Lieferketten-Stabilität: Unternehmen mit optimierten Netzwerken wachsen 3,6% schneller
24.06.2026 - 00:06:46 | boerse-global.de
Wer seine Lieferketten stabilisiert, wächst schneller.
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400 Milliarden Dollar Verschiebung
Die Handelsströme verändern sich massiv. Laut dem aktuellen Global Value Chains Outlook des Weltwirtschaftsforums (WEF) führten Zolleskalationen im Jahr 2025 zu einer Verschiebung von Warenströmen im Wert von über 400 Milliarden US-Dollar.
Unternehmen, die ihre Liefernetzwerke stabilisiert haben, erzielen ein um 3,6 Prozent höheres Umsatzwachstum als der Branchendurchschnitt. Doch nur 13 Prozent der Organisationen haben entsprechende Kennzahlen fest in ihre täglichen Prozesse integriert.
Produktion wandert nach Osteuropa
Der United Interim Wirtschaftsreport 2026 zeigt einen klaren Trend: 48 Prozent der befragten Interim Manager beobachten eine Verlagerung von Produktionskapazitäten nach Osteuropa. Polen, Ungarn, Rumänien und Tschechien sind die Hauptziele.
Asien bleibt wichtig, hier stehen China, Indien und Vietnam im Fokus. Für 22 Prozent der Unternehmen gewinnen zudem die USA an Attraktivität. Die Kosten sind hoch: Eine umfassende Re-Regionalisierung erfordert Investitionen von mehr als zwei Prozent des Jahresumsatzes.
Digitale Helfer für ESG-Pflichten
Um die steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen zu erfüllen, setzen Firmen auf Technologie. Mitte Juni gaben IntegrityNext und die Plattform leadity eine Partnerschaft bekannt. Mittelständler sollen so Lieferkettensorgfaltspflichten und CO?-Berechnungen leichter bewältigen.
Auf dem Osapiens Summit in Mannheim Anfang Juni kündigte das Unternehmen Kooperationen mit SAP und Greendot an. KI-Agenten sollen künftig Millionen von Lieferanten automatisch auf Compliance prüfen.
Praxisbeispiele zeigen: Öko und Ökonomie passen zusammen
Der Fahrradreifenhersteller Schwalbe senkte seine CO?-Emissionen zwischen 2018 und 2024 um 56 Prozent – und wuchs gleichzeitig. Das Unternehmen integrierte Nachhaltigkeitsaspekte direkt in das Management-Dashboard.
Auch Nescafé macht Fortschritte: 2025 bezog der Konzern 53 Prozent seines Rohkaffees aus regenerativer Landwirtschaft. Die Treibhausgasemissionen sanken im Vergleich zu 2018 um über 18 Prozent.
Bis 2040 drohen 183 Risiken
Die langfristigen Herausforderungen bleiben gewaltig. Eine Studie des Fraunhofer ISI im Auftrag der Funk Stiftung identifiziert für die Lebensmittelindustrie bis 2040 insgesamt 183 Einzelrisiken in 19 Clustern. Besonders kritisch: Klimawandel, Cyber-Sicherheit, Logistikstörungen und regulatorische Anforderungen.
Die Risiken werden immer stärker miteinander verflochten. Klassisches Risikomanagement stößt zunehmend an seine Grenzen.
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China verschärft Exportkontrollen
Die geopolitischen Spannungen verschärfen die Lage. Peking verhängte jüngst Beschränkungen für Seltenerdelemente gegen mehrere US-Unternehmen. China dominiert 80 bis 90 Prozent der globalen Versorgung.
Die G7-Staaten wollen die Abhängigkeit bei kritischen Mineralien bis Ende des Jahrzehnts auf unter 60 Prozent senken. Chinas stellvertretender Ministerpräsident forderte heute internationale Anstrengungen zum Schutz globaler Lieferketten vor protektionistischen Tendenzen.
