Kokainfund, Tonnen

Kokainfund: 8 Tonnen Droge im JadeWeserPort Wilhelmshaven beschlagnahmt

03.06.2026 - 15:31:38 | boerse-global.de

Deutsche Zollfahnder stellen über acht Tonnen Kokain im JadeWeserPort sicher. Zwei mutmaßliche Hintermänner wurden in Spanien festgenommen.

Kokainfund: 8 Tonnen Droge im JadeWeserPort Wilhelmshaven beschlagnahmt - Bild: über boerse-global.de
Kokainfund: 8 Tonnen Droge im JadeWeserPort Wilhelmshaven beschlagnahmt - Bild: über boerse-global.de

Deutsche Zollfahnder haben im JadeWeserPort in Wilhelmshaven einen der größten Kokainfunde der vergangenen Jahre gemacht. Mehr als acht Tonnen der Droge mit einem geschätzten Straßenverkaufswert von rund 500 Millionen Euro wurden beschlagnahmt. Die monatelange internationale Ermittlung führte zu Festnahmen in Spanien.

Die Entdeckung im Container

Der Fund gelang bereits am 9. Februar 2026 bei einer risikobasierten Kontrolle eines Containers aus Sierra Leone. Offiziell als 400 Säcke Kakaobohnen für Barcelona deklariert, entdeckten Beamte des Hauptzollamts Oldenburg bei einer Röntgenuntersuchung verstecktes Rauschgift. Insgesamt fanden die Fahnder über 400 Pakete mit jeweils 20 Kokainblöcken. Die Schmuggler hatten die Drogen mit GPS-Trackern bestückt, um die Route des Containers zu überwachen.

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Nach dem Fund leitete das Zollfahndungsamt Hannover gemeinsam mit spanischen Steuer- und Zollbehörden eine kontrollierte Lieferung ein. Der Container wurde mit einer Tarnladung auf den Weg nach Barcelona geschickt – Ziel war es, das dahinterstehende kriminelle Netzwerk zu identifizieren.

Festnahmen in Spanien

Die Operation gipfelte Mitte Mai 2026 in der Festnahme zweier Spanier. Am 14. Mai nahmen die Behörden die Verdächtigen in Almería und El Ejido fest – bei einer simulierten Übergabe der Ware. Einer der Männer ist Geschäftsführer eines spanischen Importunternehmens, der andere war den Ermittlungsbehörden bereits bekannt.

Tino Igelmann, Chef des Zollkriminalamts (ZKA), und Monika Dennhardt, Leiterin des Zollfahndungsamts Hannover, lobten die erfolgreiche internationale Zusammenarbeit. Das sichergestellte Kokain wurde nach Deutschland zurücktransportiert und inzwischen vernichtet. Oberstaatsanwalt Jan Wilken betonte, der Fund zeige die wachsende Bedeutung kleinerer Häfen wie Wilhelmshaven für internationale Schmuggler.

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Neue Gesetze gegen Drogenkriminalität

Als Konsequenz aus dem Rekordfund kündigte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil die Einführung des Zollfinanzgerechtigkeitsgesetzes an. Das Gesetzesvorhaben soll die rechtlichen Grundlagen für Zollbehörden stärken und Finanzermittlungen gegen organisierte Kriminalität effizienter machen.

Der Fall verdeutlicht einen Wandel der Schmuggelrouten. Die Behörden beobachten, dass kriminelle Organisationen zunehmend versuchen, große Umschlagplätze wie Hamburg oder Rotterdam zu umgehen und stattdessen kleinere Terminals anzusteuern. Der Rekordfund in Wilhelmshaven folgt auf eine Phase verstärkter Überwachung und Risikoanalyse durch deutsche Zolleinheiten, die besonders auf verdächtige Lieferungen aus Westafrika und Südamerika achten.

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