Maschinensicherheit: Neue DIN EN 17975 für Lockout-Tagout ab sofort
17.06.2026 - 08:01:06 | boerse-global.de
Seit dem 16. Juni 2026 gilt europaweit ein einheitlicher Standard für die Sicherung von Maschinen bei Wartungsarbeiten. Die neue DIN EN 17975 definiert verbindliche Regeln für das Lockout-Tagout-Verfahren (LOTO) – also die Kontrolle gefährlicher Energien während Instandhaltungsarbeiten.
Die Norm konkretisiert die Anforderungen für elektrische, pneumatische, hydraulische, mechanische und thermische Energiequellen. Ziel: Unfälle durch unerwartetes Anlaufen von Maschinen verhindern.
Die neue Norm zur Maschinensicherheit unterstreicht die Notwendigkeit einer lückenlosen Dokumentation im Arbeitsschutz. Dieser kostenlose Report hilft Ihnen, rechtssichere Gefährdungsbeurteilungen zu erstellen, die von Aufsichtsbehörden sofort anerkannt werden. Gefährdungsbeurteilung: Jetzt kostenlose Vorlagen und Checklisten sichern
Branchenverbände forcieren Prävention
Parallel zur neuen Norm treiben Verbände die betriebliche Sicherheit voran. Der VDSI und Vertreter der Arbeitsmedizin unterzeichneten am 11. Juni 2026 in Berlin die „Berliner Erklärung zur interdisziplinären Prävention“. Anlässlich seines 75-jährigen Bestehens vereinbarte der Verband eine engere Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsfachkräften und Arbeitsmedizinern.
Die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) startete zur Aktionswoche Alkohol zudem ein digitales Trainingsprogramm zur Suchtprävention. Es vermittelt Strategien für den betrieblichen Umgang mit Suchtrisiken.
Arbeitgeber bleiben weiterhin gesetzlich verpflichtet, regelmäßige Sicherheitsprüfungen nach DGUV Vorschrift 3 durchzuführen. Für gewerblich genutzte Elektrogeräte ist mindestens eine jährliche Prüfung Pflicht. Die Kosten pro Gerät liegen zwischen 50 und 200 Euro.
BIM-Kurse ausgebucht – Digitalisierung boomed
Der Bedarf an technischer Weiterbildung ist enorm. Ein Online-Training zum Basiswissen im Building Information Modeling (BIM) nach dem internationalen buildingSMART-Rahmenlehrplan ist bereits ausgebucht. Die Teilnehmer zahlen rund 1.440 Euro für die Vermittlung digitaler Planungsgrundlagen. Das Training startet Ende Juni.
Auch andere digitale Methoden gewinnen an Bedeutung. Schulungsprogramme fokussieren zunehmend auf Laserscanner und LiDAR-Technologie zur Gebäudevermessung. Im Brandschutz setzen Experten verstärkt auf digitale Zwillinge – 3D-Scans ermöglichen eine präzisere Planung im Gebäudebestand.
Die Handwerkskammer Mannheim bietet Anfang Juli ein Seminar zum digitalen Projektmanagement an. Themen sind unter anderem die digitale Baustellendokumentation und Zeiterfassung.
Neue Wege zum Gesellenbrief
Der ZVEH hat ein neues Teilqualifizierungs-Set für die Elektro- und Gebäudetechnik veröffentlicht. Es besteht aus sieben Modulen und richtet sich an Mitarbeiter ab 25 Jahren. Über eine Externenprüfung können sie den Gesellenbrief erwerben. Die Bundesagentur für Arbeit fördert die Maßnahme.
Der Umgang mit elektrischen Anlagen erfordert nicht nur fachliche Qualifikation, sondern auch eine lückenlose Unterweisung der Mitarbeiter. Bereiten Sie Ihre nächste Elektro-Unterweisung in der Hälfte der Zeit vor – mit dieser rechtssicheren und vollständig anpassbaren PowerPoint-Vorlage. Kostenlose Muster-Vorlage für die Elektro-Unterweisung herunterladen
Bauwirtschaft unter Druck
Die Qualifizierungsinitiativen fallen in eine schwierige Zeit für die Bauwirtschaft. Der ZDB, HDB und die IG BAU weisen in einem aktuellen Positionspapier auf massive Probleme hin: 2025 wurden nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt – bei einem kalkulierten Bedarf von 400.000 Einheiten pro Jahr.
Die Verbände fordern eine Ausweitung der KfW-Förderung, besonders für den Standard EH 55. Zudem verlangen sie beschleunigte Genehmigungsverfahren für die über 450.000 bereits genehmigten, aber noch nicht begonnenen Bauprojekte.
NIS2-Richtlinie: Neue Pflichten für Unternehmen
Auch die IT-Sicherheit rückt in den Fokus. Für Ende Juli ist eine Informationsveranstaltung zur Umsetzung der NIS2-Richtlinie in deutsches Recht angekündigt. Besonders im Mittelstand und bei kritischer Infrastruktur steigen die Anforderungen. Die Haftung der Geschäftsleitung und neue Meldepflichten bei IT-Sicherheitsvorfällen stehen im Mittelpunkt.
