Ladungssicherung: Lkw mit 23 Tonnen kaum gesichert auf A5
03.06.2026 - 02:18:48 | boerse-global.deEin Lkw aus Luxemburg transportierte mehr als 23 Tonnen Plastikgranulat – die Ladung war kaum gesichert. Der Fahrer war zudem deutlich zu schnell unterwegs.
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Gefährliche Fahrt: Ladung verrutscht, Tempo überschritten
Am 1. Juni stoppte die Autobahnpolizei an der Rastanlage Eifa einen Sattelzug eines luxemburgischen Transportunternehmens. Die Inspektion ergab: Die schwere Fracht war nur unzureichend gesichert. Statt spezieller Zurrgurte hielt vor allem die Bordwand die tonnenschwere Ladung in Position. Das Granulat war bereits deutlich verrutscht.
Die digitalen Kontrolldaten des Fahrtenschreibers brachten eine weitere Gefahr ans Licht: Der 41-jährige Fahrer war mit bis zu 108 km/h unterwegs – erlaubt sind für Lkw auf deutschen Autobahnen 80 km/h. Die Konsequenzen sind empfindlich. Gegen das Transportunternehmen läuft ein Ordnungswidrigkeitenverfahren mit einer Geldbuße im mittleren vierstelligen Bereich. Den Fahrer erwartet eine dreistellige Strafe.
Aktualisierte Branchenrichtlinien vom 2. Juni unterstreichen die Pflicht zur ordnungsgemäßen Ladungssicherung. Experten betonen: Nur geeignete Zurrpunkte dürfen verwendet werden. Besonders bei Säcken ist Vorsicht geboten – sie können sich während der Fahrt zusammendrücken und lockern, was die Stabilität der gesamten Ladung gefährdet.
Digitale Hilfe gegen müde Lkw-Fahrer
Das Bundesverkehrsministerium hat am 2. Juni einen neuen digitalen Parkinformationsdienst (SID) gestartet. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder erklärte, das System solle die gefährliche Parkplatzsuche reduzieren. Es zeigt nahezu in Echtzeit die Belegung von rund 1.850 Rastanlagen an.
Die Daten stammen vom Lkw-Mautsystem Toll Collect und fließen in die nationale Plattform „Mobilithek". Das Ziel: Fahrer sollen ihre vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten können, ohne riskante Parkmanöver durchführen oder übermüdet weiterfahren zu müssen.
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Haftungsfragen und neue Trends in der Logistik
Ein Urteil des Landgerichts Hamburg sorgt für Klarheit bei Routenänderungen. Der Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) wies darauf hin: Weicht ein Frachtführer ohne technischen oder sachlichen Grund von der geplanten Route ab, haftet er im Schadensfall voll – insbesondere wenn die Abweichung das Risiko für die Ladung erhöht.
Die Logistikbranche steht vor einem grundlegenden Wandel. Die Miebach-Studie 2026, veröffentlicht im Februar, zeigt: 65 Prozent der befragten Verlader und Dienstleister erwarten weiteres Wachstum beim Outsourcing. Kosteneffizienz und die Vermeidung hoher Investitionen treiben diesen Trend. Doch die Kehrseite: 85 Prozent der deutschen Verlader sehen die Abhängigkeit von einem einzigen Dienstleister als erhebliches Risiko. Fast drei Viertel planen daher, bestimmte Logistikfunktionen wieder ins Unternehmen zu holen.
Ausbildung und Technik: Neue Wege für mehr Sicherheit
Der Fachkräftenachwuchs in der Logistik wird aktiv gefördert. Im bayerischen Oberland starteten Anfang Juni neue Zertifikatskurse für Ladekranführer. Die zweitägigen Schulungen vermitteln sowohl Theorie als auch praktische Anwendung. Auszubildende der Speditions- und Logistikberufe aus Emden und Leer besuchten die Umschlaganlagen von Rhenus Ports und das Dörpen Terminal (DUK), um Containerumschlag und den Wechsel von Schiene auf Straße hautnah zu erleben.
Auch technisch tut sich etwas. Neue Frequenzumrichter für Industrieanlagen verfügen über erweiterte Sicherheitsfunktionen wie „Sicher begrenzte Geschwindigkeit" (SLS) und „Sichere Höchstgeschwindigkeit" (SMS). Die Fachhochschule Dortmund forscht zudem im Rahmen eines europäischen Projekts an Hochvolt-Antriebssystemen mit über 1.000 Volt. Die Technologie soll künftige Elektro-Lkw effizienter machen und deutlich kürzere Ladezeiten ermöglichen.
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