USA China Gipfel: Unterhändler verhandeln über Handel und KI-Sicherheit
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 05:11 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWenige Tage vor dem geplanten Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping haben hochrangige Vertreter beider Staaten in New York über den Handelskonflikt und Sicherheitsrisiken beim Einsatz Künstlicher Intelligenz gesprochen.
Treffen in New Yorker Bankzentrale
Die Unterhändler kamen in der Zentrale der US-Großbank JPMorgan Chase zusammen. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte nach den Gesprächen, man habe der chinesischen Seite einen Mechanismus vorgeschlagen, um den Austausch wichtiger Informationen zur KI-Entwicklung sicherzustellen. Ziel sei eine gemeinsame Vision zu gemeinsamen Zielen und Bedrohungen.
Bessent sprach von einem sehr erfolgreichen Treffen mit Chinas Vize-Ministerpräsident He Lifeng, nannte jedoch keine weiteren inhaltlichen Details. Der Minister hatte zuvor betont, die Vereinigten Staaten seien offen für Gespräche darüber, wie Gefahren im Umgang mit KI vermieden werden könnten.
Board of Trade und Vorbereitung des Gipfels
Nach Angaben Bessents ging es in New York neben der KI-Thematik auch um den von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenen Handelsrat, das sogenannte Board of Trade. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer erklärte, die Gespräche sollten den Boden für ein erfolgreiches Gipfeltreffen zwischen Xi und Trump am Donnerstag bereiten.
US-Medienberichten zufolge soll Xi bereits am Mittwoch in Washington eintreffen. Die chinesische Seite äußert sich bislang zurückhaltend und informierte vorab nur knapp über den Besuch.
Zollpause und kritische Mineralien
Greer hatte im Vorfeld angekündigt, die US-Regierung werde die Umsetzung jüngster Zusagen überwachen und sich für einen ausgewogenen Handel einsetzen. Trump kritisiert seit Langem, dass China deutlich mehr in die Vereinigten Staaten exportiert als umgekehrt.
Ein weiteres Thema ist eine mögliche Verlängerung des derzeitigen Burgfriedens im Zollkonflikt. Die vereinbarte Zollpause läuft am 10. November aus. Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter bemängelte, China habe seine Zusage, die Lieferungen kritischer Mineralien wieder zu erleichtern, bisher nicht ausreichend erfüllt.
Breite Agenda beim Präsidentengipfel
Aus Peking hieß es, beide Seiten würden sich vom wichtigen Konsens der beiden Staatschefs leiten lassen und über Wirtschafts- und Handelsfragen beraten. Konkrete Themen nannte das chinesische Handelsministerium nicht.
Beim Gipfel der Präsidenten werden neben Handel und Technologie auch internationale Konflikte erwartet. Genannt werden der Iran-Krieg, die Spannungen um die Inselrepublik Taiwan sowie die Beziehungen Chinas zu Russland, die ebenfalls zur Sprache kommen könnten.
Strategische Weichenstellung für das Verhältnis der Supermächte
Das Treffen der Unterhändler in New York fügt sich in eine Phase, in der die Beziehungen zwischen den USA und China von gleichzeitiger Konkurrenz und Kooperation geprägt sind. Der Handelskonflikt bleibt zentral, doch die Aufnahme der Künstlichen Intelligenz als eigenes Verhandlungsthema zeigt, dass beide Seiten die technologischen Risiken und Chancen zunehmend sicherheitspolitisch denken. Wenn Minister Scott Bessent von einer gemeinsamen Vision spricht, deutet dies auf den Versuch hin, Mindeststandards für Transparenz und Informationsaustausch zu etablieren, ohne die eigene technologische Führungsposition preiszugeben.
Handel, Zölle und kritische Rohstoffe als Hebel der Machtpolitik
Die Debatte um eine Verlängerung des Burgfriedens im Zollkonflikt und die Kritik an ausbleibenden Erleichterungen bei kritischen Mineralien illustrieren, wie stark wirtschaftliche Fragen inzwischen als geopolitische Druckmittel genutzt werden. Die USA setzen auf einen vorgeschlagenen Handelsrat, um strukturiert Einfluss auf das Ungleichgewicht im Warenverkehr zu nehmen. Für Unternehmen in Europa und Deutschland sind solche Verhandlungen bedeutsam, weil sie Lieferketten, Preise und Verfügbarkeit wichtiger Rohstoffe beeinflussen können. Eine Eskalation nach Auslaufen der Zollpause im November könnte globale Märkte spürbar treffen.
Geopolitische Konflikte und KI-Sicherheit im Hintergrund
Dass beim Gipfel auch der Iran-Krieg, Taiwan und die Beziehungen Chinas zu Russland erwartet werden, unterstreicht die Breite der Agenda. KI-Sicherheit steht damit nicht isoliert, sondern im Kontext militärischer Spannungen und strategischer Rivalität. Für Leserinnen und Leser bedeutet dies: Die jetzt verhandelten Mechanismen zum KI-Informationsaustausch könnten langfristig bestimmen, wie verantwortungsvoll neue Technologien in einem Umfeld wachsender Konflikte eingesetzt werden. Jede Annäherung zwischen Washington und Peking verringert das Risiko, dass Handelsstreit, Technologie-Wettlauf und regionale Krisen unkontrolliert ineinandergreifen.
