Maschinenbau, VDMA

Maschinenbau: VDMA erwartet erst 2027 wieder Produktionsplus

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 08:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der VDMA erwartet für den Maschinenbau erst 2027 wieder ein Produktionsplus. Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit einem weiteren Rückgang der realen Produktion.

Die Volkswirte des Maschinenbauverbandes VDMA haben ihre Produktionsprognose für 2026 erneut nach unten gesetzt. Im nächsten Jahr sieht es besser aus für Deutschlands Maschinen- und Anlagenbauer. (Symbolbild) - Bild: Bernd Weißbrod/dpa
Die Volkswirte des Maschinenbauverbandes VDMA haben ihre Produktionsprognose für 2026 erneut nach unten gesetzt. Im nächsten Jahr sieht es besser aus für Deutschlands Maschinen- und Anlagenbauer. (Symbolbild) - Bild: Bernd Weißbrod/dpa

Deutschlands Maschinenbauer rechnen nach einer erneuten Korrektur ihrer Prognose erst 2027 wieder mit Wachstum.

Prognose für 2026 weiter gesenkt

Für das laufende Jahr erwartet der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau ein reales Produktionsminus von zwei Prozent. Im Juni hatte der Branchenverband seine Prognose für 2026 bereits von einem Prozent Plus auf Stagnation zurückgenommen.

Schwache Auslastung belastet die Branche

Nach Angaben des VDMA lag die Produktion in den ersten sieben Monaten des Jahres real um 4,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Die technischen Kapazitäten seien deutlich unterausgelastet geblieben.

Hoffnung auf 2027

Für 2027 stellt der Verband ein reales Produktionsplus von drei Prozent in Aussicht. Zunehmende Bestellungen aus Nicht-Euro-Ländern hätten die Auftragslage zuletzt verbessert, reichten aber nicht aus, um die schwache erste Jahreshälfte auszugleichen.

Risiken im Auslandsgeschäft

Als Belastungen nennt der Verband geopolitische Spannungen, die US-Zollpolitik und das schwache Chinageschäft. Entscheidend für einen dauerhaften Aufschwung seien nach Einschätzung des VDMA bessere Investitionsbedingungen und eine gestärkte Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.

Industrie unter Druck

Der Maschinenbau zählt zu den wichtigsten Industriebranchen Deutschlands und reagiert besonders sensibel auf Weltkonjunktur, Investitionen und Handelskonflikte. Wenn der Verband erst für 2027 wieder ein Produktionsplus erwartet, signalisiert das eine anhaltend schwache Auslastung in einem Sektor, der stark vom Export abhängt.

Für die Unternehmen ist die Kombination aus sinkender Produktion, schwachen Inlandsimpulsen und Belastungen im Auslandsgeschäft mehr als ein kurzfristiges Stimmungstief. Sie deutet darauf hin, dass Aufträge zwar zurückkehren können, die Branche aber erst dann nachhaltig wächst, wenn Investitionen breiter anziehen und die Standortbedingungen spürbar besser werden.

Was die Prognose bedeutet

Die Erwartung eines Minus von zwei Prozent im laufenden Jahr und eines späteren Plus von drei Prozent im Folgejahr macht deutlich, wie verzögert die Erholung in der Industrie ankommt. Für Beschäftigte, Zulieferer und Maschinenbauer selbst bedeutet das weiter hohen Kostendruck, vorsichtige Investitionspläne und wenig Spielraum für schnelle Entspannung.

Politisch rückt damit erneut die Frage in den Mittelpunkt, ob staatliche Investitionsprogramme, bessere Finanzierung und verlässliche Rahmenbedingungen tatsächlich schnell genug Wirkung entfalten. Für Leser ist die Meldung vor allem deshalb relevant, weil sie ein Signal für die gesamte deutsche Industrie liefert: Ohne robustere Nachfrage und mehr Investitionen bleibt die Erholung im Maschinenbau anfällig.

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