Krankmeldung: Schwarz-Rot plant AU bereits ab Tag eins
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 01:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Mehrere Bildungsträger legen deshalb spezialisierte Qualifizierungen für Betriebsräte sowie Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV) auf. Neben rechtlichen Grundlagen stehen innovative Lernformen und Forschungsprojekte zur betrieblichen Weiterbildung im Fokus.
JAV-Seminare: Basiswissen für die Praxis
Für JAV-Mitglieder wird die Vermittlung rechtlicher Basiskenntnisse immer wichtiger. Ein zentrales Angebot: ein Seminar für JAV-Mitglieder eines großen deutschen Bankinstituts vom 24. bis 28. August 2026 in Berlin. Inhalte sind die Rechte nach dem Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) sowie die Organisation von Sitzungen und Jugendversammlungen. Anmeldeschluss ist der 23. Juli 2026.
Die Größe dieser Gremien regelt § 62 BetrVG. Eine JAV besteht aus einem bis zu 15 Mitgliedern – abhängig von der Zahl der beschäftigten Jugendlichen und Auszubildenden unter 25 Jahren. Ab drei Mitgliedern greifen spezifische Quotenschutzregelungen, die Sitzverteilung erfolgt meist nach dem d'Hondt-Verfahren.
Weitere Anbieter haben ebenfalls umfangreiche Programme aufgelegt. Das Bildungswerk ver.di in Niedersachsen startet Kurse für Betriebs- und Personalräte, JAV und Schwerbehindertenvertretungen (SBV) ab dem 7. September 2026 in Lüneburg, Bad Zwischenahn und Hannover. Arbeit und Leben NRW bietet seit Ende Juni Seminare zu Beamtenrecht, Mediation und Betriebsratsqualifizierung an.
Mitbestimmung im Alltag – und neue Gesetze
Ein aktuelles Handlungsfeld: das Mitbestimmungsrecht bei Urlaubsfragen (§ 87 Abs. 1 Nr. 5 BetrVG). Die Urlaubsdauer unterliegt nicht der Mitbestimmung. Wohl aber haben Betriebsräte ein Mitspracherecht bei allgemeinen Urlaubsgrundsätzen, dem Urlaubsplan und in Einzelfällen, wenn Arbeitgeber und Beschäftigte keine Einigung erzielen.
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Interessenvertretungen sollten zudem die Pläne der schwarz-roten Koalition zur Krankmeldung verfolgen. Geplant ist eine verpflichtende Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) bereits ab dem ersten Krankheitstag. Auch die telefonische Krankschreibung steht zur Abschaffung an. Die Vorhaben stoßen auf Kritik, könnten die betriebliche Praxis aber massiv verändern.
Im Arbeitsschutz rücken präventive Maßnahmen in den Fokus. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) zeichnete engagierte Berufsschulklassen für kreative Projekte zur Gewaltprävention aus. Die Schüler entwickelten Filme und Brettspiele für ein gewaltfreies Miteinander im Berufsalltag.
Forschung und Digitalisierung: Neue Wege in der Weiterbildung
In der chemischen Industrie wird die partizipative Gestaltung von Bildungsstrukturen wissenschaftlich untersucht. Ein Forschungsprojekt bei der Merck KGaA etabliert Weiterbildungsmentoren. Das Vorhaben, begleitet von der Universität Rostock, läuft bis zum 30. Juni 2027 und zielt auf nachhaltige Qualifizierungsstrukturen ab.
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Auch der DB-Konzern beschreitet neue Wege. Grundlage ist eine neue Konzernbetriebsvereinbarung zum Thema Bildung. Zu den Maßnahmen gehören ein zentrales Lernportal, modernisierte Onboarding-Programme und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Aus- und Weiterbildung.
Flankierend unterstützen regionale Akteure den Fachkräftenachwuchs. Die IHK Lippe führt vom 13. bis 17. Juli 2026 eine Aktionswoche durch, um noch offene Ausbildungsplätze in kaufmännischen und technischen Berufen kurzfristig zu besetzen.
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