Manager-Arbeitslosigkeit, Jobs

Manager-Arbeitslosigkeit: 49.000 Jobs weg, 14% Anstieg 2025

17.06.2026 - 07:32:39 | boerse-global.de

Die Zahl arbeitsloser Manager in Deutschland stieg 2025 um 14 Prozent auf 49.000. Grund sind umfassende Restrukturierungen in der Industrie.

Managerarbeitslosigkeit steigt: 49.000 Führungskräfte ohne Job
Manager-Arbeitslosigkeit - Ein nachdenklicher Manager steht in einem modernen Büro und blickt aus dem Fenster, symbolisch für berufliche Übergänge und Abfindungsverhandlungen. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Zahl der arbeitslosen Manager kletterte 2025 um 14 Prozent auf 49.000. Grund sind massive Restrukturierungen in der Industrie.

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VW verlagert Golf-Produktion nach Mexiko

Der Autobauer plant, den Golf ab 2027 in Mexiko zu bauen. Für die Wolfsburger Belegschaft gilt zwar eine Beschäftigungsgarantie bis 2030. Doch schon jetzt laufen Gespräche über Abfindungsangebote – weniger Kapazitäten in Deutschland machen Stellen überflüssig.

Auch am DHL-Hub in Leipzig schrumpft die Belegschaft. Von über 7.000 Mitarbeitern Anfang 2024 sank die Zahl auf rund 6.000 zu Beginn 2026. Die Gewerkschaft spricht von strukturiertem Abbau. DHL verweist auf natürliche Fluktuation und seit 2022 rückläufige Sendungsmengen.

Abfindung: Fallstricke für Manager

Wer einen Aufhebungsvertrag unterschreibt, sollte nicht zu schnell zusagen. Juristen warnen vor psychologischem Druck. Eine Einmalzahlung ist oft schlechter als eine mehrstufige Übergangsvergütung.

Ein Beispiel: Ein 55-jähriger Manager bekommt 700.000 Euro Bruttoabfindung – netto bleiben rund 360.000 Euro. Doch der Verlust von Pensionsansprüchen kann 50.000 Euro pro Jahr betragen. Über die gesamte Rentenzeit summiert sich das auf mehrere hunderttausend Euro.

Besser sind Modelle, die Gehaltsfortzahlung und Wettbewerbsentschädigung kombinieren. Ein Vertriebsleiter mit 300.000 Euro Jahresgehalt erzielte so einen Gesamtwert von 480.000 Euro. Für Manager zwischen 45 und 60 Jahren lassen sich zudem Outplacement-Pakete von 30.000 bis 100.000 Euro verhandeln.

Kein Anspruch, aber Richtwerte

Rechtlich besteht kein Anspruch auf Abfindung. In der Praxis hat sich ein Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr als Faustformel etabliert. Der Berufsverband Die Führungskräfte (DFK) rät: Sieben bis 14 Tage Reaktionszeit einfordern und juristischen Beistand holen.

Wichtig ist auch das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM). Laut Bundesarbeitsgericht ist eine krankheitsbedingte Kündigung ohne ordnungsgemäßes BEM meist unwirksam. Arbeitgeber müssen eine negative Gesundheitsprognose und erhebliche betriebliche Beeinträchtigungen nachweisen – etwa Entgeltfortzahlungen von über sechs Wochen pro Jahr.

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Verhandeln: Absolute Zahlen zählen

Bei Gehaltsverhandlungen empfehlen Experten, auf absolute Zahlen zu setzen – nicht auf Prozentwerte. Echte Sprünge gelingen meist nur durch einen Arbeitgeberwechsel. Interne Aufstiege bringen oft nur begrenzte Erhöhungen.

Die psychologische Hürde ist groß: 55 Prozent der Männer fühlen sich bei Gehaltsverhandlungen unwohl. Bei Frauen sind es sogar 74 Prozent.

Urlaubsgeld: Große Unterschiede

Nur 44 Prozent der Beschäftigten in der Privatwirtschaft bekommen Urlaubsgeld. Entscheidend ist die Tarifbindung: 73 Prozent der Tarifbeschäftigten erhalten die Sonderzahlung, aber nur 35 Prozent in Unternehmen ohne Tarifvertrag. Die Spanne reicht von 186 Euro in der Landwirtschaft bis zu über 2.900 Euro in der Holzindustrie. Im öffentlichen Dienst gibt es seit 2005 kein separates Urlaubsgeld mehr.

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