Maschinenverordnung, Cybersicherheits-Anforderungen

Maschinenverordnung 2027: Neue Cybersicherheits-Anforderungen für Pressen

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 02:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die sechste Buchauflage verbindet Vorgaben der EU-Maschinenverordnung mit Cybersecurity, Wartung und Unfallverhütung an Pressenanlagen.

Neues Praxisbuch bündelt Pressensicherheit und EU-Maschinenrecht
Moderne Industriepresse in einer sauberen Fertigungshalle mit Fokus auf Sicherheitsvorrichtungen und Metallstruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im September 2026 erscheint die sechste, vollständig aktualisierte Auflage des Praxisbuchs „Unfallverhütung durch Sicherheit an Pressen und in Pressereien“. Das im Erich Schmidt Verlag veröffentlichte Werk umfasst 632 Seiten (ISBN 978-3-503-23898-9) und dient als umfassendes Referenzmedium für Sicherheitsverantwortliche und Anlagenbetreiber in der metallverarbeitenden Industrie. Die Neuausgabe reagiert auf die tiefgreifenden regulatorischen und technologischen Veränderungen, die die Branche derzeit prägen.

Regulatorischer Wandel durch die neue EU-Maschinenverordnung

Ein zentraler Schwerpunkt der Publikation liegt auf der Anpassung an die EU-Maschinenverordnung 2023/1230. Diese wird ab dem 20. Januar 2027 die bisherige Maschinenrichtlinie 2006/42/EG verbindlich ersetzen, wobei die Übergangsfrist am 19. Januar 2027 endet.

Die neue Verordnung bringt verschärfte Anforderungen in Bereichen wie Cybersicherheit, Softwareintegrität und lernfähigen Systemen mit sich. Zudem wird der Risikobegriff erweitert und das Konzept der „wesentlichen Veränderung“ an Maschinen präzisiert.

In diesem Zusammenhang wies Jens Müller (CMSE) Ende August auf den erheblichen Verwaltungsaufwand hin, den die Umstellung für Unternehmen bedeutet. Das Praxisbuch unterstützt Betriebe hierbei durch detaillierte Erläuterungen zu Gefährdungsbeurteilungen, Sicherheitssteuerungen und der Erstellung kombinierter EG-/EU-Konformitätserklärungen.

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Wachsende Bedrohung durch Cyberangriffe auf Steuerungssysteme

Die Relevanz aktueller Sicherheitsliteratur wird durch jüngste Warnungen internationaler Behörden unterstrichen. Ende August 2026 informierten US-Behörden, darunter die NSA, CISA und das FBI, über aktive Cyberangriffe auf Siemens-Steuerungen der Reihe S7 (einschließlich der Serien S7-200 bis S7-1500 sowie der F-Series). Die Angreifer setzen dabei auf KI-generierte Skripte und Internet-Scanning-Tools wie Censys oder ZoomEye, um Schwachstellen zu identifizieren.

Als Abwehrmaßnahmen werden in Fachkreisen eine strikte Netzwerksegmentierung, das Blockieren von Port 102 sowie die Implementierung von Multi-Faktor-Authentisierung (MFA) empfohlen. Das neue Praxisbuch adressiert diese Entwicklungen im Kapitel zur Datensicherheit und Instandhaltung, um Prozessstörungen, Anlagenschäden und Datenverlust vorzubeugen.

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Technische Instandhaltung und operative Sicherheit

Neben den digitalen Herausforderungen bleibt die mechanische und hydraulische Sicherheit ein Kernbestandteil der Unfallverhütung. Das Fachbuch enthält über 200 Abbildungen und ein umfangreiches Verzeichnis der geltenden Normen und DGUV-Regeln. Es verdeutlicht die Notwendigkeit präziser Wartungsprotokolle, wie sie etwa bei gängigen Modellen wie der Abkantpresse Amada RG 80 erforderlich sind.

Hierzu zählen tägliche Ölstandskontrollen, monatliche Prüfungen der Parallelität mit einer Toleranz von 0,05 mm/m sowie die Einhaltung spezifischer Druckwerte im Hydrauliksystem zwischen 150 und 160 bar.

Ergänzend dazu gewinnen hochperformante Sicherheitskomponenten an Bedeutung. Ein Beispiel ist die Sicherheitskupplung ST5 von R+W Antriebselemente, die für Schwerlastanwendungen konzipiert ist. Diese Komponente deckt Drehmomentbereiche von 200 bis 40.000 Nm ab und ermöglicht bei Drehzahlen von bis zu 8.500 min-1 eine Reduzierung des Gewichts und der Massenträgheit um bis zu 40 Prozent, was die Sicherheit bei plötzlichen Lastwechseln erhöht.

Das Erscheinen der 6. Auflage bietet Unternehmen somit eine aktuelle Grundlage, um sowohl die mechanischen Anforderungen als auch die neuen digitalen Sicherheitsvorgaben der kommenden EU-Regularien rechtzeitig umzusetzen.

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