Lithium-Projekt, Zinnwald

Lithium-Projekt Zinnwald: AMG übernimmt europäische Lagerstätte komplett

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 20:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

AMG sichert sich die volle Kontrolle über Europas größte Lithium-Lagerstätte in Sachsen und plant eine umfassende Neubewertung des Projekts.

AMG übernimmt Zinnwald Lithium: Komplette Kontrolle über sächsisches Projekt
Moderne Lithium-Abbauanlage im Erzgebirge mit Fokus auf industrielle Infrastruktur und Bergbaulandschaft. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der niederländische Spezialmetallkonzern AMG Critical Materials hat die restlichen 71 Prozent an Zinnwald Lithium gekauft. Damit kontrolliert das Unternehmen das gesamte Lithium-Projekt im sächsischen Osterzgebirge. Bereits seit 2023 hielt AMG eine Minderheitsbeteiligung von rund 30 Prozent.

Die Aktien von Zinnwald Lithium werden nicht mehr an der Londoner Börse gehandelt. In den kommenden Wochen wandelt AMG die Anteile in eigene Papiere um. Die operative Einheit in Dresden und Altenberg bleibt als Zinnwald Lithium GmbH erhalten.

Europas größte Lithium-Lagerstätte

Das Vorkommen bei Zinnwald und Cínovec gilt als größte zusammenhängende Lagerstätte dieser Art in Europa. Rund 2,6 Millionen Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent sollen dort lagern. Die geplanten Kapazitäten könnten jährlich Batterien für etwa eine Million Elektroautos liefern.

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter sieht die Übernahme als starkes Signal für den Rohstoffstandort. Die Investition sichere kritische Rohstoffe für Europa und stärke die Region. AMG betreibt bereits in Bitterfeld-Wolfen die erste Lithiumhydroxid-Raffinerie Europas. Sie soll künftig das Erz aus dem Erzgebirge verarbeiten.

Neubewertung nach Kritik

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Das Projekt stößt in der Region auf Widerstand. Bürgerinitiativen kritisieren die Standorte der Aufbereitungsanlage und der Abraumhalden. Zudem hatte das Unternehmen Fehler in Umwelt- und Sozialverträglichkeitsdokumenten eingeräumt.

AMG kündigte eine umfassende Neubewertung an. Auf 18 bis 24 Monate veranschlagt das Management die Phase. Im Fokus: eine Verkleinerung des Projektumfangs, eine bessere Umweltbilanz und niedrigere Betriebskosten. Ziel sei eine engere Zusammenarbeit mit den Gemeinden vor Ort.

Zeitplan bis zur Förderung

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In den kommenden Monaten startet eine detaillierte Machbarkeitsprüfung. Ergebnisse erwartet das Unternehmen für Anfang 2027. Ende 2026 soll der Bau eines Explorationsstollens beginnen.

Die eigentliche Förderung ist für 2030 geplant – dann jährlich bis zu 1,6 Millionen Tonnen Erz. Der Abbau erfolgt schrittweise, begleitet vom sächsischen Wirtschaftsministerium. In Bitterfeld-Wolfen ist zudem eine Kapazitätserweiterung von 20.000 auf bis zu 100.000 Tonnen Lithiumhydroxid vorgesehen.

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