Logistik-Gesundheit: DHL fordert 23-Kilo-Grenze für Pakete
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 14:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Logistikbranche diskutiert schärfer über den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter. Während DHL eine gesetzliche Begrenzung für schwere Pakete fordert, setzen andere Unternehmen auf Automatisierung und ergonomische Hilfsmittel.
DHL will 23-Kilo-Grenze für Einzelzustellung
DHL-Vorständin Nikola Hagleitner forderte eine gesetzliche Regelung: Pakete über 23 Kilogramm sollen nur noch von zwei Personen zugestellt werden dürfen. Bisher liegt die Grenze bei 31,5 Kilogramm.
Das Unternehmen argumentiert mit Gesundheitsdaten: Jede dritte Krankmeldung bei DHL entfällt auf Muskel- oder Skeletterkrankungen. Laut AOK liegen Zusteller mit einer täglichen Krankheitsquote von 7,65 Prozent deutlich über dem Branchendurchschnitt.
Sendungen zwischen 23 und 31,5 Kilogramm machen nur 1,1 Prozent des Paketvolumens aus – über 90 Prozent davon wären theoretisch teilbar. Die Gewerkschaft Verdi fordert sogar eine Grenze von 20 Kilogramm ohne Ausnahmen. Der Branchenverband BPEX lehnt eine Absenkung dagegen ab. Die Ampel-Koalition hatte eine 20-Kilo-Regelung bereits auf den Weg gebracht, eine Verordnung steht aber noch aus.
BAUHAUS setzt auf Roboter im Lager
Parallel zur politischen Debatte investieren Unternehmen in Technik. BAUHAUS gab eine Kooperation mit XYZ Robotics bekannt: Im Logistikzentrum Krefeld automatisieren Systeme wie RockyOne die Containerentladung und Palettensortierung. Die Lösung arbeitet rund um die Uhr ohne manuellen Eingriff und kann über 10.000 verschiedene Artikel handhaben.
NIMMSTA stellte neue Prozesslösungen für die Feinlogistik vor. Ein bewegungsbasierter Scan-Auslöser und ein ergonomisches Band mit Daumenöffnung ersetzen herkömmliche mechanische Trigger-Pads. Das soll Verschleiß mindern und die Ergonomie beim Kommissionieren verbessern.
Jede dritte Krankmeldung bei DHL entfällt auf Muskel- oder Skeletterkrankungen – und die Branche diskutiert eine Absenkung der Paketgewichtsgrenze auf 23 Kilogramm. Unser kostenloser Leitfaden zeigt, wie Sie Ihre Zusteller entlasten, gesetzliche Entwicklungen vorbereiten und mit Automatisierungslösungen gegensteuern. Leitfaden zur 23-Kilo-Grenze jetzt anfordern
Leichte Orthese, schwere Roboter
Auf der DLD in München präsentierte ein Team die motorisierte Handorthese Motionmate. Das System wiegt am Handgelenk nur 160 Gramm, bietet aber eine Unterstützungskraft von bis zu 3 Kilogramm. Die Steuerung erfolgt per Bewegung oder Sprachbefehl.
AGIBOT zeigte auf der WAIC in Shanghai neue Industrieroboter. Das Modell G2 Max ist für schwere Einsätze konzipiert, die humanoide Variante A3 Ultra für komplexe Aufgaben. Beide arbeiten bis zu acht Stunden am Stück.
Nvidia kündigte parallel die Integration von Physik-Simulationen in sein KI-Toolkit an. Mit Open-Source-Bibliotheken wie PhysicsNeMo sollen Roboter in digitalen Umgebungen trainieren – für präzisere und sicherere Interaktionen in der realen Welt.
Schienenverkehr für XXL-Frachten
Während DHL eine 23-Kilo-Grenze fordert und Verdi sogar 20 Kilogramm verlangt, stockt der Gesetzesentwurf. Nutzen Sie die Zeit, um Ihre Prozesse ergonomisch und automatisiert aufzustellen – bevor die Regulierung kommt. Unser Leitfaden liefert die entscheidenden Schritte. Jetzt Leitfaden zur Lastenreduktion sichern
Auch im großvolumigen Transport gibt es Fortschritte. Die HHLA-Tochter METRANS schloss die Kapazitätserweiterung am Terminal Pozna? G?dki ab. Zwei ferngesteuerte Kräne ersetzen dort die bisherigen Reachstacker – das erhöht die Umschlagskapazität und verlagert die Steuerung in ein sichereres Umfeld.
FS Logistix und Van der Vlist starteten eine neue Schienenlösung für überbreite Ladungen. Ein spezielles Bolstersystem ermöglicht den Transport von Lasten bis 2.990 Millimetern Breite auf intermodalen Zügen zwischen Italien und Deutschland. Das reduziert die Komplexität und die physische Absicherung von Schwertransporten auf der Straße.
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