Medizinprodukte: Neue Sicherheitslücken bei Implantaten zwingen Kliniken zum Umdenken
21.06.2026 - 18:20:40 | boerse-global.de
Steigende regulatorische Anforderungen und neue Sicherheitslücken bei Implantaten zwingen Kliniken zum Umdenken.
Am 20. Juni 2026 trafen sich Experten im Universitätsklinikum Erlangen zur 18. Erlanger AEMP-Fachtagung. Die von der Deutschen Gesellschaft für Sterilgutversorgung (DGSV) anerkannte Veranstaltung widmete sich den Aufgaben der Aufbereitungseinheiten für Medizinprodukte (AEMP). Für das Fachpublikum diente sie als Aktualisierungsmaßnahme nach der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (§5 MPBetreibV). Parallel dazu zeigte eine Industrieausstellung aktuelle Technologien für die Sterilgutlogistik.
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Externe Prüfungen nach Implantat-Skandal
Die Relevanz lückenloser Überwachung wird durch aktuelle Untersuchungen in der Schweiz unterstrichen. Die Insel Gruppe lässt den Einsatz des Cardioband-Systems am Inselspital extern prüfen. Hintergrund: Eine Administrativuntersuchung am Universitätsspital Zürich hatte im Mai 2026 Mängel und eine erhöhte Sterblichkeit zwischen 2016 und 2020 im Zusammenhang mit diesem System festgestellt.
Am Inselspital liegen bei 36 Implantationen bislang keine Hinweise auf Sicherheitsprobleme vor. Dennoch soll eine Prüfung unter der Leitung von Prof. René Prêtre die Versorgungsqualität sicherstellen. Das Cardioband-System ist inzwischen vom Markt genommen. Solche Vorfälle zeigen: Der gesamte Lebenszyklus von Medizinprodukten – von der Implantation bis zur Aufbereitung – muss streng überwacht werden.
Neue Handschuhe und mobile Sensoren
Mitte Juni präsentierte INTCO Medical auf der WHX in Miami neue synthetische Latexhandschuhe. Sie sollen mit einer Dehnfähigkeit von über 600 Prozent und einer allergenfreien Zusammensetzung überzeugen. Ziel: bessere Ergonomie und mehr Arbeitsschutz im Gesundheitswesen.
Auch mobile Überwachungssysteme gewinnen an Bedeutung. Beim Praxistag für Einsatzmedizin am 26. Juni 2026 in Aerzen steht ein kompakter Sensor des Herstellers cosinuss° im Fokus. Das Gerät wiegt nur 8,6 Gramm und ermöglicht mobiles Patientenmonitoring – besonders relevant für Rettungsdienste und die taktische Medizin.
IT-Sicherheit als neues Risikofeld
Neben der physischen Aufbereitung rückt die digitale Integrität der Krankenhäuser in den Fokus. Am 25. Juni 2026 findet im Bethanien Krankenhaus Moers der 6. Fokustag IT-Sicherheit statt. Die Veranstaltung behandelt gesetzliche Vorgaben wie das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) und die NIS2-Richtlinie.
Die zunehmende Vernetzung medizinischer Geräte stellt IT-Verantwortliche in Kliniken vor völlig neue Herausforderungen bei der Risikobewertung. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Cyberbedrohungen Unternehmer und IT-Leiter jetzt zwingend kennen müssen. Kostenlosen Cyber-Security-Report sichern
Ein Schwerpunkt: das Asset Management für vernetzte medizinische Geräte (IoMT). Die Sicherung dieser Infrastruktur gilt als essenziell für den Betrieb der Aufbereitungseinheiten und die gesamte klinische Versorgung. Experten warnen: Die zunehmende Vernetzung von Medizintechnik erfordert neue Risikomanagement-Strategien, um den Schutz kritischer Infrastrukturen (KRITIS) zu gewährleisten.
