Maschinenbau erhält im September 14 Prozent mehr Aufträge
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 09:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWSMaschinenbau erreicht mehr Bestellungen
- Der VDMA meldet für September preisbereinigt 14 Prozent mehr Aufträge als im Vorjahresmonat.
- Bestellungen aus dem Inland stiegen um 22 Prozent, aus dem Ausland kamen 11 Prozent mehr Aufträge.
- Von Januar bis September wuchs das Neugeschäft um 5 Prozent, im Euro-Raum sank es um 5 Prozent.
Maschinenbau erhält im September deutlich mehr Aufträge
Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer haben im September deutlich mehr Bestellungen erhalten als ein Jahr zuvor. Preisbereinigt stieg der Auftragseingang um 14 Prozent, teilte der Branchenverband VDMA mit.
Inland treibt den Zuwachs
Besonders stark legte das Inlandsgeschäft zu: Die Bestellungen lagen 22 Prozent über dem Vorjahreswert. Aus dem Ausland kamen 11 Prozent mehr Aufträge.
Der starke Gesamtzuwachs steht allerdings teilweise im Zusammenhang mit einer schwachen Vergleichsbasis. Im September 2025 waren die Bestellungen nach Angaben des Verbandes um 19 Prozent zurückgegangen.
Euro-Raum bleibt schwach
Für die ersten neun Monate des laufenden Jahres ergibt sich ein Auftragsplus von 5 Prozent. Das Neugeschäft im Euro-Raum sank dagegen um 5 Prozent, während das Inland stagnierte.
Aus dem Nicht-Euro-Ausland gingen in diesem Zeitraum 13 Prozent mehr Aufträge ein. Damit bleibt die Entwicklung der Absatzregionen uneinheitlich.
Produktion soll erst 2027 wachsen
VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt erklärte: «Diese Bestellungen machen Mut, dass wir im kommenden Jahr tatsächlich das erhoffte Produktionsplus von 3 Prozent erreichen können».
Für das laufende Jahr erwartet der Verband den vierten Produktionsrückgang in Folge. Gernandt warnte zudem vor neuen Belastungen durch einen aus seiner Sicht überhöhten Tarifabschluss.
Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie läuft
In der Metall- und Elektroindustrie fordert die IG Metall 5 Prozent mehr Lohn und veranstaltet derzeit Warnstreiks. Die Tarifverhandlungen führen auf Arbeitgeberseite Gesamtmetall und die regionalen Metallverbände; der VDMA ist daran nicht beteiligt.
Der Auftragsschub im September verbessert die Perspektive für den deutschen Maschinenbau, ändert aber zunächst wenig an der laufenden Belastung der Branche. Der Vergleich mit dem außergewöhnlich schwachen Vorjahresmonat verstärkt den Zuwachs rechnerisch: Ein Rückgang von 19 Prozent im September 2025 bildet eine niedrige Ausgangsbasis.
Entscheidend ist deshalb der Blick auf die ersten neun Monate. Das Plus von 5 Prozent zeigt eine Erholung beim Neugeschäft, zugleich bleibt die Entwicklung regional uneinheitlich. Während Bestellungen aus dem Nicht-Euro-Ausland deutlich zulegten, ging das Geschäft im Euro-Raum zurück. Die Stagnation im Inland über neun Monate steht zudem im Kontrast zum starken Septemberwert.
Tarifkonflikt erhöht Kostendruck
Für die Unternehmen fällt die Belebung in eine Phase struktureller Veränderungen und hoher Kostenbelastungen. Die laufenden Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie verschärfen den Zielkonflikt zwischen höherer Kaufkraft der Beschäftigten und der Kostenposition der Betriebe. Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Lohn, während die Arbeitgeber auf die schwierige Konjunktur- und Strukturentwicklung verweisen.
Für Kunden und Beschäftigte bleibt damit vor allem die Frage offen, ob sich der Auftragseingang dauerhaft in Produktion und Beschäftigung übersetzt. Der VDMA erwartet das Produktionsplus erst im kommenden Jahr; 2026 soll die Produktion dagegen zum vierten Mal in Folge sinken. Der September liefert somit ein positives Signal, aber noch keinen Beleg für eine breit angelegte Trendwende.
