Europa, Deutschland

Keine EU-Ausschuss-Mehrheit für neue Glyphosat-Zulassung

13.10.2023 - 12:15:37

Kritiker und Befürworter des Unkrautvernichters Glyphosat streiten schon lange über mögliche Gefahren des Mittels. Nun stand auf EU-Ebene eine Abstimmung an.

Die Europäische Kommission hat zunächst keine ausreichende Zustimmung der EU-Länder für eine erneute Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat für weitere zehn Jahre bekommen. Bei einer Abstimmung von Vertretern der EU-Staaten gab es am Freitag keine qualifizierte Mehrheit dafür, dass das umstrittene Mittel bis Ende 2033 eingesetzt werden darf. Die Kommission hatte im September einen entsprechenden Vorschlag veröffentlicht.

Für eine qualifizierte Mehrheit wird die Zustimmung von mindestens 55 Prozent der EU-Staaten gebraucht, die gleichzeitig mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren.

Kritiker und Befürworter streiten unter anderem darüber, ob Glyphosat krebserregend sein könnte. Zudem stehen Gefahren für die Umwelt im Raum. Eine aufwendige Untersuchung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hatte jüngst keine inakzeptablen Gefahren gesehen, aber auf Datenlücken in mehreren Bereichen hingewiesen.

Keine eindeutigen Schlussfolgerungen

Zu den Aspekten, die nicht abschließend geklärt wurden, gehören laut Efsa etwa ernährungsbedingte Risiken für Verbraucher und die Bewertung der Risiken für Wasserpflanzen. Auch mit Blick auf den Artenschutz ließen die verfügbaren Informationen keine eindeutigen Schlussfolgerungen zu.

Glyphosat wird auch als Totalherbizid bezeichnet, es lässt Pflanzen absterben. Wo Glyphosat versprüht wird, wächst kein Gras, Strauch oder Moos mehr. Das Mittel wird vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt, um ein Feld frei von Unkraut zu halten, bevor Nutzpflanzen ausgesät werden.

Jetzt wird im November über die Erneuerung der Zulassung in einem Berufungsausschuss weiter diskutiert. Änderungen an dem Vorschlag der Kommission sind möglich. Wenn sich im Berufungsausschuss weder eine qualifizierte Mehrheit für noch gegen den Vorschlag findet, kann die EU-Kommission eigenständig entscheiden.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Ifo: Trumps Zölle sind Dauer-Schock für deutsche Wirtschaft. Dabei dürfte es bleiben, sagt Ifo-Ökonomin Lisandra Flach. Es gebe nur wenig Ausnahmen. Ein Jahr nach Trumps Amtsantritt hat seine Zollpolitik tiefe Spuren in der deutschen Wirtschaft hinterlassen. (Wirtschaft, 16.01.2026 - 04:00) weiterlesen...

Sieg gegen Österreich: Handballer mit EM-Start nach Maß. Torwart Andreas Wolff lässt seinen markigen Worten im Vorfeld etliche Glanztaten folgen. Die deutschen Handballer lassen im ersten EM-Vorrundenspiel gegen Österreich nichts anbrennen. (Politik, 15.01.2026 - 22:06) weiterlesen...

Opel legt Comeback des Manta auf Eis. Welche Pläne Opel stattdessen verfolgt. Manta-Fieber auf Eis: Während in Rüsselsheim noch Designmodelle schlummern, bekommen Tuner und Nostalgiker einen Dämpfer. (Wirtschaft, 15.01.2026 - 12:53) weiterlesen...

Was bringt das geplante Recht auf Reparatur?. Denn die Reparatur ist meist teuer oder Ersatzteile fehlen. Das soll sich ändern. Wenn Trockner oder Waschmaschine nach der Gewährleistungsfrist nicht mehr funktionieren, folgt oft der Neukauf. (Wirtschaft, 15.01.2026 - 12:17) weiterlesen...

AWS startet unabhängige EU-Cloud mit Milliarden-Investition. Für Brandenburg bedeutet dies Investitionen in Milliardenhöhe. Alle Daten bleiben in der EU: AWS startet eine neue Cloud speziell für den öffentlichen Sektor und kritische Infrastruktur. (Wissenschaft, 15.01.2026 - 12:13) weiterlesen...

Recht auf Reparatur kommt – Ersatzteile für Jahre gesichert Schluss mit Wegwerfgeräten: Waschmaschinen- und Handy-Hersteller sollen Reparaturen anbieten und Ersatzteile noch Jahre nach Ende der Produktion vorhalten. (Wirtschaft, 15.01.2026 - 11:21) weiterlesen...