Deutschland, Hamburg

Vattenfall-Chefin Borg: Brauchen Signal, um zu investieren

26.01.2026 - 17:36:13 | dpa.de

Manche Windkraftflächen der Nordsee finden keinen Käufer. Aus Sicht der Chefin des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall, Anna Borg, ist das nicht überraschend. Risiken müssten neu verteilt werden.

  • Anna Borg leitet den schwedischen Energiekonzern Vattenfall seit November 2020.  - Foto: Ulrich Perrey/dpa
    Anna Borg leitet den schwedischen Energiekonzern Vattenfall seit November 2020. - Foto: Ulrich Perrey/dpa
  • Bevor Anna Borg den Chefposten bei Vattenfall übernahm, war sie Finanzvorständin des Unternehmens.  - Foto: Ulrich Perrey/dpa
    Bevor Anna Borg den Chefposten bei Vattenfall übernahm, war sie Finanzvorständin des Unternehmens. - Foto: Ulrich Perrey/dpa
  • Anna Borg spricht am Hamburger Vattenfall-Standort zu Mitarbeitern.  - Foto: Ulrich Perrey/dpa
    Anna Borg spricht am Hamburger Vattenfall-Standort zu Mitarbeitern. - Foto: Ulrich Perrey/dpa
Anna Borg leitet den schwedischen Energiekonzern Vattenfall seit November 2020.  - Foto: Ulrich Perrey/dpa Bevor Anna Borg den Chefposten bei Vattenfall übernahm, war sie Finanzvorständin des Unternehmens.  - Foto: Ulrich Perrey/dpa Anna Borg spricht am Hamburger Vattenfall-Standort zu Mitarbeitern.  - Foto: Ulrich Perrey/dpa

Europäische Energiekonzerne sind laut Vattenfall-Chefin Anna Borg bereit für weitere Milliarden-Investitionen in Windparks in Nord- und Ostsee. «Europäische Unternehmen brauchen dafür Sicherheit, dass an politischen Klima- und Energieambitionen festgehalten wird», sagte Borg in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. «Das wäre ein Signal, das Vertrauen schafft und Investitionen freisetzt.»

«Ich denke, nicht allein die Energiebranche wartet auf ein Signal, sondern sogar die Wirtschaft insgesamt», sagte Borg anlässlich des Nordsee-Gipfels, einem Treffen von Staats- und Regierungschefs, Energieministern und Wirtschaftsvertretern. Denn Borg zufolge plant die Industrie allein mit Strom, der zur Verfügung steht. «Letztendlich geht es um die Wettbewerbsfähigkeit Europas.»

Borg sagt, es brauche eine andere Risikoverteilung

Borg spricht sich für ein Regelwerk auf nationaler und europäischer Ebene aus, das den Ausbau der Windkraft auf See finanziell absichert. Dazu seien vor allem staatliche Bürgschaften für Direktlieferverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPAs), geeignet. 

PPAs sind langfristige Verträge zwischen einem Energieproduzenten und einem Abnehmer. In den Verträgen sind Preise fixiert. PPAs haben laut Vattenfall in der Regel eine Laufzeit von zehn bis fünfzehn Jahren. 

«Die Langfristigkeit der Verträge führt dazu, dass es für beide Seiten ein hohes Kreditrisiko gibt», sagte Borg, die den staatseigenen schwedischen Energiekonzern seit November 2020 leitet. «Das ist auch ein Grund, warum wir derzeit nicht viele neue Windprojekte sehen.» In der gesamten Windkraftbranche sei Zurückhaltung zu beobachten. 

Nach Informationen von Vattenfall bietet Frankreich Garantien für PPAs an. Die Europäische Investitionsbank prüfe dies ebenfalls. 

Interesse an Ausschreibungen hat abgenommen

Während der jüngsten Ausschreibung von Windkraftflächen in der deutschen Nordsee haben Unternehmen kein einziges Gebot abgegeben, wie im August vergangenen Jahres bekanntgeworden ist. 

Laut einem neuen Bericht der Boston Consulting Group wurden in der Nordsee vergangenes Jahr 64 Prozent der von Anrainerstaaten ausgeschriebenen Flächen vergeben. 2024 lag der Anteil demnach bei 73 Prozent.

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