Lüftungsmessung, ASR

Lüftungsmessung: ASR A3.6 wird zur Pflicht in deutschen Arbeitsstätten

10.06.2026 - 15:19:03 | boerse-global.de

Die ASR A3.6 schreibt präzise Luftmengenmessungen vor. Behörden fordern zunehmend Nachweise von Unternehmen zur Lüftungsfunktion.

Luftmengenmessung wird Pflicht: Neue Regeln für Arbeitsstätten
Lüftungsmessung - Ein Techniker misst mit Spezialausrüstung den Luftstrom in einem modernen Lüftungssystem in einem Bürogebäude. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Immer mehr Behörden verlangen von Unternehmen den Nachweis, dass ihre Lüftungsanlagen tatsächlich funktionieren.

Grundlage ist die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.6. Sie schreibt vor, dass Zu- und Abluftvolumenströme präzise erfasst und dokumentiert werden müssen. Gemessen wird in Kubikmetern pro Stunde (m³/h) – direkt an den raumseitigen Luftdurchlässen.

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Wer genau hinschauen muss

Die Messpflicht betrifft längst nicht nur klassische Büros. Besonders in der Gastronomie und in spezialisierten Betrieben wie Shisha-Bars fordern Aufsichtsbehörden regelmäßig Nachweise. Der Gesundheitsschutz von Mitarbeitern und Gästen steht im Fokus.

Die Messungen gibt es in verschiedenen Leistungsklassen. Eine Kompaktmessung umfasst bis zu vier Messpunkte, Standardpakete bis zu acht. Wer eine behördentaugliche Dokumentation braucht, bestellt meist Messungen an bis zu zwölf Punkten. Für größere Anlagen gibt es erweiterte Pakete. Express-Berichte oder Nachmessungen sind als Zusatzleistungen buchbar.

Milliardenmarkt mit neuen Anforderungen

Die Bedeutung präziser Lüftungstechnik zeigt sich auch in den Zahlen. Der globale Markt für HVAC-Komponenten (Heizung, Lüftung, Klimatisierung) soll 2026 ein Volumen von über 94,5 Milliarden US-Dollar erreichen. Treiber sind verschärfte Compliance-Vorgaben und neue Technologien.

Besonders anspruchsvoll wird es in KI-Rechenzentren. Dort werden Energieeffizienzwerte (PUE) von unter 1,15 angestrebt – bei einer exakten Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 50 Prozent relativer Feuchte. In medizinischen Reinräumen gilt zudem die ISO-Klasse 5 als Standard.

Die eingesetzten Sensoren arbeiten hochpräzise. Moderne Drucksensoren messen Differenz-, Relativ- und Absolutdruck in Bereichen von wenigen Millibar bis zu mehreren Bar. Die Genauigkeit liegt bei etwa ±0,5 Prozent bei Raumtemperatur.

Neue Wege bei der Luftreinigung

Neben der mechanischen Belüftung gewinnen ergänzende Verfahren an Bedeutung. Photokatalytische Beschichtungen sollen ohne zusätzlichen Stromverbrauch oder Filterwechsel auskommen. Die Systeme versprechen eine Reduzierung von Bakterien, Viren und Feinstaub in öffentlichen Gebäuden, Krankenhäusern und Hotels. Erste Untersuchungen zeigen signifikante Reduktionsraten bei Mikroorganismen und Schimmelsporen.

Bei einer notwendigen Schimmelpilz-Sanierung bleibt die Erfolgskontrolle durch unabhängige Sachverständige entscheidend. Nach der Feinreinigung folgt eine Raumluftmessung gemäß WTA 4-12:2016. Das Verfahren umfasst Sichtkontrollen, Ruhemessungen und Mobilisierungsmessungen. Erst wenn die Sporenkonzentration auf ein unbedenkliches Maß gesunken ist, gilt die Sanierung als abgeschlossen.

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Brandschutz und Sensorik wachsen zusammen

Die Luftstromüberwachung ist eng mit dem vorbeugenden Brandschutz verknüpft. Neue internationale Normen, die im Frühjahr 2026 in Kraft traten, fordern für Brandschutzklappen Feuerwiderstandsklassen von bis zu drei Stunden. Gleichzeitig setzt sich die IoT-Überwachung durch.

Auf der Fachmesse FeuerTrutz in Nürnberg werden im Juni spezielle Kanalrauchmelder präsentiert. Diese Geräte erkennen Rauch frühzeitig in Lüftungssystemen und verhindern so die Ausbreitung über die Luftkanäle im gesamten Gebäude. Sie ergänzen die gesetzlich vorgeschriebenen Rauchwarnmelder in Schlafräumen und Fluren – und tragen zu einer umfassenden Sicherheitsarchitektur bei.

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