KTM-Skandal: Manipulierte Motorräder mit illegalen Emissionen
28.05.2026 - 01:30:43 | boerse-global.deErmittler werfen dem Konzern vor, über autorisierte Händler illegal frisierte Offroad-Motorräder mit gültiger Straßenzulassung verkauft zu haben.
Die Vorwürfe wiegen schwer: Die manipulierten Bikes überschreiten offenbar die gesetzlichen Emissions- und Lärmgrenzen massiv. Seit Bekanntwerden der Enthüllungen am 27. Mai 2026 ist der Aktienkurs des Mutterkonzerns Bajaj Mobility um über sieben Prozent eingebrochen.
Dreimal schneller, doppelt so laut – und völlig illegal
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Das International Council on Clean Transportation (ICCT) hat die Maschinen unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind alarmierend. Die gedrosselten Enduro-Modelle – insbesondere die KTM 300 EXC TPI – leisten entdrosselt das Dreifache der erlaubten PS-Zahl und sind doppelt so laut wie in den Papieren eingetragen.
Die Umweltbilanz ist verheerend. Der CO-Ausstoß der manipulierten Fahrzeuge entspricht dem einer alten Diesellok. Die Tester stellten fest: Diese Bikes stoßen bis zu zehnmal mehr Schadstoffe und 20-mal mehr Kohlenmonoxid aus als gesetzlich erlaubt. Die Feinstaubpartikel waren so extrem, dass sie die Messgeräte verstopften.
Behörden ermitteln – EU-Kommission eingeschaltet
Das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat bereits Ermittlungen aufgenommen. Auch die EU-Kommission wurde informiert. Umweltrechtler Klinger spricht von einem Fall „krasser Illegalität und klarer Manipulation".
Das Problem ist kein Einzelfall. Autorisierte KTM-Händler in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, Großbritannien und Österreich sollen die entdrosselten EXC- und EXC-F-Modelle systematisch als straßentauglich verkauft haben. Branchenkenner schätzen, dass jährlich rund 10.000 solcher manipulierter Einheiten in Europa ausgeliefert werden.
KTM wehrt sich – und verweist auf den Rennsport
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Der Hersteller weist die Vorwürfe zurück. Die Motorräder würden homologiert und straßenzugelassen an die Händler ausgeliefert. Jegliche Leistungssteigerung erfolge erst auf Kundenwunsch – für den reinen Wettbewerbseinsatz. KTM betont: Solche Umbauten machen die Straßenzulassung ungültig.
Das Unternehmen argumentiert zudem mit Zahlen: Enduro-Modelle machten nur drei Prozent des weltweiten Absatzes aus. Motorräder insgesamt seien in Deutschland für lediglich 0,3 Prozent der CO?-Emissionen verantwortlich. Dennoch ist KTM im Enduro-Segment mit rund 25 Prozent Marktanteil der dominierende Spieler.
Die Dimension ist beachtlich: Rund 234.000 KTM-Motorräder sind aktuell in Deutschland zugelassen. In Österreich waren 2025 etwa 11.000 Enduros von KTM und den Schwestermarken Gasgas und Husqvarna registriert. Während KTM auf seine Unschuld pocht, fordern Umweltverbände und Politiker eine lückenlose Aufklärung der Verkaufspraktiken im Händlernetz.
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