Lufthansa, Kerosinkosten

Lufthansa steigert Quartalsgewinn trotz 500 Millionen Euro mehr Kerosin

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 08:54 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Lufthansa-Konzern hat im dritten Quartal trotz deutlich höherer Treibstoffausgaben mehr verdient. Für das Gesamtjahr belastet der teurere Kerosin jedoch die Gewinnplanung.

Lufthansa plant mit höheren Jahreskosten

  • Die Treibstoffrechnung des Konzerns soll 2026 auf 9,3 Milliarden Euro steigen.
  • Der Vorstand senkte das Ziel für das bereinigte Ebit auf 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro.
  • Lufthansa Cargo soll im vierten Quartal maßgeblich zur Einordnung des Jahresergebnisses beitragen.
Für das laufende Jahr erwartet Vorstandschef Carsten Spohr deutlich höhere Ausgaben für Kerosin. (Archivbild) - Bild: Boris Roessler/dpa

Lufthansa verdient im dritten Quartal mehr

Die Lufthansa hat im dritten Quartal trotz stark gestiegener Kerosinpreise ihren Gewinn deutlich gesteigert. Unter dem Strich verdiente der Luftverkehrskonzern knapp 1,3 Milliarden Euro und damit 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Teurere Tickets und starke Nebengeschäfte

Die zusätzlichen Treibstoffausgaben von mehr als einer halben Milliarde Euro glich die Lufthansa nach eigenen Angaben vor allem mit höheren Ticketpreisen sowie guten Geschäften in Wartung und Fracht aus.

Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn stieg um sechs Prozent auf gut 1,4 Milliarden Euro. Damit übertraf das bereinigte Ebit die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten.

Gewinnziel für 2026 erneut gesenkt

Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einer Treibstoffrechnung von 9,3 Milliarden Euro. Das sind 600 Millionen Euro mehr als noch im Sommer angekündigt.

Der Vorstand um Konzernchef Carsten Spohr senkte deshalb die Prognose für das bereinigte operative Ergebnis erneut. Statt 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro werden nun 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro erwartet.

Lufthansa Cargo im Fokus

Bereits im August hatte Spohr das Gewinnziel erstmals gekappt. Ein Rückgang gegenüber den knapp 2 Milliarden Euro aus dem Jahr 2025 zeichnet sich damit nach Einschätzung des Konzerns nahezu ab.

Finanzvorstand Till Streichert verwies für die endgültige Einordnung auf Treibstoffkosten, Nachfrage und die Ergebnisentwicklung bei Lufthansa Cargo im vierten Quartal. Die Frachttochter erzielt üblicherweise zum Jahresende besonders hohe Umsätze.

Die Lufthansa profitiert im dritten Quartal von einer Kombination aus höherem Umsatz im Passagiergeschäft und stabilen Beiträgen außerhalb des klassischen Flugbetriebs. Höhere Ticketpreise können steigende Treibstoffkosten kurzfristig auffangen, erhöhen zugleich aber den Preisdruck für Reisende und die Abhängigkeit von einer robusten Nachfrage.

Die geplante Kerosinrechnung von 9,3 Milliarden Euro zeigt, wie stark Energiepreise die Ergebnisplanung des Konzerns prägen. Für Fluggesellschaften wirken sich höhere Treibstoffkosten besonders direkt aus, weil Kerosin einen wesentlichen Teil der operativen Ausgaben ausmacht und nicht jede Kostensteigerung sofort an Kunden weitergegeben werden kann.

Fracht als entscheidender Faktor

Wartung und Fracht stabilisieren das Ergebnis, wenn das Passagiergeschäft allein die Belastungen nicht vollständig ausgleicht. Lufthansa Cargo erhält dabei im vierten Quartal zusätzliches Gewicht, weil das Jahresendgeschäft üblicherweise besonders wichtig ist. Schwächere Transportmengen oder niedrigere Frachtraten könnten den Spielraum bei der Gewinnprognose deshalb weiter einengen.

Für Reisende bedeutet die Entwicklung, dass Flugpreise und Zuschläge unter Kostendruck bleiben können. Für den Konzern steht dagegen die Frage im Mittelpunkt, ob die Nachfrage hoch genug bleibt, um die höheren Treibstoffausgaben zu kompensieren. Die abgesenkte Prognose macht deutlich, dass der starke Sommergewinn die Belastungen des Gesamtjahres nicht vollständig beseitigt.

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