Krankheitskosten, Gesundheitsausgaben

Krankheitskosten steigen 2024 auf 528,5 Milliarden Euro

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 08:25 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die direkten Krankheitskosten in Deutschland haben 2024 erstmals die Marke von 500 Milliarden Euro deutlich überschritten. Besonders stark ins Gewicht fallen ältere Menschen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Störungen.

Krankheitskosten steigen weiter
Medizinisches Personal in einem Krankenhaus (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Krankheiten und Gesundheitsprobleme haben 2024 in Deutschland direkte Kosten von 528,5 Milliarden Euro verursacht. Damit stiegen die Krankheitskosten gegenüber dem Vorjahr um 7,6 Prozent beziehungsweise 37,5 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

6.330 Euro pro Kopf

Die durchschnittlichen Krankheitskosten pro Kopf erhöhten sich um 430 Euro auf 6.330 Euro. Frauen verursachten mit 6.960 Euro im Schnitt 1.280 Euro mehr als Männer, bei denen sich die Kosten auf 5.680 Euro beliefen.

Bei Frauen entfielen die höchsten Pro-Kopf-Kosten auf psychische und Verhaltensstörungen einschließlich Demenzerkrankungen. Sie lagen bei 990 Euro. Bei Männern waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 860 Euro pro Kopf am kostenintensivsten.

Herz-Kreislauf und Psyche an der Spitze

Die höchsten Gesamtkosten verursachten Krankheiten des Kreislaufsystems mit 69,4 Milliarden Euro beziehungsweise 13,1 Prozent. Psychische und Verhaltensstörungen kamen auf 68,7 Milliarden Euro und 13,0 Prozent. Zusammen entfielen damit 26,1 Prozent der gesamten Krankheitskosten auf diese beiden Krankheitskapitel.

Es folgten Muskel-Skelett-Erkrankungen mit 54,3 Milliarden Euro, Krankheiten des Verdauungssystems mit 53,7 Milliarden Euro und Neubildungen, darunter Krebserkrankungen, mit 52,1 Milliarden Euro. Diese fünf Krankheitskapitel stehen seit 2015 in der längerfristigen Betrachtung für 55 bis 56 Prozent der Gesamtkosten.

Ältere verursachen mehr als die Hälfte

Auf die Bevölkerung ab 65 Jahren entfielen 284,3 Milliarden Euro oder 53,8 Prozent der Gesamtkosten. Pro Kopf waren das 15.080 Euro. Die höchsten durchschnittlichen Kosten verzeichneten Menschen über 85 Jahren mit 30.150 Euro.

Am niedrigsten lagen die Pro-Kopf-Kosten bei den 15- bis 29-Jährigen mit 2.390 Euro. Für unter 15-Jährige wurden 2.620 Euro ausgewiesen, für 30- bis unter 45-Jährige 3.130 Euro und für 45- bis unter 65-Jährige 5.590 Euro.

Zu den direkten Krankheitskosten zählen Ausgaben für medizinische Heilbehandlungen, Prävention, Rehabilitation und Pflege. Kosten etwa durch Arbeitsausfälle sind in der Statistik nicht enthalten.

Die Krankheitskosten bilden die unmittelbar mit medizinischer Behandlung, Prävention, Rehabilitation und Pflege verbundenen Ausgaben ab. Nicht enthalten sind indirekte volkswirtschaftliche Folgen wie Arbeitsausfälle. Der Anstieg auf 528,5 Milliarden Euro beschreibt deshalb einen wichtigen, aber nicht vollständigen Teil der gesamtwirtschaftlichen Belastung durch Krankheit.

Alter prägt die Kostenentwicklung

Besonders deutlich wird der Zusammenhang mit der Bevölkerungsstruktur. Menschen ab 65 Jahren verursachten 2024 mehr als die Hälfte der gesamten Krankheitskosten, obwohl sie nur einen Teil der Bevölkerung ausmachen. Mit zunehmendem Alter steigt vor allem der Bedarf an Behandlung, Pflege und Unterstützung bei chronischen Erkrankungen; bei den über 85-Jährigen lagen die durchschnittlichen Kosten bereits bei 30.150 Euro pro Person.

Die Zahlen haben damit Bedeutung für mehrere Bereiche zugleich: für die Finanzierung der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, für die Planung von Personal und Versorgungseinrichtungen sowie für die Prävention. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische und Verhaltensstörungen, Muskel-Skelett-Erkrankungen, Krankheiten des Verdauungssystems und Krebs verursachten zusammen mehr als die Hälfte der direkten Krankheitskosten. Die Unterschiede zwischen Frauen und Männern zeigen zudem, dass Alter, Lebenserwartung, geschlechtsspezifische Erkrankungen und unterschiedliche Krankheitsprofile bei der Gesundheitsplanung berücksichtigt werden müssen.

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