Medienhaus DuMont: 57 Stellen fallen bis September weg
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 21:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Medienhaus Kölner Stadt-Anzeiger Medien (DuMont) leitet eine tiefgreifende Umstrukturierung ein. Zum 30. September 2026 wird die Rheinische Redaktionsgemeinschaft (RRG) geschlossen, wodurch 57 Vollzeitstellen entfallen. Das Unternehmen begründet diesen Schritt mit dem digitalen Wandel und dem verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz in der Produktion.
Die Kölner Stadt-Anzeiger Medien reagieren auf die anhaltend sinkenden Auflagen im Printgeschäft mit einer weitreichenden Neuausrichtung. Wie das Unternehmen mitteilte, soll die Rheinische Redaktionsgemeinschaft ihre Tätigkeit zum 30. September 2026 einstellen.
Betroffen von diesem Schritt sind 57 Vollzeitstellen. Ab dem 1. Oktober 2026 soll die Regionalproduktion neu aufgestellt werden, wobei ein Fokus auf digitalen Produktionsprozessen und KI-Automatisierung liegt.
Strategische Neuausrichtung und Automatisierung
Der CEO der Kölner Stadt-Anzeiger Medien, Oliver Eckert, begründete den Wegfall der Aufgaben mit den grundlegenden Veränderungen im Medienmarkt. Es sei notwendig, Strukturen dort anzupassen, wo der Markt schrumpfe.
Dennoch betonte die Unternehmensführung, dass die inhaltliche Qualität gewahrt bleiben solle. Chefredakteur Gerald Selch erklärte hierzu, dass man zwar Produktionsschritte automatisiere, dies jedoch ausdrücklich nicht für den Journalismus an sich gelte.
Trotz des Stellenabbaus bei der RRG beschäftigt das Medienhaus weiterhin 256 Redakteure. Nach Unternehmensangaben wurden zuletzt über 30 neue Stellen geschaffen, zudem kamen fast 100 Mitarbeiter durch Akquisitionen hinzu.
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Die bestehenden Tageszeitungen sollen weiterhin erscheinen, wobei die regionale Berichterstattung künftig von digitalen Regio-Teams übernommen wird. Parallel dazu ist der Start von fünf lokalen Digitalportalen geplant. Für die Leser der gedruckten Ausgaben sollen sich durch die Umstellung keine Änderungen ergeben.
Kritik von Gewerkschaften und Betriebsrat
Die angekündigten Maßnahmen stießen bei Arbeitnehmervertretern auf deutliche Ablehnung. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisierte das Vorgehen scharf und warf dem Mutterkonzern DuMont vor, die Zeitungslandschaft vor die Wand zu fahren.
Auch die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) äußerte Kritik am Stellenabbau. Die Gewerkschaft fordert eine transparente Stellenbilanz, verbindliche Übernahmeangebote für die betroffenen Mitarbeiter sowie einen fairen Sozialplan.
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Der Betriebsrat der Kölner Stadt-Anzeiger Medien befindet sich bereits in Verhandlungen über einen solchen Sozialplan. Berichten zufolge verlief eine Versammlung der Belegschaft unter emotionalen Vorzeichen. Die aktuelle Entscheidung folgt auf eine bereits vorangegangene Reduzierung der Belegschaft: In der Vergangenheit waren bereits 31 Stellen bei der Kölnischen Rundschau gestrichen worden.
Marktkontext und digitale Transformation
Die Schließung der RRG markiert einen weiteren Schritt in der Transformation des Kölner Medienhauses zu einem primär digital orientierten Unternehmen. Die Einführung KI-gestützter Prozesse in der Produktion soll die Effizienz steigern und die Kostenstrukturen an die rückläufigen Einnahmen aus dem klassischen Zeitungsgeschäft anpassen.
Während die Regionalberichterstattung durch die neuen Regio-Teams sichergestellt werden soll, bleibt abzuwarten, wie sich der Wegfall der 57 Vollzeitstellen auf die langfristige redaktionelle Struktur der Region auswirken wird.
