Mainova-Rückzahlungen: 1.500 Wohneinheiten in Frankfurt betroffen
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 15:53 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Frankfurter Energieversorger Mainova erstattet hunderten Haushalten Heizkosten zurück. Hintergrund der Zahlungen sind jahrelang fehlende Wärmemengenzähler, die nach den Vorgaben der Heizkostenverordnung gesetzlich vorgeschrieben sind. Wie unter anderem der Hessische Rundfunk und die Tagesschau in Berichten vom 6. Oktober 2026 meldeten, betrifft das Versäumnis 1.500 Wohneinheiten in insgesamt 50 Liegenschaften.
Proaktive Erstattung für mehrere Abrechnungszeiträume
Betroffene Mieterinnen und Mieter haben nach geltender Rechtslage ohne die vorgeschriebenen Wärmemengenzähler das Recht, pauschal 15 Prozent der Heiz- und Warmwasserkosten geltend zu machen. Nach Unternehmensangaben zahlt Mainova diese Summen proaktiv und ohne gesonderten Antrag an die Betroffenen aus. Die Rückzahlung umfasst die Abrechnungszeiträume von 2022 bis 2026/2027.
Das Versorgungsunternehmen betonte, dass die jeweilige Wärmemenge trotz der fehlenden Vorrichtungen jederzeit korrekt gemessen und abgerechnet worden sei, und bedauerte die entstandenen Unklarheiten. Die fehlenden Zähler wurden laut Mainova inzwischen nachgerüstet oder sollen bis Ende 2026 vollständig installiert werden.
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Mieterinitiativen sehen Erfolg von Protesten
In einzelnen Liegenschaften profitieren zahlreiche Bewohner direkt von der Rückerstattung. So könnten allein in der Langweidenstraße im Stadtteil Hausen etwa 250 Mieter jeweils hunderte Euro zurückerstattet bekommen. Berichten zufolge summiert sich die Zahl der betroffenen Haushalte stadtweit auf mehrere Tausend.
Deniz Avan, wohnungspolitischer Sprecher der Linken im Frankfurter Römer, bestätigte ebenfalls, dass die Rückerstattung für die Jahre 2022 bis 2027 proaktiv und ohne Antragstellung erfolge. Die Fraktion Die Linke betonte in diesem Zusammenhang, dass das Einlenken des Versorgers keine freiwillige Wohltat darstelle, sondern auf den Druck von unten zurückgehe.
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Flankiert wurde das Thema durch die sogenannte Mietenkampagne 069. Diese Initiative läuft seit fast einem Jahr und führte zu hunderten Haustürgesprächen in den Stadtteilen Hausen, Bornheim und Griesheim. Im Zuge der Aktivitäten wurden unter anderem in der Dorfelder Straße in Bornheim Dutzende Widersprüche bei der Alten Leipziger Lebensversicherung eingereicht, um fehlerhafte Abrechnungen anzufechten und entsprechende Kürzungsrechte durchzusetzen.
