Lkw-Fahrverbot, Länder

Lkw-Fahrverbot: Drei Länder lockern Sonn- und Feiertags-Regeln wegen Niedrigwasser

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 23:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Wegen Rekord-Niedrigwasser am Rhein erlauben Rheinland-Pfalz, Saarland und NRW zusätzliche LKW-Fahrten an Sonn- und Feiertagen, um Lieferengpässe zu vermeiden.

Niedrigwasser: Drei Bundesländer lockern LKW-Sonntagsfahrverbot
Ein moderner Lkw fährt bei Sonnenuntergang auf einer deutschen Autobahn, um den Gütertransport bei Niedrigwasser zu sichern. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Erste Bundesländer lockern angesichts kritischer Pegelstände das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lastkraftwagen. Rheinland-Pfalz, das Saarland und Nordrhein-Westfalen reagieren damit auf die eingeschränkte Binnenschifffahrt, durch die wichtige Transportkapititäten auf dem Wasserweg wegfallen.

Ausnahmeregelungen bis September

In Rheinland-Pfalz und im Saarland ist die Aussetzung bereits wirksam und zunächst bis zum 30. September befristet. NRW hat eine ähnliche Regelung erlassen, die vorerst bis zum 31. August gilt. Die Lockerungen betreffen gezielt Transporte von Gütern, die wegen des extremen Niedrigwassers nicht mehr per Schiff befördert werden können. Auch damit verbundene Leerfahrten sind von der Ausnahme erfasst. Großraum- und Schwertransporte bleiben jedoch ausgeschlossen.

NRW geht noch einen Schritt weiter: Dort dürfen entsprechende Transporte bis Ende August auch an Samstagen während der Sommerferien durchgeführt werden. Verkehrsminister Krischer unterstützt die Maßnahme und verweist auf die Notwendigkeit eines bundesweiten Konsenses in dieser Krisenlage.

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Rekordtief von 15 Zentimetern

Hintergrund ist die zugespitzte Lage am Rhein, dessen Pegel stellenweise ein Rekordtief von 15 Zentimetern erreicht hat. Die Binnenschifffahrt kann viele Warenströme nicht mehr im gewohnten Umfang bewältigen. Die Verlagerung auf die Straße wird damit unumgänglich, um die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten.

Verdi und BGL üben Kritik

Trotz der logistischen Notwendigkeit gibt es Widerstand. Die Gewerkschaft ver.di lehnt die Aufhebung des Fahrverbots ab. Die Arbeitnehmervertreter kritisieren die zusätzliche Belastung für Berufskraftfahrer und befürchten eine Verschlechterung der Arbeits- und Lebensbedingungen durch die Arbeit an Ruhetagen.

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Skepsis kommt auch vom Bundesverband Güterverkehr und Logistik (BGL). Der Verband bezweifelt, dass die Lockerungen ausreichen, um die Transportausfälle in der Schifffahrt nennenswert zu kompensieren. Zugleich mahnt der BGL eindringlich, die gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten strikt einzuhalten. Wirtschaftsvertreter diskutieren unterdessen weitere Maßnahmen – die politische Unterstützung für eine Entlastung der Logistikketten wächst in der aktuellen Wettersituation.

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