Mautnachforderungen: ACE warnt vor verspäteten Forderungen aus dem Ausland
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 18:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Automobilclub ACE wies am 8. September 2026 darauf hin, dass Mautnachforderungen aus dem Ausland oft mit erheblicher Verzögerung bei den Betroffenen eintreffen.
Demnach können solche Zahlungsaufforderungen noch Wochen, Monate oder sogar Jahre nach der eigentlichen Reise im Briefkasten landen. Experten mahnen an, diese Schreiben keinesfalls zu ignorieren, da bei unbezahlter Maut je nach Reiseland empfindliche Zusatzgebühren und Sanktionen drohen können.
Free-Flow-Systeme und digitale Vignetten als Fehlerquelle
Ein wesentlicher Grund für die Zunahme nachträglicher Forderungen ist die Umstellung vieler europäischer Länder auf moderne Erfassungssysteme. Wie der EVZ Deutschland und der ADAC am 8. September 2026 mitteilten, führen insbesondere digitale Vignetten und sogenannte Free-Flow-Mautsysteme vermehrt zu Nachforderungen.
Solche Systeme, die ohne klassische Schlagbäume auskommen und die Fahrzeuge über digitale Mautbrücken erfassen, sind unter anderem in Italien, Frankreich, Spanien und Portugal im Einsatz.
In Frankreich wird das Autobahnnetz derzeit verstärkt auf diese digitalen Mautbrücken umgestellt. Für Reisende kann dies finanzielle Folgen haben: Werden die Gebühren in Frankreich nicht rechtzeitig beglichen, kann ein Bußgeld in Höhe von 375 Euro fällig werden.
Ein weiteres Problem stellen fehlerhafte Dateneingaben dar. Laut EVZ Deutschland und ADAC kann beispielsweise ein falsch eingegebenes Kennzeichen bei der Buchung einer E-Vignette dazu führen, dass die Zahlung als ungültig gewertet wird, was unter anderem in Ungarn zu Problemen führt.
Mautforderungen aus dem Ausland treffen oft erst Wochen, Monate oder sogar Jahre nach der Reise ein — und lassen sich nicht einfach ignorieren. Wer Fahrzeug, Kennzeichen, Datum und Strecke mit den eigenen Unterlagen abgleicht, erkennt unberechtigte Forderungen früh. Kostenlosen Maut-Ratgeber mit Prüf-Checkliste anfordern
Prüfpflichten und Einspruchsmöglichkeiten für Verbraucher
Bevor eine Zahlung geleistet oder ein Widerspruch eingelegt wird, sollten betroffene Fahrzeughalter die Forderung genau prüfen. Der ACE empfahl am 9. September 2026, das im Bescheid genannte Fahrzeug, das Kennzeichen sowie Datum, Uhrzeit und die genutzte Strecke mit den eigenen Reiseunterlagen abzugleichen.
Sollten berechtigte Zweifel an der Forderung bestehen, rät der Club dazu, die Zahlung zunächst nicht zu leisten, aber zwingend fristgerecht schriftlich zu widersprechen.
Auch unberechtigte Forderungen sollten nicht unbeantwortet bleiben, sondern müssen innerhalb der genannten Fristen förmlich angefochten werden. Für die Begründung des Einspruchs sollten relevante Belege wie Kontoauszüge über bereits gezahlte Mautgebühren oder Quittungen in Kopie beigefügt werden. Dabei ist zu beachten, dass für Bußgelder oft eigene, spezifische Einspruchsregeln gelten, die sich von den Regeln für einfache Mautnachforderungen unterscheiden können.
Vorsicht vor betrügerischen Zahlungsaufforderungen und Fake-Shops
Falsch eingegebenes Kennzeichen bei der E-Vignette, unklare Zahlungslinks oder ein Bußgeld von bis zu 375 Euro in Frankreich: Schon kleine Fehler bei der Buchung können teuer werden. Der Ratgeber zeigt, wie Sie seriöse Bezugsquellen erkennen und ungültige Buchungen von vornherein vermeiden. Jetzt kostenlosen Maut-Ratgeber sichern
Zusätzlich zu offiziellen Forderungen warnt der ACE vor betrügerischen Aktivitäten. In den vergangenen Tagen wurden vermehrt gefälschte Zahlungsaufforderungen beobachtet, die direkte Zahlungslinks enthalten. Verbraucher sollten bei solchen elektronischen Nachrichten vorsichtig sein und keine Links anklicken, die unmittelbar zur Zahlung auffordern.
Bereits im Juli warnte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zudem vor sogenannten Fake-Shops für Vignetten. Reisende sollten daher darauf achten, digitale Vignetten und Mautberechtigungen ausschließlich über offizielle Kanäle oder etablierte Verkaufsstellen zu beziehen, um sowohl finanzielle Verluste als auch spätere Nachforderungen durch ungültige Buchungen zu vermeiden.
