Lithium-Ionen-Akkus, Brände

Lithium-Ionen-Akkus: Brände in Müllfahrzeugen – was Kommunen jetzt tun

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Falsch entsorgte Lithium-Akkus verursachten mehrere Brandgefahren. Kommunen und Fachstellen informieren über Rückgabe, Trennung und Recycling.

Lithium-Akkus im Müll: Brände erhöhen den Druck auf Rückgabe
Spezialcontainer zur Entsorgung von Batterien und Lithium-Ionen-Akkus in einem Recyclingbetrieb. Illustration mit AI erstellt.

Die zunehmende Verbreitung von Lithium-Ionen-Akkus in Alltagsgegenständen stellt Entsorgungsbetriebe und Feuerwehren vor wachsende Herausforderungen. Da eine fehlerhafte Entsorgung über den Hausmüll schwerwiegende Brände auslösen kann, intensivieren Kommunen und Fachstellen ihre Informationskampagnen zur korrekten Handhabung dieser Energiespeicher.

Aktuelle Vorfälle in Abfallwirtschaftsbetrieben unterstreichen die Dringlichkeit einer systematischen Aufklärung über die bestehenden Rückgabesysteme und gesetzlichen Verpflichtungen.

Akute Brandgefahren in der Entsorgungswirtschaft

Dass von falsch entsorgten Akkus eine erhebliche Gefahr ausgeht, zeigt sich regelmäßig in Entsorgungszentren und Sammelfahrzeugen. In Heidelberg informierten Fachstellen am 1. September 2026 erneut über die Brandrisiken, nachdem Anfang August in einer Müllverladehalle in Wieblingen ein Feuer ausgebrochen war.

Die Stadtverwaltung nutzt diesen Anlass, um auf die korrekte Entsorgung von Akkus in Gegenständen wie Smartphones, elektrischen Zahnbürsten oder Spielzeug hinzuweisen.

Ähnliche Vorfälle ereigneten sich am 1. September 2026 in Worms, wo ein vermutlich falsch entsorgter Akku zu einer Rauchentwicklung im Pressraum eines Papiersammelfahrzeugs der ebwo AöR führte.

Die Feuerwehr konnte einen Brand verhindern; als Ursache wurden ein Staubsaugerroboter und weitere Elektrokleingeräte im Papiermüll identifiziert. Auch im privaten Umfeld ist das Risiko präsent, wie ein Beispiel aus Hamburg-Wandsbek zeigt, wo die Explosion eines E-Bike-Akkus einen Wohnungsbrand auslöste.

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Fachbetriebe wie das Recycling-Werk von Saubermacher in Premstätten verdeutlichen die Dimensionen der Materialströme. Das Werk verarbeitet jährlich etwa 3000 Tonnen Haushaltsbatterien sowie zwischen 800 und 900 Tonnen Lithium-Ionen-Akkus. Der dortige Anlagenleiter wies Ende August 2026 darauf hin, dass Feuerwehreinsätze aufgrund von Selbstentzündungen der Akkus zum operativen Risiko gehören.

Regulatorische Rahmenbedingungen für Handel und Kommunen

Für Verbraucher und Unternehmen gelten klare Vorschriften zur Rückgabe von Altbatterien. In Heidelberg etwa nehmen die Recyclinghöfe in Wieblingen und Kirchheim Akkus an.

Seit dem 1. Juli 2026 erfolgt jedoch keine Annahme mehr an den Standorten Emmertsgrund, Handschuhsheim und Ziegelhausen. Sylvia Hafner vom Abfallwirtschaftsstadtreinigung (ASZ) der Stadt Heidelberg appellierte bereits am 27. August 2026 an die Bürger, Akkus unter keinen Umständen im Rest- oder Biomüll zu entsorgen.

Zudem ist der Handel gesetzlich zur Rücknahme verpflichtet. Einzelhändler mit einer Verkaufsfläche für Elektrogeräte von mindestens 400 Quadratmetern sowie Lebensmittelmärkte mit einer Gesamtverkaufsfläche von mindestens 800 Quadratmetern, die mehrmals im Jahr Elektrogeräte anbieten, müssen Elektrokleingeräte unentgeltlich zurücknehmen.

Diese Regelung gilt für bis zu drei Geräte pro Geräteart, sofern die Kantenlänge der Altgeräte 25 Zentimeter nicht überschreitet. Ein Neukauf ist für die Rückgabe dieser Kleingeräte nicht erforderlich.

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Internationale Perspektiven und ökologische Potenziale

Die Problematik ist ein grenzübergreifendes Phänomen. In Belgien starteten die Organisationen Bebat, Fost Plus und Recupel am 31. August 2026 eine gemeinsame Kampagne, um davor zu warnen, Lithium-Ionen-Batterien im Papier- oder Restmüll zu entsorgen.

Hintergrund sind unter anderem Brände in Brüsseler Müllwagen im Juli. Allein im Jahr 2025 wurden in Belgien 27,8 Millionen Lithium-Ionen-Batterien in den Verkehr gebracht, was die Bedeutung funktionierender Rücknahmekreisläufe unterstreicht.

Neben dem Sicherheitsaspekt bietet die korrekte Trennung erhebliche ökologische Vorteile. Nach Angaben der Initiative "Mülltrennung wirkt" enthalten auch Produkte wie E-Zigaretten Lithium-Ionen-Batterien und müssen gesondert entsorgt werden.

Eine konsequente Abfalltrennung könne jährlich rund 1,95 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente einsparen und die Gewinnung von etwa 4 Millionen Tonnen Sekundärrohstoffen ermöglichen. Um das Brandrisiko bei der Abgabe weiter zu minimieren, empfehlen Fachstellen zudem, die Pole der Batterien vor der Entsorgung abzukleben.

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