Krypto-Besteuerung, Abgeltungssteuer

Krypto-Besteuerung: Abgeltungssteuer 25% ab 2027 geplant

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 15:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Bundesregierung will Krypto-Gewinne ab 2027 mit 25 Prozent besteuern. Altbestände bleiben geschützt, automatische Abzüge sind ab 2028 geplant.

Krypto-Steuerreform: Bundesregierung plant 25 Prozent Abgeltungssteuer
Ein minimalistischer Schreibtisch mit Papierstapel und Schreibtischlampe in einem hellen, modernen Büro. Illustration mit AI erstellt.

Die Bundesregierung beabsichtigt eine grundlegende Reform bei der Besteuerung digitaler Vermögenswerte. Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen sollen künftig mit einer Abgeltungssteuer belegt werden, womit die bisherige steuerliche Bevorzugung gegenüber klassischen Kapitalanlagen ab Ende 2026 entfallen könnte.

Das Bundesfinanzministerium bestätigte entsprechende Pläne für eine Neuregelung, nach der Krypto-Gewinne künftig wie Aktiengewinne behandelt werden sollen. Vorgesehen ist demnach eine Abgeltungssteuer in Höhe von 25%. Der entsprechende Gesetzentwurf befindet sich aktuell in der regierungsinternen Abstimmung und ist noch nicht formal beschlossen.

Ende der Steuerfreiheit nach einjähriger Haltefrist

Bislang gilt für Privatpersonen eine Haltefrist von mindestens zwölf Monaten. Veräußern Anleger ihre Krypto-Bestände nach Ablauf dieses Jahres, bleiben die erzielten Verkaufsgewinne vollständig steuerfrei. Nach den Plänen der Bundesregierung soll diese Ein-Jahres-Haltefrist für Neukäufe künftig entfallen.

Als Stichtag für den Beginn der neuen Regelung ist der 1.1.2027 vorgesehen. Die Steuerpflicht soll demnach ausschließlich für Kryptowerte greifen, die nach dem 31.12.2026 angeschafft werden. Für bestehende Vermögenswerte sieht die Bundesregierung Vertrauensschutz vor: Eine rückwirkende Besteuerung von Altbeständen ist nach den aktuellen Plänen nicht vorgesehen.

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Darüber hinaus plant die Bundesregierung eine Vereinfachung bei der Erhebung. Ab dem 1.1.2028 soll ein automatischer Steuerabzug direkt durch die jeweiligen Krypto-Anbieter eingeführt werden.

Finanzministerium kalkuliert mit dreistelligen Millioneneinnahmen

Mit der Reform erhofft sich der Bund zusätzliche Einnahmen. Wie das Bundesfinanzministerium kalkuliert, belaufen sich die erwarteten Mehreinnahmen für das Jahr 2028 auf rund 160 Mio. Euro. Ab dem Jahr 2031 rechnet das Ministerium mit jährlichen Einnahmen von bis zu 350 Mio. Euro durch die Besteuerung der Krypto-Gewinne.

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Kontroverse Debatte zwischen Politik und Verbandsvertretern

Die Pläne stoßen in der Krypto-Branche auf deutliche Kritik. Matthias Steger vom Bitcoin Bundesverband bemängelte, dass Krypto durch den Wegfall der Haltefrist künftig anders behandelt werde als andere Wirtschaftsgüter wie Gold oder Immobilien, für die weiterhin Spekulationsfristen gelten.

Steger, der als gelernter Informatiker und Steuerberater tätig ist und erstmals 2016 Bitcoin erwarb, lieferte sich über das Vorhaben bereits einen öffentlichkeitswirksamen Schlagabtausch mit dem SPD-Politiker Parsa Marvi. Während die Politik die Gleichbehandlung mit Wertpapieren wie Aktien anstrebt, verweisen Kritiker auf die abweichende Einstufung gegenüber traditionellen Sachwerten.

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