Lithium-Brände, SAS

Lithium-Brände: SAS startet automatisches Frühwarnsystem ab Juni

28.05.2026 - 18:23:08 | boerse-global.de

Messen und Innovationen zeigen, wie Feuerwehren auf Lithium-Brandgefahren und neue Energietechniken reagieren.

Lithium-Brände: SAS startet automatisches Frühwarnsystem ab Juni - Foto: über boerse-global.de
Lithium-Brände: SAS startet automatisches Frühwarnsystem ab Juni - Foto: über boerse-global.de

Im Juni 2026 stehen gleich mehrere Messen und Produktvorstellungen an, die zeigen: Lithium-Ionen-Batterien und erneuerbare Energien verändern die Arbeit der Feuerwehren grundlegend.

Neue Früherkennung für Lithium-Risiken

Das Schweriner Recyclingunternehmen SAS hat am 26. Mai ein neues Frühwarnsystem in Betrieb genommen. Es kombiniert Wärme- und Videokameras zu einer Panorama-Thermografie der gesamten Anlage. Ab 70 Grad Celsius schlägt das System Alarm – automatisch und direkt bei der Feuerwehr. Nach einer Übergangsphase soll die neue Technik ab Juni die alleinige Detektionsmethode sein.

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Hintergrund: Lithium-Ionen-Batterien in Elektrogeräten und E-Autos gelten als wachsendes Risiko in der Abfallwirtschaft. Sie können sich spontan entzünden und sind mit herkömmlichen Methoden schwer zu löschen.

Parallel dazu treibt die Forschung die Bekämpfung solcher Brände voran. Der japanische Konzern TOPPAN Holdings hat im Mai ein zweijähriges Gemeinschaftsprojekt mit der Feuerwehr Tokio gestartet. Ziel ist ein dreistufiges Löschgerät, das eine spezielle Löschfolie mit hitzeabsorbierenden und feuerfesten Materialien kombiniert. Es soll erste Löschmaßnahmen, Kühlung und die Verhinderung der Brandausbreitung ermöglichen. Der Marktstart ist für März 2028 geplant.

INTERSCHUTZ: Elektro-Lkw und Drohnen im Einsatz

Die Weltleitmesse INTERSCHUTZ öffnet vom 1. bis 6. Juni in Hannover ihre Tore. Rund 1.750 Aussteller aus 55 Ländern präsentieren auf 118.000 Quadratmetern ihre Neuheiten. Das Motto: „Safeguarding Tomorrow" – die Sicherheit von morgen.

MAN feiert die Weltpremiere des eTGS 28.449, eines vollelektrischen Abrollkippers für die Feuerwehr. Der Lkw leistet 449 PS und hat eine Batteriekapazität von 400 kWh. Ebenfalls neu: ein Tanklöschfahrzeug (TLF-V), das speziell für Waldbrände entwickelt wurde.

Rosenbauer zeigt ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 20) für die Feuerwehr Werl mit einer Besonderheit: Auf dem Dach ist eine Fotokite Sigma+ Drohne montiert. Sie wird direkt vom Fahrzeug mit Strom versorgt und kann daher unbegrenzt in der Luft bleiben. Die ersten 30 Minuten eines Einsatzes zeichnet sie auf – für die spätere Analyse.

Solarsicherheit und Heimspeicher im Fokus

Die Messen Intersolar Europe und ees Europe in München (23. bis 25. Juni) widmen sich der Sicherheit erneuerbarer Energien. CITEL stellt neue Feuerwehrschalter vor: Die Modelle FWS 3 und FWS 6 trennen Solarmodule bei einem Notfall mit bis zu 1000 Volt Gleichspannung vom System.

Für Privathaushalte bringt Goodwe sein ESA-Batteriespeichersystem nach Deutschland. Es verfügt über eine sechsstufige Sicherheitsarchitektur mit Aerosol-Löschung und integriertem Überspannungsschutz.

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Ob Solaranlage oder E-Lkw – neue Technologien im Betrieb erfordern immer auch eine aktuelle Bewertung der Brandrisiken. Mit dieser kostenlosen Excel-Vorlage erstellen Sicherheitsfachkräfte eine rechtssichere Gefährdungsbeurteilung im Brandschutz inklusive Risikomatrix und Maßnahmenplan. Kostenlose Excel-Vorlage zur Gefährdungsbeurteilung sichern

Im Industriebereich präsentiert FENECON das System „Industrial M". Es handelt sich um eine 10-Fuß-Containerlösung, die Automobilbatterien nutzt und einen Wirkungsgrad von bis zu 95 Prozent erreicht.

Wenn die Höhe zur Falle wird

Zwei aktuelle Einsätze zeigen, warum die neuen Techniken dringend nötig sind. Am 23. Mai brannte ein Windrad nahe der A7 bei Kitzingen. Für die Einsatzkräfte war der Brand nicht zu löschen: Die Nabe hing in 100 Metern Höhe, herabfallende Trümmer machten eine direkte Bekämpfung unmöglich. Die Feuerwehr setzte Drohnen des THW zur Wärmebildüberwachung ein und sicherte einen großzügigen Sperrbereich.

Nur drei Tage später, am 26. Mai, waren Spezialkräfte an einem Gymnasium in Bayreuth gefordert. Dort lagerten jahrzehntealte chemische Lösungsmittel, die durch Kristallbildung schlagempfindlich geworden waren. Die Substanzen wurden auf einer nahegelegenen Wiese kontrolliert gesprengt – die Schule war während der Osterferien leer.

Neue Zulassungen für den baulichen Brandschutz

Auf der FeuerTrutz in Nürnberg (24. und 25. Juni) stehen technische Weiterentwicklungen im baulichen Brandschutz im Mittelpunkt. Armacell präsentiert neue Zulassungen für seine Systeme ArmaFlex Protect und AustroFlex FIRE PROOF. Sie erlauben jetzt die Installation ohne Abstand sowie die Abdichtung von vordämmten Kupfer- und Solarleitungen.

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