Wichtiger USA-China-Gipfel: Finanzminister Bessent plant Treffen mit Vizepremier He vor Trump–Xi-Besuch
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 06:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Kurz vor dem geplanten Gipfel von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping in Washington will US-Finanzminister Scott Bessent am Wochenende den chinesischen Vizepremier He Lifeng treffen.
Treffen vor Xi-Besuch in Washington
Bessent kündigte das Treffen bei einer Anhörung im Ausschuss für Finanzdienstleistungen des US-Repräsentantenhauses an. Xi Jinping wird demnach am 24. September zu einem Treffen mit Trump in Washington erwartet. Aus Peking steht eine offizielle Bestätigung des Termins noch aus, solche Ankündigungen erfolgen dort häufig erst kurz vor einem Besuch.
Nach Angaben des US-Finanzministers hat es zwischen Washington und Peking bereits "sehr gute vertrauliche Gespräche" gegeben. Er erklärte, er freue sich darauf, diese Gespräche am Wochenende mit He Lifeng fortzusetzen.
Handel und KI im Mittelpunkt
Beim geplanten Gipfel der Präsidenten sollen Konflikte in Handelsfragen und der technologische Wettbewerb zwischen den beiden Großmächten eine wichtige Rolle spielen. Beide Regierungen verhandeln derzeit unter anderem über Zölle und Rahmenbedingungen für die Entwicklung Künstlicher Intelligenz.
US-Behörden werfen chinesischen Unternehmen vor, sich mit illegalen Mitteln Fähigkeiten amerikanischer KI-Modelle anzueignen. Peking weist diese Vorwürfe zurück und warnt vor Maßnahmen, die seine Technologiebranche behindern könnten.
Iran-Krieg als weiteres Thema
Nach Bessents Angaben soll es beim Gipfel auch um den Iran-Krieg gehen. Dabei stehen insbesondere Chinas finanzielle Verbindungen nach Teheran im Fokus der USA.
Die Volksrepublik gilt als wichtiger politischer und wirtschaftlicher Unterstützer des Irans. Sie ist zugleich ein bedeutender Abnehmer iranischen Öls, was der Regierung in Teheran wichtige Einnahmen verschafft.
Neue Gesprächsebene im angespannten Verhältnis
Das angekündigte Treffen zwischen US-Finanzminister Scott Bessent und Chinas Vizepremier He Lifeng markiert eine zusätzliche Gesprächsebene im ohnehin komplexen Verhältnis beider Staaten. Auf Ministerebene lassen sich technische Detailfragen zu Zöllen, Finanzflüssen und Regulierungen vorbereiten, die auf Gipfeln der Präsidenten nur grob skizziert werden. Für Unternehmen und Finanzmärkte sind solche Signale eines Dialogs wichtig, weil sie Erwartungen an künftige Handelsbedingungen beeinflussen.
Der Fokus auf Handelsfragen und Künstliche Intelligenz spiegelt wider, wie sehr sich die Rivalität der beiden größten Volkswirtschaften von klassischen Zollkonflikten hin zu einem technologischen Systemwettbewerb verlagert hat. Exportkontrollen für Hochtechnologie, Beschränkungen bei Halbleitern und strengere Aufsicht über Datenflüsse können direkte Folgen solcher Gespräche sein. Zugleich stehen Vorwürfe im Raum, chinesische Firmen würden sich mit unlauteren Methoden Zugang zu Fähigkeiten US-amerikanischer KI-Modelle verschaffen, was zusätzlichen Druck auf Regulierungsbehörden erzeugt.
Geopolitische Dimension über den Iran-Konflikt
Wenn Bessent ankündigt, beim Gipfel solle auch über den Iran-Krieg und Chinas finanzielle Verbindungen nach Teheran gesprochen werden, unterstreicht das die geopolitische Dimension der Wirtschaftsbeziehungen. China ist ein zentraler Abnehmer iranischen Öls und damit ein wichtiger Faktor für die finanzielle Handlungsfähigkeit Teherans. Diskussionen über mögliche Finanzsanktionen, Überwachung von Zahlungsströmen oder Beschränkungen für chinesische Unternehmen mit Iran-Geschäft können mittelbar auch europäische Märkte und energieabhängige Branchen betreffen.
Für Leserinnen und Leser bedeutet der bevorstehende Gipfel, dass Entscheidungen mit unmittelbaren Auswirkungen auf Handel, Technologiezugang und Energiemärkte vorbereitet werden. Ob die Gespräche zu einer Entspannung führen oder bestehende Konflikte weiter verschärfen, hängt davon ab, ob Washington und Peking zumindest in Teilfragen zu belastbaren Vereinbarungen kommen. Der zusätzliche Dialog zwischen Bessent und He Lifeng eröffnet dafür einen pragmatischen Kanal, bleibt aber eingebettet in eine strategische Konkurrenz, die langfristig eher zunimmt.
