KPMG-Skandal: ASIC ermittelt gegen drei Partner wegen Datenmissbrauch
05.06.2026 - 06:34:01 | boerse-global.de
Ihnen wird vorgeworfen, vertrauliche Kundendaten missbräuchlich für neue Prüfmandate genutzt zu haben.
Systematischer Datenmissbrauch bei KPMG
Im Zentrum der Ermittlungen steht der Immobilien- und Infrastrukturkonzern Lendlease. Dessen vertrauliche Daten sollen unerlaubt verwendet worden sein, um Prüfmandate bei der Bank Westpac und dem Immobilienunternehmen Dexus zu gewinnen.
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ASIC-Vorsitzende Sarah Court zeigte sich besorgt über die Vorgänge. Die Behörde prüft derzeit das genaue Ausmaß des Informationsabflusses.
Führungsspitze zieht Konsequenzen
Die personellen Folgen ließen nicht lange auf sich warten. Der Vorstandsvorsitzende und der Leiter der Prüfungsabteilung von KPMG Australien traten bereits in der vergangenen Woche zurück. Die Anwaltskanzlei Allens soll die Vorfälle nun unabhängig aufarbeiten.
Whistleblower bringt Fall ins Rollen
Die Ermittlungen gehen auf Informationen von Senatorin Deborah O'Neill zurück. Sie hatte die Vorwürfe im März auf Basis eines Whistleblower-Hinweises öffentlich gemacht. Die australische Zentralbank (RBA) reagierte umgehend: Sie kündigte einen Vertrag mit KPMG über einen Whistleblower-Dienst – dotiert mit jährlich 10.000 Australischen Dollar.
Senatorin O'Neill fordert nun eine umfassende Prüfung aller Unternehmen, die Whistleblower-Dienste von KPMG nutzen. Der Hintergrund: Ein im September 2025 abgewiesenes Verfahren im Zusammenhang mit der National Australia Bank (NAB). Dort standen Vorwürfe über eine toxische Arbeitskultur und mutmaßlichen Drogenkonsum bei Firmenveranstaltungen im Jahr 2022 im Raum.
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Zweifel an unabhängigen Meldesystemen
Die Aufsicht hinterfragt zunehmend die Unabhängigkeit der von KPMG betriebenen Whistleblower-Programme. Verschärft wird die Debatte durch tragische Vorfälle bei Kundenunternehmen: Zwei Bankmitarbeiter sollen sich Anfang des Jahres das Leben genommen haben. Das erhöht den Druck auf eine lückenlose Aufklärung der Unternehmenskultur.
Die ASIC prüft, ob die internen Strukturen bei KPMG ausreichten, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Ein konkreter Zeitplan für den Abschluss der Untersuchung steht noch nicht fest.
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