Lufthansa-Schlichtung, Einigung

Lufthansa-Schlichtung gescheitert: Keine Einigung, aber vorerst keine Streiks

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 22:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Tarifschlichtung endete ergebnislos; Gespräche über strategische Fragen laufen weiter, während die VC einen Sozialplan für CityLine fordert.
Leeres Rollfeld eines Flughafens während der Abenddämmerung mit langen Schatten auf dem Betonboden. Illustration mit AI erstellt.

Die Schlichtung im Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ist ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen. Wie aus Medienberichten hervorgeht, wurde das Verfahren ohne eine Einigung und ohne einen bindenden Schlichterspruch beendet.

Die beiden Schlichter Roland Koch, der für die Unternehmensseite antrat, und Bodo Ramelow, der die Gewerkschaftsseite vertrat, verzichteten zunächst darauf, eigene Lösungsvorschläge vorzulegen.

Das Schlichtungsverfahren hatte Ende August begonnen. Zuvor hatten die Tarifparteien am 21. August 2026 mit einer Verfahrensvereinbarung den Weg für drei Schlichtungsverfahren geebnet, woraufhin am 4. September 2026 ein Vorgespräch mit Koch und Ramelow in Seeheim stattfand.

Trotz des aktuellen Abbruchs ohne formelles Resultat werden derzeit keine zeitnahen Streiks befürchtet. Zudem erklärten sich Koch und Ramelow bereit, an weiteren Gesprächen teilzunehmen.

Mediation über strategische Fragen läuft weiter

Unabhängig von der Schlichtung wird eine thematisch weiter gefasste Mediation hinter verschlossenen Türen fortgeführt. Diese befasst sich unter anderem mit grundlegenden strategischen Fragestellungen zur Kerngesellschaft Lufthansa. Sollten diese vertraulichen Gespräche scheitern, ist ein nachträglicher Rückgriff auf Ergebnisse aus dem Schlichtungsverfahren jedoch nicht mehr möglich.

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Der zugrunde liegende Tarifstreit dreht sich im Wesentlichen um die Themen Altersversorgung und Vergütung in den deutschen Flugbetrieben des Lufthansa-Konzerns. Im Laufe des Jahres 2026 hatte die Vereinigung Cockpit die Beschäftigten bereits an sieben Tagen zu Streiks aufgerufen. Unter anderem führte dies im April während des Festakts zum 100-jährigen Bestehen der Lufthansa zu hunderten Flugausfällen.

Konflikt um Schließung der Lufthansa CityLine

Zusätzliche Spannungen resultieren aus den Folgen von Umstrukturierungen im Konzernverbund. Die VC pocht weiterhin auf einen Sozialplan für die im April geschlossene Lufthansa CityLine. Diese Betriebsschließung betrifft etwa 660 Beschäftigte des Cockpit- und Kabinenpersonals.

Die Gewerkschaft kritisierte das bisherige Angebot der Unternehmensführung als unzureichend und sprach von mangelnden Perspektiven sowie spürbarem Druck auf die betroffenen Angestellten. Bereits am 23. September 2026 hatte die VC die Konzernentscheidungen scharf verurteilt und betont, eine Nullrunde beim Sozialplan stelle einen Schlag ins Gesicht der Beschäftigten dar.

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Unmut in der Belegschaft und internationale Allianzen

Die anhaltenden Konflikte spiegeln sich auch in der Stimmung der Beschäftigten wider. Laut einer Mitgliederbefragung des Instituts forsa im Auftrag der Vereinigung Cockpit würde gegenwärtig nur jeder vierte Pilot seinen Beruf weiterempfehlen.

Gleichzeitig blickt die Arbeitnehmervertretung über die nationalen Grenzen hinaus: Nach dem Einstieg der Lufthansa bei der Fluggesellschaft TAP kündigte die VC am 16. Oktober 2026 an, die Zusammenarbeit mit europäischen Pilotenverbänden weiter zu intensivieren. Ob die parallel laufende Mediation für die Kerngesellschaft Lufthansa nun ohne die Schlichtungsoption zu einem tragfähigen Kompromiss führt, bleibt abzuwarten.

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