Luftverkehrsabgaben, CDU-Präsidium

Luftverkehrsabgaben: CDU-Präsidium fordert kurzfristige Entlastung der Airlines

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das CDU-Präsidium verlangt Entlastungen für Airlines; zugleich sinkt das innerdeutsche Sitzplatzangebot im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent.

CDU fordert niedrigere Gebühren und Steuern für den Luftverkehr
Leeres Rollfeld auf einem deutschen Regionalflughafen in der Abenddämmerung mit Bodenmarkierungen. Illustration mit AI erstellt.

Der innerdeutsche Luftverkehr steht unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Vor diesem Hintergrund fordert das CDU-Präsidium den Bund auf, die Flugsicherungsgebühren kurzfristig zu senken und die Luftverkehrsteuer mittelfristig zu reduzieren.

Der entsprechende Beschluss mit dem Titel „Was jetzt passieren muss“, der im Rahmen einer Klausurtagung in Berlin gefasst wurde, zielt darauf ab, den inländischen Flugverkehr zu stützen und weiteren Streichungen von Verbindungen entgegenzuwirken. Konkrete Beträge oder ein fester Zeitplan werden in dem Papier allerdings nicht genannt.

Schrumpfendes Angebot im innerdeutschen Luftverkehr

Die Diskussion über steuerliche und gebührenrechtliche Entlastungen fällt in eine Phase spürbarer Angebotskürzungen an deutschen Verkehrsflughäfen. Nach Erhebungen des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) werden für den Zeitraum von August bis Januar 2027 rund acht Millionen Sitzplätze im innerdeutschen Verkehr erwartet. Dies entspricht einem Rückgang von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und erreicht lediglich 47 Prozent des Vorkrisenniveaus aus dem Jahr 2019. Dezentrale Flugverbindungen, die keine Drehkreuzanbindung an Frankfurt oder München besitzen, machen dem Verband zufolge nur noch 20 Prozent des Gesamtangebots aus.

Verschiedene Airline- und Flughafengruppen fordern von der Bundesregierung ebenfalls eine Reduzierung von Luftverkehrssteuern und Gebühren. Als zentrales Argument führen sie wachsende Wettbewerbsnachteile an, denen sich deutsche Flughäfen im internationalen Vergleich ausgesetzt sehen.

Reaktionen der Fluggesellschaften und Einschnitte an Standorten

Die Auswirkungen der Standortkosten spiegeln sich in den Kapazitätsentscheidungen der Fluggesellschaften wider. So kündigte Ryanair an, im Winter 2026 das eigene Angebot in Deutschland um rund 700.000 Sitzplätze beziehungsweise 10 Prozent gegenüber dem Winter 2025/26 zu kürzen. Die Fluggesellschaft begründete diesen Schritt mit hohen staatlichen Abgaben und der Höhe der Luftverkehrsteuer.

Teil dieser Maßnahmen ist die Schließung der Basis am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) zum 24. Oktober, an der bisher sieben Flugzeuge stationiert waren. Dies führt dort zu einer Halbierung des Angebots der Fluggesellschaft sowie zur Streichung von zwölf Flugstrecken, darunter Verbindungen nach Bologna, Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote, Marseille, Palermo, Pisa, Reggio Calabria, Tallinn, Thessaloniki, Triest und Vilnius.

Ein Sprecher des BER erklärte hierzu, sechs dieser Strecken würden von anderen Anbietern bedient oder übernommen; zudem seien die regulären Flughafenentgelte seit der Eröffnung 2020 stabil geblieben.

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Das CDU-Präsidium fordert den Bund auf, die Flugsicherungsgebühren kurzfristig zu senken und die Luftverkehrsteuer mittelfristig zu reduzieren — konkrete Beträge und ein Zeitplan stehen noch aus. Wer die Kostenentwicklung für innerdeutsche Strecken planen muss, findet in dieser kostenlosen Analyse die belegbaren Zahlen und die offenen Punkte. Kostenlose Analyse der Luftverkehrsabgaben anfordern

Auch an regionalen Standorten kommt es zu Veränderungen. Am Flughafen Bremen beendet Ryanair die Zusammenarbeit mit Beginn des Sommerflugplans 2027. Während Verbindungen wegfallen, nimmt Lufthansa die Route zwischen Bremen und Frankfurt im Sommerflugplan 2027 mit reduziertem Takt wieder auf.

Gleichzeitig verzeichnet Ryanair an anderen Standorten selektives Wachstum im Winter, unter anderem an den Flughäfen Köln/Bonn und Memmingen, während Friedrichshafen und Saarbrücken neu in das Flugprogramm aufgenommen wurden.

Internationaler Kontext der Luftfahrtabgaben

Die Diskussion über fiskalische Belastungen der Luftfahrt beschränkt sich nicht auf Deutschland. Am Flughafen Wien-Schwechat sprach sich Vorstand Günther Ofner für die Abschaffung der österreichischen Flugabgabe aus, die je nach Distanz 12 Euro oder bei Kurzstrecken bis 350 Kilometer 30 Euro beträgt.

Laut Ofner erheben lediglich noch acht Mitgliedstaaten der Europäischen Union eine vergleichbare Gebühr. Im 55 Kilometer entfernten Bratislava lägen die Kosten um ein Drittel niedriger.

Eine im Auftrag des dortigen Infrastrukturministeriums erstellte Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt beziffert den Anstieg der staatlichen Kosten für Flugsicherung und Ticketsteuer seit 2019 auf 85 Prozent.

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Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft erwartet für August bis Januar 2027 rund acht Millionen Sitzplätze im innerdeutschen Verkehr — sieben Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum und nur 47 Prozent des Niveaus von 2019. Diese kostenlose Analyse ordnet ein, welche Standortkosten hinter dem Rückzug einzelner Airlines stehen und wo deutsche Flughäfen im EU-Vergleich liegen. Standortkosten-Checkliste jetzt sichern

Auch grundlegende steuerliche Regelungen der Luftfahrt stehen in der Debatte. Im Rahmen eines Gastkommentars verwies die Schweizer Nationalrätin Regine Sauter von Aviation Suisse darauf, dass die Steuerbefreiung von Flugtreibstoff auf bilateralen Luftverkehrsabkommen sowie dem Prinzip der Gegenseitigkeit beruhe, während reine Inlandsflüge grundsätzlich steuerpflichtig blieben.

Der Vorstoß des CDU-Präsidiums zur Reduzierung der Abgaben reiht sich somit in eine breitere Auseinandersetzung über die steuerlichen Rahmenbedingungen und die Standortkosten des gewerblichen Luftverkehrs ein.

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