Lehrerbesoldung: NRW zahlt A13 seit 1. August
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 04:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Lehrer in NRW verdienen bald deutlich mehr, der Mindestlohn steigt weiter: Die deutsche Arbeitswelt erlebt 2026 massive Gehaltsanpassungen. Besonders im Osten gibt es eine Überraschung beim Gender Pay Gap.
NRW zahlt Lehrern jetzt A13
Seit dem 1. August werden in Nordrhein-Westfalen alle voll ausgebildeten Lehrkräfte an Grund-, Haupt- und Realschulen nach der Besoldungsgruppe A13 vergütet. Für angestellte Pädagogen greift die Entgeltgruppe E13. Das bedeutet monatlich 600 bis 700 Euro mehr brutto.
Damit setzt das Bundesland einen Stufenplan aus dem Koalitionsvertrag um. Auch Hessen und Bayern ziehen nach, dort soll die Angleichung bis Sommer 2028 abgeschlossen sein. Gewerkschaften hatten diese Gleichstellung seit Jahrzehnten gefordert.
Mindestlohn: 13,90 Euro und es geht weiter
Seit Januar gilt in Deutschland ein Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde – 1,08 Euro mehr als im Vorjahr. Bis zu 6,6 Millionen Arbeitsverhältnisse profitieren davon, das sind rund 17 Prozent aller Beschäftigten. Besonders stark betroffen: das Gastgewerbe, wo mehr als die Hälfte der Jobs unter der neuen Grenze lag.
Regional zeigt sich ein klares Gefälle. In Westdeutschland profitieren 16 Prozent der Beschäftigten, in Ostdeutschland 20 Prozent. Spitzenreiter ist Mecklenburg-Vorpommern mit 22 Prozent. Die Minijob-Grenze stieg parallel auf 603 Euro monatlich. Für 2027 ist bereits die nächste Anhebung auf 14,60 Euro geplant.
Wer sich mit der Beschäftigung von Aushilfskräften befasst, muss die neuen Verdienstgrenzen zwingend rechtssicher im Vertrag festhalten. Diese kostenlose Mustervorlage hilft Arbeitgebern, alle rechtlichen Fallstricke sofort zu umgehen. Arbeitsvertrag für Minijobber in wenigen Minuten fertig – kostenlos und rechtssicher
Ost-Frauen verdienen mehr als Männer
Das Median-Bruttomonatsentgelt kletterte im vergangenen Jahr auf 4217 Euro – ein Plus von 5,1 Prozent. Hamburg führt mit 4768 Euro, das Schlusslicht bilden Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Der West-Ost-Abstand bleibt mit über 550 Euro groß.
Eine Besonderheit zeigt sich beim Gender Pay Gap in Ostdeutschland: Vollzeitbeschäftigte Frauen verdienen dort mit 3855 Euro im Median mehr als Männer mit 3711 Euro. Grund sind die höhere Vollzeitquote von Frauen und die bessere Kinderbetreuung in den östlichen Bundesländern. Bundesweit liegt der Unterschied bei 309 Euro zuungunsten der Frauen.
Angesichts der steigenden Minijob-Grenze ab Januar 2026 sollten Unternehmen ihre bestehenden Vereinbarungen dringend auf Aktualität prüfen. Ein aktueller Experten-Report unterstützt Personalverantwortliche dabei, rechtzeitig alle notwendigen Anpassungen vorzunehmen. Jetzt kostenlose Mustervorlage sichern und auf dem neuesten Stand bleiben
Ausbildung: Über 1000 Euro im ersten Lehrjahr
Die tariflichen Ausbildungsvergütungen stiegen 2025/26 um durchschnittlich 3,9 Prozent. Die meisten Azubis verdienen damit schon im ersten Jahr über 1000 Euro. Spitzenreiter sind die Pflege im öffentlichen Dienst sowie der Versicherungs- und Bankensektor. In tarifungebundenen Betrieben erhalten allerdings weiterhin 45 Prozent der Azubis nur die gesetzliche Mindestvergütung.
In der niedersächsischen Süßwarenindustrie gab es nach Streiks einen Abschluss mit drei Erhöhungsstufen. Davon profitieren in der Region Lüneburg mehr als 1400 Beschäftigte.
So steht Deutschland im EU-Vergleich da
Mit seinem Mindestlohnniveau liegt Deutschland im europäischen Spitzenfeld. 22 der 27 EU-Staaten haben eine nationale Lohnuntergrenze. Luxemburg zahlt mit 2771 Euro am meisten, Irland folgt mit 2391 Euro. Am unteren Ende: Bulgarien mit 620 Euro und Lettland mit 780 Euro.
In Polen wird über eine Anhebung auf 4950 PLN für 2027 beraten – ein Plus von rund 3 Prozent. Während Arbeitgeber den Vorschlag unterstützen, fordern Gewerkschaften deutlich mehr. Eine Entscheidung soll bis Mitte September fallen.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
