Korruptionsbekämpfung, Irak

Korruptionsbekämpfung: Irak sichert über 1 Milliarde Dollar zurück

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 17:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Iraks Behörden sichern Vermögen, Gold und Bargeld, während mehr als 200 Beamte festgenommen und zwei frühere Funktionäre verurteilt wurden.

Irak zieht Milliardenvermögen aus Korruptionsermittlungen zurück
Ein minimalistisches, modernes Regierungsbüro mit leeren Schreibtischen und einem in den Marmorboden eingelassenen Siegel. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die irakische Regierung hat im Rahmen ihrer nationalen Kampagne gegen Korruption eine umfassende Bilanz vorgelegt. Wie Regierungssprecher Haider Al-Abboudi mitteilte, sind bei der nationalen Integritätskommission bislang 26.000 Korruptionsmeldungen eingegangen. Dieser massive Zuwachs an Hinweisen steht im Zusammenhang mit der großangelegten Initiative „Operation Dawn“, die auf die Identifizierung und Rückführung veruntreuter Staatsgelder abzielt.

Massive Rückgewinnung von Staatsvermögen

Im Zuge der Ermittlungen konnten nach Regierungsangaben bereits erhebliche Vermögenswerte sichergestellt werden. Die Summe der zurückgewonnenen Mittel beläuft sich auf insgesamt 1,359 Billionen Dinar, was einem Wert von über 1 Milliarde US-Dollar entspricht. Die Maßnahmen der unter den Bezeichnungen „Operation Dawn“ oder „Dawn Assault“ geführten Kampagne dauern seit Beginn des Sommers an.

Die Beschlagnahmungen betreffen nicht nur liquide Mittel, sondern auch Sachwerte in großem Umfang. Den offiziellen Berichten zufolge wurden mehr als 200 Immobilien sowie 400 Kilogramm Gold gesichert. Zudem gelang es den Behörden, Bargeldbestände in Höhe von 20,34 Millionen US-Dollar zu konfiszieren, die ehemaligen Beamten des Ölministeriums zugeordnet werden. Im gesamten Bundesgebiet wurden im Zuge der Ermittlungen über 200 Beamte festgenommen.

Anreizsystem für Whistleblower aktiviert

Ein zentraler Pfeiler der Strategie von Premierminister Ali al-Zaidi ist die Aktivierung eines spezifischen Gesetzes zur Belohnung von Informanten. Dieses Whistleblower-Gesetz sieht finanzielle Anreize vor, um die Aufklärungsquote bei Korruptionsdelikten zu erhöhen.

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Hinweisgeber erhalten demnach eine Belohnung von bis zu 5 Prozent des zurückgeholten Wertes, sofern die Summe unter 100 Millionen IQD liegt. Bei Beträgen, die diese Grenze überschreiten, wird eine Belohnung von 3 Prozent der gesicherten Gelder in Aussicht gestellt.

Die Kampagne wird direkt vom Premierminister überwacht, wobei die Justiz als Hauptgarant für die Rechtmäßigkeit der Verfahren fungiert. Aktuell umfasst die Initiative detaillierte Prüfungen von Verträgen in insgesamt acht Ministerien. Auch die Region Kurdistan ist in die Maßnahmen eingebunden; dort wurden gesuchte Personen verhaftet und an die Zentralbehörden übergeben sowie weiteres Bargeld und Gold beschlagnahmt.

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Langjährige Haftstrafen für hochrangige Funktionäre

Neben den Vermögensbeschlagnahmungen meldet die Justiz erste strafrechtliche Konsequenzen gegen prominente Beschuldigte. Der ehemalige Abgeordnete Talal al-Zobaie wurde zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt. Das Urteil umfasst zudem die Verpflichtung zur Zahlung einer Wiedergutmachung und Geldstrafe in Höhe von rund 70 Milliarden IQD, was etwa 53,4 Millionen US-Dollar entspricht.

Ebenfalls zu einer siebenjährigen Haftstrafe wurde der stellvertretende Ölminister Ali al-Bahadeli verurteilt. Er muss im Rahmen des Urteils Zahlungen in Höhe von 53 Milliarden IQD leisten, umgerechnet etwa 40,4 Millionen US-Dollar.

Die irakische Regierung betonte, dass die systematische Aufarbeitung von Korruptionsfällen und die Prüfung staatlicher Aufträge weiter fortgesetzt werden, um die Transparenz in der öffentlichen Verwaltung nachhaltig zu erhöhen.

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