Kreislaufwirtschaft, Fraunhofer

Kreislaufwirtschaft: Fraunhofer baut 3,4-Millionen-Labore in Bitterfeld

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 16:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Fraunhofer IKTS baut in Bitterfeld-Wolfen Labore und Technika für Membranfilter und Rohstoffrückgewinnung. 3,4 Mio. Euro Förderung für vier Jahre.

Fraunhofer IKTS investiert 3,4 Mio. Euro in Kreislaufwirtschaftslabore
Wissenschaftler arbeiten in einem modernen Forschungslabor an Membranfilter-Technologien zur Rohstoffrückgewinnung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) erweitert seine Forschungskapazitäten am Standort Bitterfeld-Wolfen massiv. Wie das Institut mitteilte, werden im dortigen Chemiepark neue Labore sowie spezialisierte Technika für Kreislaufwirtschaft (TKV) aufgebaut.

Mit diesem Schritt zielt die Forschungseinrichtung darauf ab, innovative Lösungen für die industrielle Rückgewinnung wertvoller Ressourcen zu entwickeln und die Nachhaltigkeit industrieller Prozesse zu stärken.

Fokus auf Membranfilter-Technologien und Rohstoffrückgewinnung

Im Zentrum der neuen Forschungseinrichtungen steht die Entwicklung und Erprobung moderner Membranfilter-Technologien. Diese Systeme sollen dazu eingesetzt werden, kritische Rohstoffe aus Abwässern und industriellen Abfällen zurückzugewinnen.

Angesichts globaler Lieferkettenprobleme und der steigenden Nachfrage nach spezialisierten Materialien gewinnt die effiziente Rückführung solcher Stoffe in den Produktionskreislauf zunehmend an wirtschaftlicher und strategischer Bedeutung.

Die geplanten Technika in Bitterfeld-Wolfen dienen dabei als Schnittstelle zwischen der Laborforschung und der industriellen Anwendung. Durch den Aufbau dieser Pilotanlagen können neue Verfahren unter praxisnahen Bedingungen getestet werden, bevor sie in großtechnischem Maßstab zum Einsatz kommen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Behandlung komplexer Industrieabfälle, in denen wertvolle Elemente oft in geringen Konzentrationen gebunden sind und bisher nur schwer wirtschaftlich extrahiert werden konnten.

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Finanzierung durch Land und Europäische Union

Der Aufbau der neuen Kreislauf-Labore wird durch erhebliche öffentliche Mittel unterstützt. Insgesamt stehen für das Vorhaben rund 3,4 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Summe setzt sich aus Fördermitteln des Landes und der Europäischen Union zusammen. Die Investition unterstreicht die Bestrebungen, den Chemiepark Bitterfeld-Wolfen als Standort für grüne Technologien und nachhaltige Industrieproduktion weiter zu etablieren.

Durch die finanzielle Unterstützung soll sichergestellt werden, dass die notwendige Infrastruktur für hochspezialisierte Filterverfahren geschaffen werden kann. Die Förderung ist Teil einer breiteren Strategie, die Transformation der Industrie hin zu einer zirkulären Wirtschaft zu beschleunigen und die Abhängigkeit von Rohstoffimporten durch technologische Innovationen zu verringern.

Projektlaufzeit und Ausblick

Für die Errichtung und den vollständigen Aufbau der Labore und Technika hat das Fraunhofer IKTS einen Zeitrahmen von vier Jahren veranschlagt. Während dieser Projektlaufzeit sollen sukzessive die technischen Anlagen installiert und die Forschungsteams vor Ort ihre Arbeit aufnehmen.

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Der Standort Bitterfeld-Wolfen bietet durch die unmittelbare Nähe zu ansässigen Chemieunternehmen ideale Voraussetzungen für die Kooperation zwischen Forschung und Praxis. Das Projekt wird als wesentlicher Baustein gesehen, um die Kreislaufwirtschaft in der Region stofflich und technologisch voranzutreiben.

In den kommenden Jahren wird erwartet, dass die Ergebnisse aus den neuen Laboren maßgeblich dazu beitragen, industrielle Abfallströme effizienter zu nutzen und die Umweltbelastung durch Produktionsrückstände zu minimieren.

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