Kreuzfahrt-Ranking, Reedereien

Kreuzfahrt-Ranking: Nur 4 von 12 Reedereien verzichten auf Schweröl

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nabu-Ranking 2026: Norwegische Reedereien vorn, doch die Branche nutzt weiterhin häufig Schweröl. Kritik an Landstrom und CO2-Bilanz.

Nabu-Umweltranking 2026: Norweger führen, Schweröl dominiert weiterhin
Ein modernes Kreuzfahrtschiff auf offener See vor blauem Himmel als Symbol für die Umweltbilanz der Branche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat sein aktuelles Umweltranking für Kreuzfahrtreedereien veröffentlicht. Die Untersuchung zeigt: Norwegische Anbieter führen das Feld an, doch die Branche kämpft weiterhin mit fossilen Brennstoffen.

Havila und Hurtigruten vorn

Im Ranking für 2026 setzen sich die norwegischen Reedereien Havila und Hurtigruten an die Spitze. Havila erreichte 7,5 von 17 möglichen Punkten, Hurtigruten folgt mit 7,25 Punkten knapp dahinter. Den dritten Platz teilen sich Ponant, TUI Cruises (Mein Schiff) und Aida mit jeweils 6 Punkten.

Die Punktzahlen zeigen aus Sicht der Umweltschützer jedoch das große Verbesserungspotenzial der gesamten Branche. Schlusslicht ist Marella, während Phoenix Reisen und Viking Ocean keine Angaben machten.

Schweröl bleibt Standard

Ein zentraler Kritikpunkt: Nur 4 der 12 detailliert untersuchten Reedereien verzichten vollständig auf Schweröl. Branchenweit nutzt noch jedes zweite Schiff diesen fossilen Treibstoff.

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Auch die Landstromnutzung in Häfen bewertet der Nabu als unzureichend. Die Umweltschützer fordern strengere Regeln, um den Schadstoffausstoß während der Liegezeiten zu senken. Hamburg plant eine Landstrompflicht ab 2027. Zudem spricht sich der Nabu für Anlaufverbote für Schiffe ohne entsprechende Technik aus.

Branche wächst trotz Klimakritik

Der ökologische Druck steht einem anhaltenden Boom gegenüber: 2025 stieg die weltweite Passagierzahl auf 37,2 Millionen – ein Plus von 7,5 Prozent. Der deutsche Markt legte sogar um 10 Prozent auf 2,8 Millionen Passagiere zu. Rund 1,51 Millionen Reisende starteten von einem deutschen Hafen.

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Die CO2-Bilanz variiert dabei erheblich: Je nach Anbieter und Schiff liegen die Emissionen zwischen 200 und 1200 Gramm pro Passagierkilometer.

Bis 2036 will die Branche 70 Milliarden Euro in klimafreundlichere Technik investieren. TUI Cruises peilt eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 27,5 Prozent bis 2030 an, für 2026 rechnet das Unternehmen mit einer Einsparung von 50.000 Tonnen. Neue Konzepte könnten zudem für Fortschritt sorgen: Die Meyer Werft plant ein Elektro-Schiff für bis zu 1.860 Passagiere, das 2031 ausgeliefert werden soll.

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