Kündigungsgrund, Nummer

Kündigungsgrund Nummer eins: Schlechte Führung schlägt Gehalt

09.06.2026 - 08:39:48 | boerse-global.de

Eine aktuelle Studie zeigt: Das Verhalten von Vorgesetzten ist häufiger Kündigungsgrund als das Gehalt. Sicherheit und Entwicklung gewinnen an Bedeutung.

Studie: Schlechte Führung ist Hauptgrund für Jobwechsel
Kündigungsgrund - Eine Gruppe von Fachkräften in einem modernen Büroraum, die sich engagiert unterhalten und zusammenarbeiten. Fokus auf positive Interaktion. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Schlechte Chefs sind der häufigste Kündigungsgrund

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Nur zehn Prozent der deutschen Arbeitnehmer sind emotional stark an ihren Arbeitgeber gebunden. Das belegt der Gallup Engagement Index Deutschland 2025. Demnach ist das Verhalten der direkten Führungskraft häufiger ausschlaggebend für eine Kündigung als die Bezahlung.

Der Personaldienstleister Randstad bestätigt diesen Trend. Eine schlechte Führungskultur liegt mit 36 Prozent fast gleichauf mit zu niedriger Bezahlung (37 Prozent) als Kündigungsgrund. Auf Platz drei folgt die Unzufriedenheit mit der Work-Life-Balance (33 Prozent).

Für Patrick Löffler ist Gehaltstransparenz der Schlüssel. Eine nachvollziehbare Vergütungsstruktur schaffe Vertrauen und beuge Missgunst vor. Das sei Chefsache.

Berufseinsteiger setzen auf Sicherheit

Besonders deutlich verschieben sich die Prioritäten bei der nächsten Generation. Eine EY-Umfrage unter mehr als 2.000 Studierenden zeigt ein wachsendes Sicherheitsbedürfnis. Nur noch 39 Prozent rechnen sicher mit einem raschen Berufseinstieg – ein Rückgang um 15 Prozentpunkte seit 2024.

Jobsicherheit steht mit 52 Prozent an erster Stelle, gefolgt vom Gehalt (43 Prozent) und flexiblen Arbeitszeiten (41 Prozent). Experten sprechen von einem Paradigmenwechsel: Stabilität wird wichtiger als aggressive Gehaltssteigerungen.

Die Produktivitätsspirale: Erst Leistung, dann Lohn

Ökonomen warnen vor einem Trugschluss. Höhere Löhne führen nicht automatisch zu mehr Produktivität. Es sei umgekehrt, sagt Christian Dustmann vom University College London: Produktive Unternehmen können höhere Löhne zahlen.

Der noch unveröffentlichte „Handwerkskompass 2026“ von IW Consult bestätigt diesen Zusammenhang. Betriebe mit besserer Bezahlung arbeiten produktiver, was Spielraum für Investitionen und Mitarbeiter-Benefits schafft.

Entscheidungsfreiheit stärkt die Bindung: Laut Gallup wollen 79 Prozent der Beschäftigten mit hoher emotionaler Bindung auch im Folgejahr im Betrieb bleiben.

Gesundheit und Weiterbildung als neue Standards

Integrierte Konzepte gewinnen an Bedeutung. In der Pflegebranche starteten die AOK Bayern und die Hochschule Allensbach im März 2025 ein Projekt zum „Gesunden Onboarding“. Ab 2027 soll es die Fluktuation durch bessere soziale und gesundheitliche Integration senken.

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In Österreich führte der Staat gestern die sogenannte Weiterbildungszeit ein. Das Nachfolgemodell der Bildungskarenz fördert gezielt arbeitsmarktrelevante Ausbildungen. Unter bestimmten Gehaltsschwellen beteiligen sich Arbeitgeber mit 15 Prozent an der Weiterbildungsbeihilfe.

Neue gesetzliche Rahmenbedingungen

Zum 1. Juli steigen die Mindestlöhne in der Pflege gestaffelt: Pflegefachkräfte erhalten dann mindestens 21,03 Euro pro Stunde. Parallel diskutiert die Politik über eine verpflichtende Betriebsrente. Der DGB will bis Ende Juni konkrete Eckpunkte vorlegen – Arbeitgeberverbände warnen vor steigenden Lohnnebenkosten.

Alternative Benefits gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Laut IW bietet bereits jede zehnte Firma Werkswohnungen an, um dem Fachkräftemangel und der Wohnungsknappheit in Ballungsräumen entgegenzuwirken.

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