Märkischer, Kreis

Märkischer Kreis: Bodenrichtwerte verlieren inflationsbereinigt 14,3 Prozent

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 18:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Unveränderte amtliche Richtwerte für Wohnbauflächen bedeuten im Märkischen Kreis von 2022 bis 2026 einen inflationsbereinigten Rückgang.
Eine ungenutzte, mit trockenem Gras bewachsene Freifläche unter bewölktem Himmel im Märkischen Kreis. Illustration mit AI erstellt.

Die Bodenrichtwerte für Wohnbauflächen im Märkischen Kreis treten seit mehreren Jahren auf der Stelle und verzeichnen inflationsbereinigt einen spürbaren Wertverlust. Zwischen den Jahren 2022 und 2026 blieben die Werte auf dem Papier unverändert bei nominal 0 Prozent.

Nach Abzug der Inflation ergibt sich daraus für den Landkreis jedoch ein realer Wertrückgang von -14,3 Prozent. Dies geht aus einer Analyse der Plattform Grundradar hervor, die auf amtlichen Daten des Informationssystems BORIS NRW basiert und über die das Portal come-on.de in einem Bericht vom 08.11.2026 berichtet.

Ausschlaggebend für die reale Entwertung ist der deutliche Anstieg der allgemeinen Lebenshaltungskosten. Im selben Zeitraum von 2022 bis 2026 kletterten die Verbraucherpreise laut den Berechnungen um +16,7 Prozent. Weil die offiziellen Richtwerte für Wohnbauland mit dieser Teuerung nicht Schritt hielten, sondern stagnierten, verloren die Grundstücke an realer Kaufkraft.

Auch in der jüngeren Betrachtung zeigt sich dieser Trend: Für die Spanne von 2024 bis 2026 weist die Auswertung von Grundradar ebenfalls ein nominales Wachstum von 0 Prozent aus, was real einem Minus von -4,2 Prozent entspricht.

Märkischer Kreis hinkt im Landesvergleich hinterher

Im landesweiten Vergleich mit anderen Kommunen in Nordrhein-Westfalen belegt die Region damit einen der hinteren Plätze. In der Rangliste von Grundradar, die 48 Kreise und kreisfreie Städte in Nordrhein-Westfalen umfasst, positioniert sich der Märkische Kreis lediglich auf Rang 43. Der nordrhein-westfälische Landesmedian bei den Bodenrichtwerten liegt im selben Zeitraum bei nominal +6,3 Prozent.

Besonders deutlich wird die Diskrepanz beim Blick auf die unmittelbare Nachbarschaft. Während die Bodenrichtwerte im Märkischen Kreis stagnieren, verzeichneten angrenzende Regionen Zuwächse bei den nominalen Werten: So meldete Grundradar für den Ennepe-Ruhr-Kreis ein Plus von +11,3 Prozent, während die kreisfreie Stadt Hagen im selben Zeitraum einen Anstieg von +8,7 Prozent verbuchen konnte.

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Unterschiede innerhalb der Kreisgrenzen

Innerhalb des Märkischen Kreises fallen die realen Wertverluste je nach Kommune unterschiedlich stark aus. Den höchsten ermittelten Kaufkraftverlust verzeichnen dabei mehrere Gemeinden gleichermaßen: Für Plettenberg, Werdohl, Herscheid und Neuenrade beziffert Grundradar das reale Minus zwischen 2022 und 2026 auf jeweils -14,3 Prozent. In Menden fiel der reale Rückgang mit -9,2 Prozent etwas moderater aus, lag aber dennoch deutlich im negativen Bereich.

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Grundradar weist in der Auswertung darauf hin, dass die Untersuchung ausschließlich die amtlichen Bodenrichtwerte abbildet. Transaktionsdaten oder tatsächlich erzielte Kaufpreise bei individuellen Immobilienverkäufen flossen nicht in die Berechnung ein. Zudem trifft die Untersuchung keine Aussagen über die konkreten Ursachen für die Stagnation und den realen Wertverfall im Märkischen Kreis.

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