Lübeck, Fehmarnbelt-Anbindung

Lübeck klagt gegen Fehmarnbelt-Anbindung: Zu wenig Gleise für Hafen

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 20:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Hansestadt verlangt zusätzliche Gleise nördlich des Hauptbahnhofs und warnt vor Engpässen für Hafen, Güterverkehr und Arbeitsplätze.

Lübeck klagt gegen Schienenpläne für Fehmarnbeltquerung
Leere Gleisanlagen und Weichen an einem bewölkten Tag in einer norddeutschen Landschaft. Illustration mit AI erstellt.

Die Hansestadt Lübeck setzt sich juristisch gegen den Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahn-Bundesamts zur Hinterlandanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung zur Wehr. Wie aus Berichten vom 12. September 2026 hervorgeht, hat die Stadt Klage beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht. Das Verfahren richtet sich gegen die aktuellen Planungen für den Schienenausbau im Stadtgebiet, die nach Ansicht der Verantwortlichen unzureichend sind.

Bürgermeister Jan Lindenau betonte in diesem Zusammenhang, dass die Stadt Lübeck die Feste Fehmarnbeltquerung ausdrücklich befürworte. Die Entscheidung, rechtliche Schritte einzuleiten, sei der Stadtverwaltung nicht leichtgefallen.

Lindenau erläuterte jedoch, dass die aktuelle Haltung des Bundes sowie der Deutschen Bahn keine andere Möglichkeit gelassen habe, um die Interessen der Stadt zu wahren. Die Klagefrist für diesen Abschnitt der Hinterlandanbindung endet am kommenden Montag.

Wirtschaftliche Sorgen um den Standort Lübeck

Ein zentraler Aspekt der Klage betrifft die wirtschaftliche Zukunft der Region. Bausenatorin Joanna Hagen wies darauf hin, dass es bei der Auseinandersetzung maßgeblich um Arbeitsplätze und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Port of Lübeck gehe. Als größter deutscher Fährhafen sei der Standort auf eine leistungsfähige Schieneninfrastruktur angewiesen, um den steigenden Anforderungen im Güterverkehr gerecht zu werden.

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Die Hansestadt Lübeck klagt gegen den Planfeststellungsbeschluss zur Schienen-Hinterlandanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung — gefordert wird ein drittes und viertes Gleis nördlich des Hauptbahnhofs. Für Logistik-Entscheider heißt das: Der Knotenpunkt Lübeck bleibt auf absehbare Zeit Gegenstand einer gerichtlichen Klärung, während der Tunnel laut Betreibergesellschaft erst nach 2030 fertig wird. Wer seine Schienengüter-Kapazitäten und Hafen-Hinterlandverkehre jetzt neu bewertet, verschafft sich einen Vorsprung gegenüber Wettbewerbern, die auf den Status quo setzen. Jetzt kostenlosen Strategie-Report anfordern

Die Stadt fordert konkret den Bau eines dritten und vierten Gleises im Bereich nördlich des Hauptbahnhofs. Diese Forderung stützt sich auf eine städtische Studie von Anfang des Jahres. Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass das bestehende Bahnnetz im Raum Lübeck nicht für das zu erwartende erhöhte Verkehrsaufkommen gewappnet ist, das mit der Eröffnung des Fehmarnbelttunnels einhergehen wird.

Verzögerungen beim grenzüberschreitenden Großprojekt

Die Feste Fehmarnbeltquerung gilt als eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte in Nordeuropa. Der geplante Tunnel zwischen Puttgarden auf deutscher Seite und dem dänischen Rødbyhavn wird eine Länge von 18 Kilometern haben. Die Betreibergesellschaft Femern A/S geht laut aktuellen Angaben davon aus, dass die Fertigstellung des Bauwerks erst nach dem Jahr 2030 erfolgen wird.

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Der Port of Lübeck ist der größte deutsche Fährhafen — und steht laut Bausenatorin Joanna Hagen vor der Frage, ob die Schieneninfrastruktur das erwartete Verkehrsaufkommen nach Eröffnung des Fehmarnbelttunnels überhaupt tragen kann. Eine städtische Studie kam Anfang des Jahres zu dem Ergebnis, dass das bestehende Bahnnetz im Raum Lübeck dafür nicht gewappnet ist. Wenn Sie Ihre Lieferketten über Nordeuropa planen, sollten Sie die Kapazitätsrisiken im Knotenpunkt Lübeck jetzt kennen — bevor sich Engpässe im Güter- und Personenverkehr materialisieren. Checkliste Schienenanbindung Nordeuropa jetzt sichern

Das Großprojekt soll die Reisezeiten zwischen Deutschland und Skandinavien erheblich verkürzen. Nach der Inbetriebnahme sollen Züge für die Durchquerung des Tunnels lediglich rund sieben Minuten benötigen. Für Kraftfahrzeuge wird eine Fahrzeit von etwa zehn Minuten prognostiziert.

Während die Bauarbeiten am Tunnel selbst voranschreiten, bleibt die Gestaltung der Schienenanbindung auf deutscher Seite, insbesondere im Knotenpunkt Lübeck, nun Gegenstand einer gerichtlichen Klärung. Die Hansestadt sieht durch die derzeitigen Pläne des Eisenbahn-Bundesamts die Gefahr von Kapazitätsengpässen, die sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr beeinträchtigen könnten.

Mehr zum Thema bei tagesschau.de: „Lübeck klagt gegen Fehmarnbelt-Tunnel“

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