Massenentlassung, Jobs

Massenentlassung: 129 Jobs weg bei Siempelkamp Zweibrücken

04.06.2026 - 20:40:07 | boerse-global.de

Siempelkamp baut am Standort Zweibrücken massiv ab: 129 von 282 Jobs fallen weg. Die Fertigung wird aufgegeben, Politik und Gewerkschaft laufen Sturm.

Siempelkamp streicht fast die Hälfte der Stellen in Zweibrücken
Massenentlassung - Eine verlassene Fabrikhalle mit industriellen Maschinen, lange Schatten und ein einsamer Arbeiter, der bedrückt auf seine Hände blickt. 04.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Von den 282 Arbeitsplätzen sollen 129 wegfallen – ein harter Einschnitt für die Region.

Aus für die Eigenfertigung

Die Pläne sehen einen grundlegenden Strategiewechsel für das Werk im Stadtteil Bubenhausen vor. Statt eigener Fertigung soll sich der Standort künftig auf Endmontage, Service und Ersatzteilproduktion konzentrieren. Als Gründe nennt das Management die anhaltende Schwäche des Weltmarkts und den wachsenden Preisdruck aus China.

Bereits seit Monaten arbeitet die Belegschaft in Kurzarbeit. Nun droht rund der Hälfte der Beschäftigten die Kündigung. Das Werk, das früher unter dem Namen Pallmann firmierte, verliert damit einen Großteil seiner industriellen Kapazität.

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Politik und Gewerkschaft schalten sich ein

Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) zeigte sich bestürzt über das Ausmaß der Kürzungen. Er war am 1. Juni 2026 von den Plänen unterrichtet worden. „Das ist ein schwerer Schlag für Zweibrücken“, ließ er verlauten. Der OB hat bereits Gespräche mit der Unternehmensführung, dem Betriebsrat, der IG Metall und der Landesregierung von Rheinland-Pfalz aufgenommen.

Auch die Landtagsabgeordnete Daniela Stauch (SPD) und die Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner (SPD) haben sich eingeschaltet. Die IG Metall und der Betriebsrat kündigten Widerstand an. Die Gewerkschaft berichtet von einem Schock unter den Mitarbeitern und arbeitet gemeinsam mit der Technologieberatungsstelle (TBS) an einem Alternativkonzept zur Sicherung der Arbeitsplätze.

Was das Arbeitsrecht vorschreibt

Weil die geplanten Entlassungen die Schwellenwerte für Betriebsänderungen überschreiten, greifen mehrere gesetzliche Regelungen. Da mehr als 100 Mitarbeiter betroffen sind, ist eine Massenentlassungsanzeige nach Paragraf 17 des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG) erforderlich.

Der Betriebsrat muss zwingend beteiligt werden. Für die Verhandlungen über einen Sozialplan und einen Interessenausgleich gelten die Vorgaben des Betriebsverfassungsgesetzes (BetrVG). Zwar sind die angekündigten Kürzungen noch keine formellen Kündigungen – doch sobald die einzelnen Schreiben verschickt werden, haben die Betroffenen drei Wochen Zeit für eine Kündigungsschutzklage.

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Krisenstimmung in der Region

Der Stellenabbau bei Siempelkamp reiht sich ein in eine Serie von Hiobsbotschaften für die Industrie in Südwestdeutschland. Erst kürzlich hatte der Haushaltsgerätehersteller Groupe SEB angekündigt, die Produktion an drei deutschen Standorten einzustellen – in Hayingen, Riedlingen und Diez sind davon rund 250 Mitarbeiter betroffen.

Für den 12. Juni 2026 haben Industrievertreter im Saarland zudem eine Großdemonstration angekündigt. Sie protestieren gegen die unsichere Zukunft von Großprojekten wie „Green Steel“ – belastet durch steigende Kosten und sich ändernde regulatorische Rahmenbedingungen in der EU.

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