ist direkt beim Innenministerium angesiedelt, während die Leitung beim Chef der Staatskanzlei liegt. Zu den ständigen Mitgliedern gehören Staatssekretäre und Amtschefs verschiedener Ressorts; beteiligt sind unter anderem das Wirtschafts- und Energieministerium sowie das Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft.

Zusätzlich werden Vertreter von Sicherheitsbehörden fallweise als Gäste eingebunden. Vorgesehen ist die Teilnahme des Polizeipräsidiums, des Präsidenten des Landesamts für Verfassungsschutz sowie des Generalstaatsanwalts.

Auch die eigentlichen Betreiber kritischer Infrastrukturen sollen als externe Experten hinzugezogen werden. Für das Gremium wird auf den Aufbau neuer bürokratischer Strukturen verzichtet: Es werden weder ein eigenes Amt gegründet noch zusätzliche Personalstellen geschaffen.

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Wachsende Bedrohungslage für sensible Anlagen

Die sächsische Initiative fügt sich in ein bundesweit verschärftes Gefahrenumfeld ein. Nach Behördenangaben wurden bis August 2026 mehr als 160 Verdachtsfälle von Sabotage sowie über 740 Drohnensichtungen über sensiblen Anlagen in Deutschland erfasst.

Zudem hatte der Vorstandschef von Siemens Energy, Christian Bruch, im September 2026 darauf hingewiesen, dass die deutsche Energieinfrastruktur aufgrund ihrer Rolle als Transitland in besonderem Maße exponiert sei. Mit der Bündelung von Fachressorts und Sicherheitsbehörden will Sachsen nun schneller auf Störungen und Angriffe dieser Art reagieren.

Mehr zum Thema bei MDR: „Nach Sabotage: Sachsen richtet neues Sicherheitsgremium ein“

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