Krypto-Besteuerung, Petition

Krypto-Besteuerung: Petition gegen Haltefrist-Abschaffung erreicht 30.000 Unterschriften

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 01:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Petition gegen Abschaffung der Krypto-Haltefrist erreicht Quorum. Bundestag berät, Regierung plant Steuerreform ab 2027.

Krypto-Petition erreicht 30.000 Unterschriften: Bundestag muss über Haltefrist beraten
Ein Smartphone mit Krypto-Charts auf einem Schreibtisch vor dem unscharfen Gebäude des Deutschen Bundestages. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die politische Debatte um die steuerliche Behandlung von Kryptowährungen in Deutschland gewinnt an Schärfe. Eine Online-Petition, die sich gegen die geplante Abschaffung der einjährigen Haltefrist für Gewinne aus Krypto-Assets richtet, hat am 6. August 2026 die Marke von 30.000 Unterschriften erreicht. Damit wurde das notwendige Quorum erfüllt, sodass sich der Petitionsausschuss des Bundestages nun in einer öffentlichen Anhörung mit dem Anliegen befassen muss.

Initiative strebt breiten Rückhalt gegen Kabinettsbeschluss an

Hinter dem Vorstoß steht die Initiative ProHaltefrist, welche die Mobilisierung der Krypto-Anleger weiter vorantreiben möchte. Bis zum 15. September 2026 verfolgt die Organisation das Ziel, insgesamt 210.000 Unterschriften zu sammeln. Die Petition richtet sich explizit gegen Pläne der Bundesregierung, die bisherige steuerliche Privilegierung von Kryptowerten zu beenden. Die Initiatoren fordern, dass Bitcoin und andere digitale Währungen weiterhin als „andere Wirtschaftsgüter“ eingestuft werden, was nach aktueller Rechtslage eine Steuerfreiheit nach einer Haltedauer von mindestens einem Jahr ermöglicht.

Dem gegenüber steht ein Beschluss des Kabinetts vom 6. Juli 2026. Dieser sieht vor, die Haltefrist für Krypto-Gewinne zum 1. Januar 2027 abzuschaffen. Besonders kritisch wird in Branchenkreisen bewertet, dass laut dem Vorhaben kein Bestandsschutz für Altbestände vorgesehen ist. Kryptowerte sollen künftig den Einkünften aus Kapitalvermögen zugeordnet werden, womit Gewinne unabhängig von der Haltedauer steuerpflichtig würden.

Fiskalische Ziele und politische Uneinigkeit

Vizekanzler Klingbeil von der SPD begründete das Vorhaben mit dem Ziel, Kryptowerte künftig analog zu Aktien zu besteuern. Von dieser Neuregelung erhoffe sich die Bundesregierung Steuermehreinnahmen in Milliardenhöhe. Nach Erhebungen für das Jahr 2024 entgingen dem Staat durch die geltende Haltefrist geschätzt 11 Milliarden Euro an Steuereinnahmen. Das Bundesfinanzministerium prüft derzeit die genaue Ausgestaltung einer pauschalen Besteuerung.

Innerhalb der Politik regt sich jedoch Widerstand. Die CDU/CSU-Fraktion lehnt die Abschaffung der Haltefrist ab. Unionspolitiker wie Nicole Hoffmeister-Kraut und Klaus-Peter Willsch verwiesen darauf, dass die aktuelle Regelung der steuerfreien Veräußerung nach einem Jahr auch für Gold, Kunst, Oldtimer und Fremdwährungen gilt. Eine einseitige Änderung für Kryptowerte wird daher kritisch gesehen. Kerstin Radomski (CDU) merkte zudem an, dass bisher kein offizieller Referentenentwurf des Finanzministeriums vorliege und die Union die Folgerichtigkeit der Pläne prüfen werde.

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Rechtliche Einordnung und zeitlicher Rahmen

Die aktuelle Besteuerung stützt sich unter anderem auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 14. Februar 2023, welches Kryptowährungen als „sonstige Wirtschaftsgüter“ nach § 23 Einkommensteuergesetz (EStG) bestätigte. Eine Abkehr von dieser Systematik wird von Fachleuten als tiefgreifender Einschnitt gewertet.

Der zeitliche Rahmen für die Umsetzung der Reform ist eng gesteckt. Der FDP-Politiker Frank Schäffler wies darauf hin, dass die Bundesregierung den entsprechenden Gesetzentwurf bis zum 12. August 2026 vorlegen müsse. Sollte diese Frist verpasst werden, könne die erste Lesung im Bundestag frühestens im Oktober stattfinden, was den geplanten Starttermin zum 1. Januar 2027 gefährden könnte.

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Marktumfeld bei hoher Volatilität

Die steuerliche Diskussion fällt in eine Phase moderater Erholung am Kryptomarkt. Der Bitcoin-Kurs notierte am Morgen des 6. August 2026 bei rund 64.800 US-Dollar. Zuvor war der Kurs von einem Jahrestief am 3. Juli bei 57.735 US-Dollar bis zum 21. Juli auf etwa 66.400 US-Dollar gestiegen, was einem Zuwachs von rund 15 Prozent entsprach. Von seinem historischen Rekordhoch aus dem Oktober 2025, als der Kurs über 126.000 US-Dollar lag, bleibt der Markt jedoch weiterhin deutlich entfernt.

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