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Kritische Infrastruktur: Brandenburg erlaubt Drohnenabwehr ab sofort

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 12:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Biogasbranche steht vor großen Herausforderungen durch EEG 2027, neue Sicherheitsauflagen und technische Modernisierungen.

Biogasbranche 2026: Neue Gesetze, Sicherheit und technische Umstellungen
Moderne Biogasanlage mit technischer Infrastruktur, Rohrleitungen und Druckmessgeräten in einer Industrieumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Biogasbranche muss sich gleich auf mehreren Feldern neu aufstellen: Neue Gesetze, verschärfte Sicherheitsauflagen und technische Umstellungen prägen das Jahr 2026.

Technische Details für den Anlagenbetrieb

Für den sicheren Betrieb von Biogasanlagen ist die präzise Steuerung der Gasströme entscheidend. Komponenten wie Seitenkanalverdichter übernehmen den Transport zwischen Fermentern, Speichern und Aufbereitungsanlagen. Hersteller betonen: Explosionsschutz (ATEX) und Korrosionsschutz müssen getrennt bewertet werden.

Ein konkretes Beispiel: Der Seitenkanalverdichter e4MSMOR mit 1,5 kW Leistung bewältigt 138 m³/h bei 250 mbar Überdruck. Für den reinen Gastransport zwischen Anlagenteilen sind leistungsstärkere Varianten mit bis zu 263 m³/h nötig – sofern sie den ATEX-Richtlinien (etwa II 3GD T3) entsprechen. Die Geräteauswahl erfordert laut Experten stets eine projektbezogene Prüfung der Prozessdaten.

EEG 2027 sorgt für Unruhe

Der Referentenentwurf zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2027) sorgt in der Branche für Kopfschütteln. Branchenverbände befürchten einen Investitionsstopp bei Bestandsanlagen. Grund: Die vorgeschlagenen Ausschreibungsvolumina sind aus ihrer Sicht zu niedrig. Ohne Perspektive für Flexibilisierung könnten erhebliche Kapazitäten an gesicherter Leistung verloren gehen.

Parallel dazu plant die EU-Kommission offenbar, Sanktionen aus den seit Mai 2024 geltenden Methanregeln erst ab 2027 durchzusetzen. Diese dreijährige Übergangsfrist nennen Umweltverbände eine Verwässerung. Die Industrie verweist dagegen auf die Notwendigkeit praktikabler Umsetzungsklauseln.

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Cyberangriffe und Drohnen – neue Sicherheitsrisiken

Die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 macht die Cyber-Gefährdungsbeurteilung ab 2027 zur Pflicht. Fachpublikationen des VDE bereiten Unternehmen bereits jetzt auf die Anforderungen vor, die eng mit dem Cyber Resilience Act (CRA) verknüpft sind.

Beim physischen Schutz kündigte Brandenburgs Innenministerium im Juli einen Gesetzentwurf an. Künftig sollen Betreiber kritischer Infrastrukturen in den Bereichen Strom, Gas und Wasser eigenständig Drohnenabwehr und Videoüberwachung einsetzen dürfen – bisher war das primär staatlichen Akteuren vorbehalten. Hintergrund sind verstärkte Sabotageakte auf Energieversorgungseinrichtungen.

Rettungsübungen zeigen Risiken

Die Praxis des Arbeitsschutzes rückte im Juli durch Rettungsübungen in Entsorgungs- und Kläranlagen in den Fokus. Bei Simulationen zur Rettung bewusstloser Personen aus unterirdischen Becken bestätigte sich das hohe Risiko durch Sauerstoffmangel. Einsatzkräfte fordern Mehrgasmessgeräte und spezielle Belüftungstechnik für Wartungsarbeiten an Gärrestlagern.

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Modernisierungsdruck durch neue Vorgaben

Der Anpassungsdruck zeigt sich auch in der langfristigen Planung. Die Anlage Höingen muss aufgrund der EEG-Vorgaben bis Ende 2028 umfassend erweitert werden. Dazu gehören neue Fermenter, Gasspeicher und leistungsstärkere Motoren. Grund: Der Substratmix ändert sich – weg von Mais, hin zu Triticale und Gülle.

Ähnliche Projekte wie in Rosien setzen verstärkt auf Biomethan-Aufbereitung für die direkte Einspeisung ins Erdgasnetz. Nur so lässt sich die Wirtschaftlichkeit über das Jahr 2030 hinaus sichern.

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