LNG-Terminal Stade: Schwimmendes Flüssiggas-Terminal geht im September ans Netz
10.06.2026 - 22:16:46 | boerse-global.de
Die Deutsche Energy Terminal GmbH (DET) beendet damit eine mehrjährige Phase der Ungewissheit. Umweltschützer kritisieren das Projekt scharf.
Verspätung von drei Jahren
Ursprünglich war der Start für 2023 geplant. Jetzt geht das Terminal mit drei Jahren Verspätung ans Netz. Das Spezialschiff „Energos Force“ liegt derzeit noch in Jordanien. Die Betreiber versichern: Die rechtzeitige Rückkehr nach Stade-Bützfleth ist vertraglich gesichert.
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Die Stadt Stade begrüßt die Planungssicherheit. Doch das schwimmende Terminal ist nur ein Zwischenschritt. Für 2029 ist ein festes LNG-Terminal an Land geplant. Stade reiht sich damit in die bestehenden Standorte Wilhelmshaven, Brunsbüttel und Mukran ein.
Deutsche Umwelthilfe warnt
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) lehnt das Vorhaben ab. Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner nennt die LNG-Strategie gescheitert. Das Terminal sei energiepolitisch unnötig – die bestehenden Kapazitäten seien bereits jetzt nur mittelmäßig ausgelastet.
Ein zentraler Kritikpunkt: die Abhängigkeit von US-Importen. 2025 stammten über 90 Prozent der deutschen LNG-Einfuhren aus den USA. Die DUH warnt zudem vor geopolitischen Risiken. Eine Eskalation im Mittleren Osten oder die Sperrung der Straße von Hormus könnten die Versorgung gefährden.
Energiepolitische Großwetterlage
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Die Diskussion um Stade fällt in eine heiße Phase der Energiepolitik. Die Koalition verhandelt über ein umfassendes Energiepaket. Geplant sind eine EEG-Reform und ein neues Netzpaket. Ziel: 80 Prozent erneuerbare Energien am Stromverbrauch bis 2030. Im ersten Quartal 2026 lag der Anteil bei 53 Prozent.
Parallel dazu gibt es Bewegung bei der Industriestrompreis-Frage. Die EU-Kommission erlaubt nun einen subventionierten Industriestrompreis mit CO2-Kompensation. Wirtschaftsministerin Reiche spricht von einem Erfolg – räumt aber ein: Dafür braucht es rund eine Milliarde Euro zusätzlich aus dem Haushalt.
Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) warnt indes vor Risiken. Steigen die Energiepreise durch geopolitische Spannungen weiter, droht der deutschen Wirtschaft eine vorübergehende Schrumpfung. Für das zweite Quartal 2026 erwarten die Ökonomen eine Stagnation des Bruttoinlandsprodukts – nach einem starken Jahresstart.
