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Kredit, Minuszinsen

Kredit mit Minuszins – bald schon normal?

11.09.2019 - 13:49:33

Online bieten die ersten Banken bereits Minuszinsen an. Allerdings handelt es sich dabei zumeist um Werbeangebote. Sie sind nur für einen bestimmten Betrag und eine festgelegte Laufzeit zu bekommen. Einen echten Minus-Kredit gibt es allerdings auch schon: Die dänische Danske Bank verleiht Geld für Immobilienfinanzierungen und verlangt weniger zurück als sie ausgegeben hat. Ist das in Deutschland noch Utopie oder bald Realität?

Mit dem Kreditvergleich zur besten Finanzierung

Die Angebote für einen Kredit ändern sich ständig. Bei einer bevorstehenden Anschaffung kann es sich also lohnen, die Konditionen eine Weile im Blick zu behalten. Mithilfe eines Vergleichsrechners gelingt das mühelos. Diese Onlinetools erheben nur wenige Angaben, bevor sie in Sekundenschnelle eine Übersicht der besten Angebote liefern. Für einen verbindlichen Kreditvertrag ermittelt die Bank im Nachgang die individuellen Konditionen. Dabei kann es vorkommen, dass das Ergebnis der Kreditprüfung von dem ersten Angebot abweicht. Das individuelle Angebot kann dabei sowohl besser als auch etwas schlechter als das Ergebnis aus dem Kreditvergleichsrechner sein.

Unser Tipp: Greifen Sie für den Kreditvergleich auf mehrere Anbieter zurück. Die bekanntesten Plattformen haben nicht immer die besten Angebote. Vielmehr entscheidet sich die Auswahl der angezeigten Finanzinstitute an den geschlossenen Kooperationsverträgen. So kann es vorkommen, dass eine Bank nicht in jeder Übersicht verschiedener Portale erscheint, wenn sie nur mit Bestimmten einen Vertrag geschlossen hat.

 

So berechnen Banken die Kreditzinsen

Die Zinsen für eine Finanzierung hängen von diversen Faktoren ab, unter anderem:

  • Dem allgemeinen Marktumfeld: Je niedriger der Leitzins, desto geringer sind auch die Kreditzinsen für Privatpersonen.
  • Der Bonität des Kreditnehmers: Umso finanzstärker der Kreditnehmer, desto geringer ist der Zins.
  • Dem Finanzierungsvorhaben: Kredite ohne Zweckbindung sind in der Regel teurer als beispielsweise Immobilien- oder Fahrzeugkredite.
  • Der Besicherung: Kredite, die mit Sicherheiten wie einer Grundschuld ausgestattet werden, sind besonders günstig.

Auf Basis dieser Ausgangsdaten errechnen Banken den Sollzins. Wie hoch dieser ausfällt, ist von Geldhaus zu Geldhaus unterschiedlich. Selbst wenn alle Daten dieselben sind, sind die Finanzierungsangebote je nach Finanzinstitut unterschiedlich.

 

Kreditzinsen und Sparzinsen – zwei Seiten einer Medaille

Sowohl die Guthaben- als auch die Kreditzinsen sind auf einem historisch niedrigen Niveau. Beide beziehen sich auf dieselbe Berechnungsgrundlage: den Leitzins. Dieser bestimmt, zu welchem Zinssatz Geschäftsbanken ihre Einlagen bei der Europäischen Zentralbank EZB anlegen. In der Vergangenheit verdienten die Banken mit ihren EZB-Einlagen Geld. Seit einigen Jahren jedoch müssen sie für das "Geld-Parken" 0,4 % Zinsen zahlen. Das klingt im ersten Moment nicht besonders hoch – allerdings summiert sich die Last bezogen auf den Gesamtbankensektor auf mehr als zwei Milliarden Euro. Um diese Kosten möglichst gering zu halten, bemühen sich Geldhäuser darum, möglichst wenig Spareinlagen ihrer Kunden zu erhalten. Eine Maßnahme, um das zu erreichen, sind die Habenzinsen auf Sparkonten, die bei vielen Banken bereits 0 % betragen. Im Gegenzug verleihen sie Geld zu günstigen Konditionen. Erste Immobilienfinanzierungen sind bereits für weniger als 1 % Zins per anno zu bekommen.

 

Werden die Zinsen weiter fallen?

Es ist nicht ausgeschlossen, dass Kredite in der nahen Zukunft noch günstiger werden. Bereits im Herbst 2019 rechnen Experten mit einer erneuten Zinssenkung der EZB. Das würde für die Geschäftsbanken eine noch höhere Belastung bedeuten. Dementsprechend steigt in diesem Fall der Anreiz, möglichst viele Kredite herauszugeben. Um die Nachfrage nach ihren Finanzierungen zu befeuern, werden die Zinsen wohl noch weiter fallen. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um eine betriebswirtschaftlich begründete Reaktion. Vielmehr sind in den meisten Geldhäusern die Zinsen für Kredite und Einlagen an Referenzzinsen gekoppelt. Die Anpassung ist dann unausweichlich, um die eigenen Verträge zu erfüllen.

 

Lohnt sich eine Umschuldung jetzt?

Im Angesicht dieser außergewöhnlichen Situation an den Finanzmärkten tragen sich viele Kreditnehmer mit dem Gedanken an eine Umschuldung. Bei der Entscheidungsfindung sind jedoch einige Faktoren zu beachten:

  • Immobilienfinanzierungen, die weniger als zehn Jahre laufen, sollten nicht umgeschuldet werden. Hier wären die Gebühren und Strafzinsen für die vorzeitige Kreditauflösung wahrscheinlich höher als die Zinsersparnis.
  • Immobilienfinanzierungen, die bereits mehr als zehn Jahre laufen: Hier lohnt sich eine Vertragsprüfung. Womöglich können Sie die bestehende Finanzierung kostengünstig lösen und von den gefallenen Zinsen profitieren.
  • Kredite mit freier Verwendung und Fahrzeugfinanzierungen: Diese Verträge können in der Regel einfach umgeschuldet werden. Bei einer vorzeitigen Rückzahlung darf die Bank nur noch 1 % der Restschuld als Entschädigung verlangen.