Kurzzeitpflege, PNOG

Kurzzeitpflege im PNOG: Nur noch 9 bis 11 statt bis zu 18 Tage geplant

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Verbände warnen vor Personalabbau, Versorgungslücken und finanziellen Folgen durch den Gesetzentwurf zur Pflege.

Pflegeneuordnungsgesetz: Protest in Kiel gegen geplante Einschnitte
Symbolbild: Schutzhelm und Schutzbrille auf einer Werkbank Illustration mit AI erstellt.

Rund 1.000 Pflegekräfte, Einrichtungsinhaber und Mitarbeitende haben in Kiel gegen das geplante Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) demonstriert. An der Protestaktion, die sich gegen drohende Verschlechterungen in der Versorgung sowie ökonomische Risiken für Pflegeeinrichtungen richtet, beteiligten sich nach Angaben der Verbände bpa, DBfK und IGAP über 400 Autos. Die Demonstration führte die Teilnehmenden durch die Innenstadt bis zum Landeshaus.

Verbände warnen vor schwerwiegenden Folgen für die Versorgung

Die organisierenden Verbände bpa, DBfK und IGAP kritisieren den Gesetzentwurf als unausgewogen und fordern eine grundlegende Überarbeitung. Ein zentraler Punkt der Kritik ist die befürchtete Ungleichbehandlung bei der Gehaltsrefinanzierung. Zudem warnen die Verbände davor, dass durch die Einführung der geplanten Pflegebegleitung bundesweit bis zu 20.000 Pflegefachkräfte aus der direkten Patientenversorgung abgezogen werden könnten.

Erste Berechnungen unterstreichen die Sorgen der Branche: Eine Blitzumfrage unter 100 ambulanten Pflegediensten in Schleswig-Holstein deutet auf erhebliche Stellenkürzungen hin. Hochgerechnet auf die rund 650 Pflegedienste im Land könnten demnach etwa 4.000 hauswirtschaftliche Stellen wegfallen.

Auch der bad (Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen) mahnt, dass Einschränkungen die häusliche Versorgung gefährden und langfristig eine teurere stationäre Pflege begünstigen könnten. Der bad setzt sich stattdessen für einen Ausbau der Pflegebegleitung über die bereits etablierten Beratungsstrukturen der ambulanten Dienste ein.

Kritik an Finanzierung und Leistungsansprüchen

Neben den personellen Auswirkungen stehen auch finanzielle Details in der Kritik. Der Verband der Ersatzkassen (vdek) beziffert die Finanzierungslücke der sozialen Pflegeversicherung auf 8 Mrd. Euro und sieht den Gesetzentwurf lediglich als Instrument zur kurzfristigen Stabilisierung. Parallel dazu wurden von offizieller Seite drohende Defizite im Pflegesektor mit bis zu 15 Mrd. Euro benannt.

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Die geplante Kürzung der Kurzzeitpflege von 17 bis 18 auf nur noch 9 bis 11 Tage trifft Pflegedienste mitten in der ohnehin angespannten Finanzlage — der vdek beziffert die Lücke der sozialen Pflegeversicherung auf 8 Mrd. Euro, offizielle Stellen nennen bis zu 15 Mrd. Euro. Wer jetzt die Auswirkungen auf Personal, Belegung und Vergütung durchrechnet, ist bei der erwarteten Kabinettsentscheidung Ende September vorbereitet. Kostenlosen PNOG-Handlungsplan anfordern

Besondere Sorge bereitet Akteuren wie dem Pflegedienst Schneiderhan und der evangelischen Altenhilfe St. Georgen die geplante Kürzung der Kurzzeitpflege. Den Plänen zufolge könnten Pflegebedürftige künftig nur noch 9 bis 11 Tage am Stück Kurzzeitpflege nutzen, statt wie bisher 17 bis 18 Tage.

Zudem wird kritisiert, dass ein geplantes Sozialraumbudget für Pflegegrade 2 bis 5 nicht für Pflegegrad 1 verfügbar wäre, was die Belastung für Angehörige weiter erhöhen könnte.

Weitere fachliche Bedenken äußerten die Verbände BPI, BVMed, DAV, IHO und VVHC hinsichtlich der geplanten Abschaffung des eigenständigen Sachleistungsanspruchs für Pflegehilfsmittel. Sie warnen, dass dies den Infektionsschutz und die häusliche Versorgung von Millionen Betroffenen beeinträchtigen könnte.

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Eine Blitzumfrage unter 100 ambulanten Pflegediensten in Schleswig-Holstein deutet auf erhebliche Stellenkürzungen hin — hochgerechnet könnten rund 4.000 hauswirtschaftliche Stellen wegfallen. Wenn Sie wissen wollen, wie Sie Ihr Team und Ihre hauswirtschaftliche Versorgung durch die geplante PNOG-Umstellung bringen, liefert Ihnen dieser Leitfaden die Argumente und Schritte. Argumentationsleitfaden jetzt sichern

Die Caritas Mönchengladbach warnt zudem vor dem Ende der vollständigen Refinanzierung tariflicher Personalkostensteigerungen. In diesem Zusammenhang unterstützen zahlreiche Akteure die Petition „Tariftreue besser machen!“, die bereits mehr als 9.100 Unterstützende verzeichnet.

Angesichts der für Ende September erwarteten Kabinettsentscheidung wächst der Druck auf die Politik, die Pläne im Hinblick auf ein angestrebtes Inkrafttreten zum 1. Januar 2027 noch einmal grundlegend zu prüfen.

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