Lungenkrebs-Früherkennung, Betriebsärzte

Lungenkrebs-Früherkennung: Betriebsärzte bleiben bei Niedrigdosis-CT außen vor

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 14:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Initiativen stärken Gesundheitsschutz im Betrieb. Eine Studie verknüpft Digitalisierung in körperlichen Berufen mit mehr Fehltagen; psychische Erkrankungen führen regional die Fehlzeiten an.

Betriebliche Gesundheitsförderung: Prävention, Bewegung und neue Daten
Ein heller, moderner Pausenraum in einem Bürogebäude mit ergonomischen Möbeln, vielen Pflanzen und natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Verschiedene Akteure der Gesundheitswirtschaft und Berufsverbände bauen aktuell ihre Angebote für die betriebliche Gesundheitsförderung aus. Die Initiativen reichen von speziellen Gesundheitstagen für Auszubildende über funktionale Trainingsprogramme bis hin zu großangelegten Präventionswochen gegen Krebserkrankungen.

Im Bereich der Ausbildung setzten Akteure zuletzt Schwerpunkte auf den Übergang von der Schule in das Berufsleben. Mitte September informierten sich rund 100 Auszubildende bei einem Gesundheitstag der AOK Schweinfurt in Oberndorf über Belastungen im Berufsalltag. An interaktiven Stationen wurden Themen wie Resilienz, Ernährung, Schlaf sowie Medienkonsum behandelt.

Franziska Markert von der AOK Schweinfurt unterstrich dabei, dass junge Menschen in dieser Phase vor erheblichen neuen Herausforderungen stünden. Ergänzend dazu rückt das Präventionsprogramm der gesetzlichen Unfallversicherung im Berufsschuljahr 2026/2027 den Brandschutz in den Fokus. Hierfür werden bundesweit Materialien für Lehrkräfte und Ausbilder bereitgestellt.

Präventionswochen und aktive Bewegung im Fokus

Vom 21. bis zum 27. September 2026 findet die Nationale Krebspräventionswoche unter dem Motto „Lass mal checken“ statt. Die Deutsche Krebshilfe, das Deutsche Krebsforschungszentrum und die Deutsche Krebsgesellschaft zielen damit besonders auf das berufliche Umfeld ab, da rund ein Drittel der jährlich über 500.000 Neuerkrankten im Berufsleben stehe.

In diesem Zusammenhang forderten die Deutsche Krebshilfe und der Verband Deutscher Betriebs- und Werkärzte (VDBW), Arbeitsmediziner stärker in die Früherkennung von Lungenkrebs einzubinden. Seit dem 1. April 2026 wird hierfür die Niedrigdosis-Computertomografie angeboten, wobei die aktuelle Umsetzung in der gesetzlichen Krankenversicherung Betriebsärzte bislang ausschließt.

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Parallel dazu wird vom 23. bis zum 30. September 2026 die Europäische Woche des Sports koordiniert, die in Deutschland vom Deutschen Turner-Bund (DTB) betreut wird. Ergänzend dazu starten lokale Akteure neue Kursformate: Ab Montag, dem 5. Oktober 2026, bietet die BKK ProVita gemeinsam mit dem ASV Dachau ein zehnwöchiges funktionales Ganzkörpertraining in Bergkirchen an.

Zusammenhänge zwischen Digitalisierung und Gesundheit

Aktuelle Forschungsarbeiten beleuchten zudem die Auswirkungen der Arbeitsweltgestaltung auf das Wohlbefinden. Eine Untersuchung des Ifo-Instituts gemeinsam mit dem IAB und der Universität Konstanz ergab, dass eine zunehmende Digitalisierung bei Beschäftigten in körperlichen Berufen mit einer Verschlechterung der Gesundheit einhergehen kann.

Diese Gruppe fehle digitalisierungsbedingt im Schnitt rund 20 % mehr Tage im Jahr. Als mögliche Ursache nannte Oliver Schlenker vom Ifo-Institut sogenannten Technostress. Bei Büro- und Wissensberufen konnte dieser negative Zusammenhang hingegen nicht nachgewiesen werden.

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Regionale Daten der hkk Krankenkasse für das erste Halbjahr 2026 stützen die Relevanz psychischer Prävention. Erstmals stellten psychische Erkrankungen mit einem Anstieg von 9,3 % die häufigste Ursache für Fehlzeiten dar, noch vor Atemwegserkrankungen und Muskel-Skelett-Beschwerden.

Branchenspezifische Herausforderungen im Handwerk

Besonderen Handlungsbedarf zeigt die Statistik im saarländischen Handwerk. Laut IKK Südwest lag der Krankenstand dort im Jahr 2025 bei 8,92 % und damit über dem Schnitt aller Versicherten von 7,91 %. Um Anreize für eine bessere Gesundheitskultur zu schaffen, haben die IKK Südwest und die Handwerkskammer des Saarlandes einen neuen Gesundheitspreis ausgelobt, für den sich Betriebe bis zum 20. November bewerben können.

Auch Unternehmen wie VISUS Health IT aus Bochum integrieren Prävention fest in ihre Strukturen. Das Portfolio umfasst dort neben klassischem Training mittlerweile auch Trendsportarten wie Padel oder die Förderung der Teilnahme an Langstrecken-Wanderevents.

Versorgungskonzepte bei chronischen Beschwerden

Für die Behandlung von Knie- und Hüftarthrose wurde das evidenzbasierte GLA:D-Programm im Jahr 2026 bereits in neun Bundesländern implementiert, darunter Berlin, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg.

Zum 1. Januar 2027 sollen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen folgen, bevor im Juli 2027 Hessen, das Saarland und Rheinland-Pfalz angeschlossen werden. Das Programm wird von zahlreichen Krankenkassen wie der BARMER, der KKH und der IKK classic unterstützt und ermöglicht teilnehmenden Ärzten eine extrabudgetäre Vergütung von 60,00 Euro abzüglich einer Managementfee.

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