Logistik-Tarifrunde, Bayern

Logistik-Tarifrunde in Bayern: ver.di fordert 230 Euro mehr ab Dezember

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 21:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Gewerkschaft verlangt höhere Monatsentgelte, Zuschüsse für Auszubildende und eine arbeitgeberfinanzierte Altersvorsorge; Verhandlungen starten Ende November.
Leere Lagerhalle mit hohen Regalsystemen und einfallendem Tageslicht in einem Logistikzentrum. Illustration mit AI erstellt.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in Bayern hat am 2. November 2026 in Nürnberg ihre Forderungen für die bayerische Speditions-, Transport- und Logistikbranche beschlossen.

Die zuständige Landestarifkommission verlangt für alle Vollzeitbeschäftigten ein monatliches Entgeltplus von 230 Euro ab dem 1. Dezember 2026. Der Beschluss sieht zudem strukturelle Neuerungen bei der Altersvorsorge sowie Verbesserungen für den Branchennachwuchs vor.

Kernforderungen für Entgelt, Nachwuchs und Altersvorsorge

Neben dem Festbetrag von 230 Euro für Vollzeitkräfte strebt die Gewerkschaft für Auszubildende ein monatliches Plus von 120 Euro je Ausbildungsjahr an, ergänzt durch einen Mobilitätszuschuss von 63 Euro pro Monat.

Ein zentraler Punkt des Forderungspakets betrifft die betriebliche Altersvorsorge: Ab Januar 2027 soll eine arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente eingeführt werden. Diese soll regulär 2 Prozent des Bruttoentgelts betragen, für Geringverdienende nach Paragraph 100 des Einkommensteuergesetzes (EStG) sieht der Beschluss einen Satz von 4 Prozent vor. Die angestrebte Laufzeit des Tarifvertrags beträgt zwölf Monate.

Zu den weiteren Bestandteilen des Pakets zählt die Einführung eines Teilzeitzuschlags ab der ersten Minute geleisteter Mehrarbeit. Zudem fordert die Tarifkommission die Schaffung eines gemeinsamen Entgelttarifvertrags für Beschäftigte in den Hallen und in den Büros der Logistikunternehmen.

Hohe Beteiligung an der Beschäftigtenbefragung

Dem Beschluss ging eine branchenweite Mitglieder- und Beschäftigtenbefragung voraus. Mit 2.570 Teilnehmenden, darunter 250 Auszubildende, verzeichnete ver.di einen Zuwachs von 28,5 Prozent gegenüber der vorherigen Runde und damit einen Rekordwert.

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Die Ergebnisse der Erhebung untermauerten die Beschlüsse der Tarifkommission: Demnach sprachen sich 66 Prozent der Teilnehmenden für eine Entgelterhöhung von 150 Euro und mehr aus. Eine betriebliche Altersvorsorge bezeichneten 90 Prozent der Befragten als notwendig.

Termine und Ausgangslage im bayerischen Logistiksektor

Die Tarifverhandlungen mit dem Landesverband Bayerischer Spediteure (LBS) beginnen am 30. November 2026 in Aschheim. Weitere Verhandlungstermine sind für den 2., den 7. und 8. sowie den 16. Dezember anberaumt. Zur Information der Beschäftigten setzt die Gewerkschaft vorab Mitgliederversammlungen am 9. November und 16. November an, jeweils um 18:30 Uhr.

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Die Verhandlungen treffen auf ein Lohngefüge, in dem die bayerischen Tariflöhne im Jahr 2026 in den gewerblichen Lohngruppen 1 bis 5b zwischen 2.809 Euro und 2.991 Euro liegen. In den kaufmännischen Gehaltsgruppen 2 bis 6 bewegen sich die tariflichen Monatsgehälter zwischen 2.589 Euro und 4.446 Euro.

Der bayerische Post- und Logistiksektor zählt insgesamt rund 280.000 Beschäftigte. Allerdings arbeiten davon lediglich 80.000 bis 90.000 in Betrieben mit Tarifbindung; im Straßengüterverkehr liegt der tarifgebundene Anteil unter 5 Prozent.

Als wirtschaftlichen Hintergrund der Runde verweist die Gewerkschaft auf die Teuerungsrate: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom 30. Oktober 2026 lag die Inflationsrate im Oktober 2026 bei plus 2,8 Prozent, nach plus 3,3 Prozent im Vormonat September, während die Energiepreise ein Plus von 12,2 Prozent verzeichneten.

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